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Heuschnupfen Saison beginnt - Diese Medikamente eignen sich zur Behandlung

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Von: Lucas Maier

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Stiftung Warentest hat Medikamente gegen Heuschnupfen getestet. Diese gelten als geeignet.

Kassel - Stiftung Warentest hat in ihrer Medikamente-Testdatenbank auch diverse Produkte gelistet die bei Heuschnupfen geeignet sind. Laut dem Allergieinformationsdienst des Helmholtz Zentrums München wird bei 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland, im Laufe ihres Lebens Heuschnupfen diagnostiziert. Somit ist der Heuschnupfen die am häufigsten diagnostizierte Allergie in Deutschland.  

Stiftung Warentest: Medikamente gegen Heuschnupfen müssen geeignet sein  

Bei Heuschnupfen versprechen einige Medikamente Hilfe, doch nicht alle sind auch dafür geeignet. Deshalb hat Stiftung Warentest die Medikamente in vier verschiedene Eignungsgrade eingeteilt. In der Tabelle finden sie die Gegebenheiten die zu der jeweiligen Einordnung der Medikamente führen können. 

Geeignet Therapeutisch Wirksam Gehören zu den \"Standard-Therapeutika\" Hoher Erprobungsgrad Positives Nutzen-Risiko-Verhältnis Sinnvolle Ergänzung der Wirkstoffe (wenn mehr als einer enthalten) 
Auch GeeignetTherapeutisch Wirksam Geringer Erprobungsgrad Meist neue Wirkstoffe Mittel fallen auch hier runter, wenn nicht notwendige Zusatzstoffe enthalten sind 
Mit Einschränkungen geeignet Therapeutisch WirksamBei einigen ist die Wirksamkeit noch nicht in Gänze bestätigt - weitere Studien erforderlichRisiko:  Erhöht oder schwer einschätzbarUnter bestimmten Bedingung manchmal die besser Wahl 
Wenig geeignet  Therapeutische Wirksamkeit nicht ausreichend nachgewiesen Risiko: Hoch Falsche Dosierung Wirkstoffe ergänzen sich nicht Sinnvoll 

Forscher der Universität Tübingen haben jetzt herausgefunden, dass Allergien allein durch die Umgebung ausgelöst werden können - auch ohne Pollen.*

Stiftung Warentest: Medikamente gegen Heuschnupfen gibt es in verschiedenen Ausführungen 

Insgesamt finden sich in der Stiftung Warentest Datenbank 39 Medikamente welche bei Heuschnupfen, der häufigsten Allergie Deutschlands,  verabreicht werden können. Hierunter sind Nasensprays, Tabletten, aber auch sogenannte Kombi-Packungen mit Nasenspray und Augentropfen. Von den gelisteten Medikamenten sind nur 13 rezeptfrei. 

Die Mehrzahl (26) der Medikamente gegen Heuschnupfen, in der Stiftung Warentest Datenbank, wurden nur als eingeschränkt geeignet eingestuft. Nur neun Medikamente konnten als geeignet deklariert werden. Zwei der Medikamente waren wenig geeignet. 

Diese Auswirkungen hat Heuschnupfen auf seelische Gesundheit
Diese Auswirkungen hat Heuschnupfen auf seelische Gesundheit © ALK-Abelló Arzneimittel GmbH/dpa

Stiftung Warentest: Tabletten sind weniger zu empfehlen als andere Medikamente bei Heuschnupfen 

Die einzigen beiden Medikamente gegen Hausschnupfen die in Tablettenform von Stiftung Warentest getestet wurden, konnten nicht überzeugen. Stiftung Warentest stufte beide als wenig geeignet bei Heuschnupfen ein. Das sind die Eckdaten der betroffenen Medikamente: 

ZusammensetzungCetrzin-dihydrochlorid 5 mg + Pseudoephedrin-hydrochlorid 120 mg
Rezeptpflichtbesteht nicht
Packungsinhalt 6 Stück (Tabletten) 
Preis 6,59 Euro  
Hersteller Johnson & Johnson GmbH (OTC) 
ZusammensetzungPseudoephedrin-hydrochlorid 60 mg + Triprolidin-hydrochlorid 2,5 mg
Rezeptpflichtbesteht nicht
Packungsinhalt 12 Stück (Tabletten) 
Preis 8,95 Euro  
Hersteller Recordati Pharma GmbH (OTC) 

In beiden Medikamenten wurde ein gefäßverengender Stoff gefunden, der bei Daueranwendung zu schwerwiegenden Nebenwirkungen führen kann. Zudem bewertet Stiftung Warentest die Stoffkombination, bei beiden Medikamenten, als wenig sinnvoll. Der gefäßverengende Stoff wird bei beiden mit einem Antihistaminikum kombiniert. Bei dem Rhinopront Kombi Präperat, wirkt dieses zudem noch müde machend. 

Stiftung Warentest:  Geeignete Medikamente gegen Heuschnupfen im Test

Im Test von Stiftung Warentest konnten aber auch fünf Medikamente überzeugen, die akut gegen Heuschnupfen helfen. Unter den vorbeugenden Medikamenten konnten vier Produkte als geeignet beurteilt werden. Von den akut helfenden Medikamenten sind drei reine Nasensprays, bei den anderen beiden handelt es sich um die sogenannten Kombi-Packungen. 

