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Entwarnung in Pforzheim – 4-Jährige doch nicht mit Affenpocken infiziert

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Von: Madlen Trefzer

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Als erstes Kind in Deutschland erkrankt eine 4-Jährige an Affenpocken – dachte man. Jetzt gibt das Gesundheitsministerium Entwarnung. Eine Infektion kann nun doch ausgeschlossen werden.

Update vom 16. August: Das 4-jährige Mädchen aus Pforzheim, das nach Angaben der Behörden vergangene Woche zunächst positiv auf Affenpocken getestet worden war, ist weiteren Tests zufolge nicht mit dem Virus infiziert. Das Kind habe doch keine Affenpocken, teilt das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg am Montag (15. August) in Stuttgart mit.

„Das zuständige Gesundheitsamt vor Ort hat uns heute mitgeteilt, dass es den Fall nun zurücknehmen wird“, so ein Sprecher des Ministeriums. Grund dafür sei, dass der positive Befund durch eine weitere diagnostische Abklärung auf Affenpocken im Labor des Landesgesundheitsamtes nicht bestätigt worden sei. Solche falschen Ergebnisse könnten unter anderem durch Kontaminationen bei der Testdurchführung oder Probeentnahme entstehen, heißt es in einer Erklärung.

Kind (4) in Baden-Württemberg an Affenpocken erkrankt – erster Fall bundesweit

Erstmeldung vom 9. August: In Pforzheim ist jetzt der erste Fall von Affenpocken bei einem kleinen Kind registriert worden. Das hat das Robert-Koch-Institut (RKI) in Berlin bestätigt. Hierbei handelt es sich um den ersten Fall bei Kindern in Deutschland überhaupt. Das betroffene vierjährige Mädchen habe nach dem positiven Affenpocken-Test bisher allerdings keine Symptome, so das Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration in Baden-Württemberg auf eine Anfrage von swr.de.

Nach einem Rachenabstrich steht fest: Das Mädchen hat sich mit Affenpocken angesteckt

Das betroffene Kind habe sich im eigenen Haushalt infiziert, hieß es weiter aus dem Ministerium. Zuvor hatte sich wohl eine enge Kontaktperson im Haushalt der Vierjährigen infiziert. Deshalb wurde auch bei der Kleinen vorsorglich ein Rachenabstrich durchgeführt. Hier findest Du alle Infos zu Quarantäne, Isolation und Dauer der Affenpocken-Infektion.

Erstmals wurden Affenpocken in Deutschland im Mai dieses Jahres registriert. Bisher wurden dem RKI 2.982 nachgewiesene Infektionen aus allen Bundesländern übermittelt (Stand: Dienstag, 9. August). Die meisten Betroffenen sind männliche Erwachsene. Frauen und Kinder bleiben bislang verschont. Bundesweit sind nur sieben Frauen betroffen. Erst vergangene Woche sind dem RKI die ersten Ansteckungen bei zwei Jugendlichen im Alter von 15 und 17 Jahren bekannt geworden. Auch interessant: Inkubationszeit der Affenpocken und ab wann die ersten Symptome auftreten.

So kann man sich mit Affenpocken anstecken

Klar ist bisweilen, dass für eine Ansteckung enger Körperkontakt notwendig ist. Die Übertragungen erfolgen in erster Linie im Rahmen von sexuellen Aktivitäten. „Soweit bekannt, erkranken die meisten Betroffenen nicht schwer“, berichtet das RKI. Einerseits heißt es in der Wissenschaft und Politik, dass eine Ansteckung mit dem Affenpocken-Virus auf bestimmte Risikogruppen beschränkt sei, andererseits erklärt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Virusverbreitung zur Notlage. 

Die Einstufung der WHO hat zunächst jedoch keine praktischen Auswirkungen. Sie soll vor allem die Regierungen dazu bewegen, Maßnahmen zu ergreifen, um einen möglichen Ausbruch einzudämmen. Dabei sollen Ärzte darauf sensibilisiert werden, bei Verdachtsfällen entsprechende Schutzmaßnahmen treffen. Gleichzeitig soll die Bevölkerung aufgeklärt werden und Test- und Impfkapazitäten bereitgestellt werden. Inzwischen sind jedoch Dutzende Länder vom Affenpocken-Virus betroffen und die Lage spitzt sich langsam zu.

Die Affenpocken-Fallzahlen steigen seit Mai auch in Deutschland

Nachdem es in Spanien zu zwei Todesfällen kam, die auf eine Affenpocken-Erkrankung zurückzuführen sind, steigen auch in Deutschland die Fallzahlen an. Laut BR24 ist aktuell jedoch nicht geplant, die Menschen in Deutschland flächendeckend gegen Affenpocken zu impfen. Für eine Immunisierung gegen Affenpocken ist seit kurzem der Impfstoff Imvanex per Ausnahmeregelung zugelassen. 

Bei Imvanex handelt es sich um einen Impfstoff, der gegen Menschenpocken zugelassen ist. Seit Juli sollen rund 45.000 Dosen Imvanex in Deutschland zur Verfügung stehen, die meisten dieser Dosen seien laut Ärzteblatt aufgrund der Vielzahl an Krankheitsfällen nach Berlin und Nordrhein-Westfalen gegangen. Doch es kam auch im Rhein-Pfalz-Kreis zu den ersten Affenpocken-Fällen: So erkrankte auch ein Mann aus Worms. (mad)

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