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Urlaub in Südfrankreich: Gefahr vor Waldbränden – das müssen Reisende wissen

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Von: Sina Koch

Dramatische Waldbrände erschüttern Südfrankreich. Nachdem die Corona-Pandemie viele Menschen in Atem gehalten hat, folgt mitten in der Urlaubs-Saison die nächste Katastrophe.

Aufgrund der Corona-Pandemie gestaltet sich der Sommerurlaub 2021 nicht gerade einfach. Im Süden Europas kommt momentan neben dem Coronavirus*, der Delta-Variante* und den hohen Infektionszahlen in vielen Reisezielen noch ein ganz anderes Problem hinzu: Eine Hitzewelle sorgt in vielen Ländern im Mittelmeerraum für zahlreiche Waldbrände. HEIDELBERG24* verrät, welche Regionen in Frankreich momentan als Hochrisikogebiete gelten, was bei der Ein- und Ausreise beachtet werden muss und welche Corona-Regeln vor Ort gelten. Das sollten Urlauber*innen zudem über die gefährlichen Waldbrände* wissen:

Urlaub in Frankreich: Aktuelle Waldbrand-Situation in Südfrankreich

Innerhalb eines Tages haben die Flammen in Südfrankreich eine Fläche von 5.000 Hektar zerstört. Außerdem mussten tausende Menschen aufgrund des Waldbrands in Sicherheit gebracht werden. Die Räumung sei eine Vorsichtsmaßnahme, teilte die Feuerwehr im Département Var am Dienstag (17. August) mit. Das Feuer, das am Montag (16. August) ausgebrochen war, habe drei Personen leicht verletzt. 19 Menschen sollen Rauchvergiftungen erlitten haben, berichtete der französische Nachrichtensender BFMTV. 

Wie faz.net berichtet, seien unter anderem mehrere Campingplätze rund um den nahe Saint-Tropez gelegenen Ort Grimaud evakuiert worden. Außerdem sei die Feuerwehr mit 750 Einsatzkräften ausgerückt, um das Flammen-Inferno zu stoppen. Allerdings scheint ein starker Wind die Löscharbeiten zu behindern.

Urlaub in Südfrankreich: Touristen und Bewohner „vorsorglich in Sicherheit gebracht“

Da sich viele Urlauber*innen im August an der Côte d‘Azur aufhalten, spricht die Feuerwehrsprecherin des nahegelegenen Verwaltungsbezirks Var: „Tausende Menschen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht, es gibt aber keine Opfer.“ Noch seien die Brände nicht unter Kontrolle, hat die Präfektur in Toulon am Dienstagmorgen (17. August) mitgeteilt. Auch Löschflugzeuge und Hubschrauber seien im Einsatz. Auch Bewohner von Teilen der Städte Cavalaire und La Croix Valmer sind aufgerufen worden, sich in Sicherheit zu bringen. Noch könne niemand in seine Unterkunft zurückkehren, betonte die Präfektur.

LandFrankreich
HauptstadtParis
AmtsspracheFranzösisch
StaatsoberhauptStaatspräsident Emmanuel Macron
WährungEuro (EUR)

Nach Angaben des ADAC, werden Campingurlauber angehalten, wegen der hohen Waldbrandgefahr auf Grillen und offenes Feuer zu verzichten. Autofahrer müssen in den Brandgebieten mit Straßensperren und Sichtbeeinträchtigung durch Rauch rechnen. Auszuschließen ist auch nicht, dass weitere Campingplätze evakuiert werden müssen.

Waldbrände in Frankreich: Derweil warnt das Auswärtige Amt die Südfrankreich-Urlauber

Urlaub in Frankreich: Corona-Lage am Mittelmeer

Frankreich kämpft derzeit gegen die vierte Corona-Welle. Die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche liegt in einigen Regionen bei über 100 pro 100.000 Einwohner. Dazu zählen die Regionen Korsika, Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d‘Azur sowie die französischen Überseegebiete Guadeloupe, Martinique, La Réunion, Saint-Barthélemy, Saint-Martin, Französisch-Guayana und Französisch-Polynesien.

Mittlerweile ist mehr als die Hälfte der rund 67 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner Frankreichs vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Mehr als 67 Prozent erhielten mindestens eine Impfdosis.

Grund dafür: Ab dem 9. August gilt in Frankreich eine verschärfte Nachweispflicht über einen negativen Coronatest, eine Impfung oder eine Genesung. Voraussetzung für den Besuch von Bars, Cafés und Restaurants sowie Fahrten mit Fernzügen und Reisebussen ist dann der sogenannte Gesundheitspass („pass sanitaire“). Für Kinos und viele Kulturveranstaltungen gilt diese Regelung bereits seit Ende Juli. Wie die Corona-Regeln in anderen EU-Ländern aussehen, erfährst Du in dieser Urlaubsübersicht*.