Das sind die geeigneten Nasensprays:

ZusammensetzungAzelastin-hydrochlorid 1 mg
Rezeptpflichtbesteht nicht
Packungsinhalt 5 ml 10 ml 
Preis 8,43 Euro 12,20 Euro  
Hersteller MEDA Pharma GmbH & Co. KG  
ZusammensetzungAzelastin-hydrochlorid 1 mg
Rezeptpflichtbesteht 
Packungsinhalt 10 ml 17 ml
Preis 22,10 Euro  26,75 Euro
Hersteller MEDA Pharma GmbH & Co. KG
ZusammensetzungAzelastin-hydrochlorid 0,14 mg
Rezeptpflichtbesteht nicht
Packungsinhalt 10 ml
Preis 8,48 Euro  
Hersteller Dr. Gerhard Mann chem.-pharm. Fabrik GmbH  

Das sind die geeigneten Kombipackungen: 

ZusammensetzungAzelastin-hydrochlorid 0,5 mgAzelastin-hydrochlorid 1 mg
Rezeptpflichtbesteht nicht
Packungsinhalt 4 und 10 ml
Preis 18,49 Euro  
Hersteller MEDA Pharma GmbH & Co. KG
ZusammensetzungAzelastin-hydrochlorid 0,5 mgAzelastin-hydrochlorid 1 mg
Rezeptpflichtbesteht 
Packungsinhalt 6 und 17 ml 
Preis 34,22 Euro  
Hersteller MEDA Pharma GmbH & Co. KG

Die als geeignete Medikamente von Stiftung Warentest deklarierte Medikamente gegen Heuschnupfen, bedienen sich der Wirkung des Antihistaminikas Azelastin. Dieses wirkt dadurch, das es die Rezeptoren für das Hormon Histamin besetzt, hierdurch wird die allergische Reaktion  blockiert. 

Der Vorteile dieses Wirkstoffes ist, dass er bereits nach wenigen Minuten Wirkung zeigt. Allerdings sollte er nicht länger als sechs Wochen durchgehend angewendet werden. 

Stiftung Warentest: Azelastin sollte die Nase innerhalb von 30 Minuten vom Heuschnupfen befreien
Stiftung Warentest: Azelastin sollte die Nase innerhalb von 30 Minuten vom Heuschnupfen befreien © CosmosDirekt/Adobe Stock/dpa

Stiftung Warentest: Vorbeugende Medikamente für Heuschnupfen waren auch im Test

Stiftung Warentest hat in ihrer Datenbank auch Medikamente Vorbeugung von Heuschnupfen als geeignet eingestuft. Ganze vier Produkte mit vorbeugender Wirkung konnten als geeignet eingestuft werden. Hier runter zwei reine Nasensprays und zwei Kombi-Packungen. 

Das sind die zur Vorbeugung geeigneten Nasensprays:

ZusammensetzungCromoglicinsäure-Dinatriumsalz 20 mg
Rezeptpflichtbesteht nicht
Packungsinhalt 15 ml 
Preis 6,37 Euro  
Hersteller Dr. Robert Winzer Pharma GmbH
ZusammensetzungCromoglicinsäure-Dinatriumsalz 20 mg
Rezeptpflichtbesteht nicht
Packungsinhalt 15 ml 
Preis 8,19 Euro  
Hersteller ratiopharm GmbH 

Das sind die zur Vorbeugung geeigneten Kombipackungen: 

ZusammensetzungCromoglicinsäure-Dinatriumsalz 20 mgCromoglicinsäure-Dinatriumsalz 20 mg
Rezeptpflichtbesteht nicht 
Packungsinhalt 10 und 15 ml 
Preis 12,69 Euro  
Hersteller ratiopharm GmbH 
ZusammensetzungCromoglicinsäure-Dinatriumsalz 20 mgCromoglicinsäure-Dinatriumsalz 20 mg
Rezeptpflichtbesteht nicht
Packungsinhalt 10 und 15 ml 
Preis 11,97 Euro  
Hersteller Hexal AG

Die in den Medikamenten zur Vorbeugung enthaltene Cromoglicinsäure, reichert sich in den sogenannten Mastzellen an und behindert dort die Freisetzung von Entzündungsstoffen, die bei einer Allergie entstehen. 

Zu beachten ist bei diesen Medikamenten, dass sie frühzeitig eingenommen werden, da sie nur langsam ins Gewebe gelangen. Bei Heuschnupfen sollten sie ca. zwei Wochen vor Einsetzen des Pollenflugs eingenommen werden.  

Stiftung Warentest: Dann sollten sie bei Heuschnupfen nicht nur auf Medikamente setzen 

Stiftung Warentest weist auf ihrer Website explizit darauf hin, dass bei dauerhaftem Heuschnupfen unbedingt ein Arzt zur Beratung hinzugezogen werden sollte. Dieser kann entscheiden, welche Behandlung erforderlich ist. 

Neben der Behandlung mit Medikamenten kann auch eine Hyposensibilisierung notwendig sein. Eine Hyposensibilisierung ist eine spezifische Immuntherapie, die die Überreaktion des Körpers hemmen soll. 

Stiftung Warentest: 

Zuletzt untersuchte Stiftung Warentest auch Medikamente* für Kinder. Hier kamen nur rezeptfreie Medikamente auf den Prüfstand. 

Auch Schmerzmittel standen auf dem Prüfstand. Stiftung Warentest überprüfte die Medikamente gegen Scherz und sprach einige Warnungen aus.

Ebenso nahem die Stiftung Warentest Kinder-Sitze* unter die Lupe. Das Ergebnis ist erschreckend.  

*hna.de und fr.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes. 

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