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Mogelpackung enthüllt: So fies zockt Nestlé Kunden ab

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Von: Sina Koch

Fieser Verkaufs-Kniff: Der Preis bleibt gleich, doch der Inhalt reduziert sich. Für die meisten Verbraucher ist es eine getarnte Preiserhöhung. Jetzt werden die Tricks publik gemacht.

Die Verbraucherzentrale Hamburg verleiht jeden Monat den Negativ-Titel „Mogelpackung des Monats“. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht jeden Monat eine neue Trickserei aufzudecken. In diesem Monat bekommt nicht nur ein Produkt, sondern das halbe Süßwarensortiment von Nestlé den beschämenden Titel verliehen. HEIDELBERG24* berichtet über die Täuschungen. Diese beliebten Knabbereien sind durch die reduzierten Füllmengen viel teurer:

Name:Nestlé
Gründung:1866
Sitz:Vevey, Schweiz
Leitung:Ulf Mark Schneider

Mogelpackung von Nestlé: Sechs Markenprodukte sind teurer geworden

Weniger Inhalt - gleicher Preis: Produkte der Marken Kitkat, Lion und Smarties sind durch Füllmengenreduzierungen teurer geworden. Das bedeutet, dass sich der Inhalt der Packungen deutlich verringert hat, die Preise jedoch gleich geblieben sind. Die versteckten Preiserhöhungen liegen zwischen 12 und 25 Prozent. Der Hersteller Nestlé begründet den Preisanstieg mit höheren Produktionskosten und nachhaltigeren Verpackungslösungen. Betroffen sind laut den Verbraucherschützern folgende Produkte: Kitkat Sammelpack, Kitkat Minis, Lion Sammelpack, Lion Minis, Smarties Sammelpack, Smarties Minis.

Mogelpackung: Nicht die erste Trickserei von Nestlé?

Laut der Verbraucherzentrale Hamburg ist es nicht das erste Mal, dass Nestlé diese Taktik bei Süßigkeiten anwendet. Fünf der sechs gelisteten Produkte sind in den letzten Jahren mehrfach preislich angestiegen. Bei Smarties Minis wird dies besonders deutlich: Zwischen 2014 und 2021 ist die beliebte Süßigkeit um über 60 Prozent teurer geworden.

Mogelpackung von Nestlé: Das Beispiel Kitkat

Der süße Kitkat-Snack hat aktuell die größte Preiserhöhung zu verzeichnen. Den leckeren Sammelpack gibt es nun nicht mehr mit fünf Riegeln, sondern nur noch mit vier Riegeln. Im Laden kostet die Packung trotzdem meist weiterhin 1,99 Euro. Dadurch werden die Schokoriegel um 25 Prozent teurer. Ähnlich ist es bei den Kitkat Minis. Hier gibt es nur noch 13er Packungen statt 15er Packungen im Handel zu kaufen, für den gleichen Preis von 2,99 Euro. Das entspricht einem Preisanstieg von gut 15 Prozent.

Das Nestlé-Logo auf einer Wand an der Konzernzentrale in Vevey, Schweiz
Das Nestlé-Logo auf einer Wand an der Konzernzentrale in Vevey, Schweiz. (Symbolfoto) © Laurent Gillieron/KEYSTONE FILE/dpa/picture alliance

Mogelpackung von Nestlé: Das Beispiel Lion

Auch der Sammelpack von Lion hat laut den Verbraucherschützern eine lange Geschichte versteckter Preiserhöhungen vorzuweisen. Bei der aktuellen Verkleinerung des Lion Sammelpacks hat Nestlé die Anzahl der Riegel pro Packung von sechs auf fünf reduziert. Bei gleichem Preis von 1,99 Euro ist die Packung mit den Riegeln dadurch um 20 Prozent teurer geworden.
Auch bei den Minis von Lion wird getrickst: Aktuell sind 234 Gramm statt 270 Gramm in der Packung. Das Format der Umverpackung hat sich ein wenig geändert; der Preis im Laden liegt dennoch häufig weiterhin bei 2,99 Euro. Der versteckte Preisanstieg beträgt somit 15,4 Prozent.

Mogelpackung: So begründet Nestlé die Preisanstiege

In der Stellungnahme des Herstellers gegenüber der Verbraucherzentrale ist vor allem von höheren Produktionskosten die Rede: „ (…) Mit dieser Anpassung reagieren wir auf gestiegene Kosten in den letzten Jahren. Beispielsweise investieren wir in unsere Produktionsanlagen - etwa um die Waffelqualität bei Kitkat weiter zu erhöhen. Außerdem haben wir auch kontinuierlich Kosten durch Initiativen und Kooperationen zur Verbesserung der Nachhaltigkeit (…)„

Die Verbraucherschützer betrachten dies kritisch, denn durch die geringere Füllmenge im Beutel wird noch mehr Verpackungsmaterial gebraucht. (sik) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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