Urlaub in Frankreich: Vierte Pandemie-Welle und Warnung des Auswärtigen Amts

Das Auswärtige Amt warnt vor touristischen Reisen in die Regionen Korsika, Okzitanien, Provence-Alpes-Côte d‘Azur und in die französischen Überseegebiete Guadeloupe, Martinique, La Réunion, Saint-Barthélemy, Saint-Martin, Französisch-Guayana und Französisch-Polynesien. Des Weiteren sind all diese Regionen aufgrund ihrer hohen Inzidenzen von Deutschland als Hochrisikogebiete eingestuft worden. Reiserückkehrer aus diesen Gebieten müssen zusätzliche Maßnahmen bei der Rückkehr nach Deutschland beachten.

Im Süden Frankreichs
Blick in eine Einkaufsstraße in dem kleinen Ferienort. Die Bundesregierung stuft größere Teile Frankreichs als Corona-Hochrisikogebiet ein. © picture alliance / dpa

Außerdem hat in Frankreich nach Darstellung der Regierung die vierte Welle der Pandemie begonnen. „Wir sind in die vierte Welle der Epidemie eingetreten“, sagte Regierungssprecher Gabriel Attal nach einer Sitzung des französischen Kabinetts. Kein Departement werde verschont, erklärt er. Bereits im Juli schloss Europa-Minister Clement Beaune neue Einschränkungen nicht aus, sollten die Fälle weiter zunehmen. Das berichtet auch Tagesschau.de.

Urlaub in Frankreich: Welche Regeln müssen bei der Einreise beachtet werden?

Nachdem die Corona-Regeln in Frankreich verschärft worden sind, müssen Urlauber*innen bei der Einreise folgende Regeln kennen: Der negative Coronatest darf bei der Einreise - es gilt der Zeitpunkt der Abstrichnahme - nicht älter als 72 Stunden (PCR-Test) beziehungsweise 48 Stunden (Schnelltest) sein. Vollständig Geimpfte und Genese müssen den Test nicht mehr vorlegen, wenn sie ihren Status nachweisen können*. Kinder unter sechs Jahren sind ebenfalls von der Testpflicht befreit. Ein Einreiseformular ist jedoch für alle Urlauber*innen verpflichtend.

Achtung, Ausnahme! Wer aus Spanien nach Frankreich einreist, benötigt einen Test, der nicht älter als 24 Stunden ist. Außerdem gelten Ausnahmen von der Corona-Testpflicht im kleinen Grenzverkehr für Fahrten (maximal 24 Stunden) nach Frankreich im Umkreis von weniger als 30 Kilometer vom eigenen Wohnort. Kinder unter 12 Jahren sowie Berufskraftfahrer brauchen ebenfalls keinen Test, wie der ADAC mitteilt.

Urlaub in Südfrankreich: Waldbrände haben Auswirkungen auf Straßenverkehr in Frankreich

Im Süden Frankreichs sind mehrere Waldbrände ausgebrochen, die auch Touristenorte bedrohen. An der bei deutschen Urlaubern beliebten Côte d’Azur haben sich Tausende Anwohner und Touristen deshalb in Sicherheit gebracht. Die Brände im Hinterland vom Golf von Saint-Tropez sind nach offiziellen Angaben noch nicht unter Kontrolle. Aus diesem Grund sind viele Departementstraßen gesperrt. Autobahnen sind jedoch bislang nicht betroffen. Die Situation kann sich jedoch rasch ändern.

Urlaub in Frankreich: Maskenpflicht, Abstand und Co. - DIESE Regeln gelten aktuell

Die Verbreitung des Coronavirus ist in Frankreich regional sehr unterschiedlich. Während etwa der Großraum Paris stark betroffen ist, sind die Fallzahlen in der Bretagne niedrig. Daher können auch die Hygienemaßnahmen je nach Region unterschiedlich sein:

Übrigens: Coronatests sind für ausländische Touristen kostenpflichtig. Als Obergrenze hat die Regierung einen Preis von 49 Euro für einen PCR-Test und 29 Euro für einen Antigen-Schnelltest festgelegt.

Waldbrände in Frankreich
Rauch steigt über dem Wald nahe der Côte d'Azur auf. © Nicolas Tucat/AFP/dpa

Rückkehr aus dem Frankreich-Urlaub: Was gilt bei der Rückreise nach Deutschland?

Wenn der Urlaub in Frankreich vorbei ist, steht die Rückreise bevor. Reisende, die ab dem 01. August 2021 eine Heimreise nach Deutschland antreten, müssen sich an die allgemeine Verordnung zur Eindämmung der Corona-Pandemie* halten. Das bedeutet, dass mit einer Einreise nach Deutschland grundsätzlich ein negativer Corona-Test, ein Nachweis einer Genesung oder ein Nachweis einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus vorgelegt werden muss.

Es soll stichprobenartige Kontrollen geben, die die Einhaltung der Nachweispflicht gewährleisten. Die Kosten für einen Test müssen die Einreisenden selbst zahlen. Die Testpflicht gilt für alle erwachsenen Urlaubsreisenden und für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren. (sik) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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