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Bundesweiter Warntag in BW: Vielerorts kein Sirenen-Alarm – aus diesem Grund

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Von: Madlen Trefzer

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Ab 11 Uhr wurde beim bundesweiten Warntag erneut der Ernstfall geprobt. Während bei sich vielen Bürgern in Baden-Württemberg das Handy bemerkbar machte, blieben die Sirenen vielerorts aus:

Update vom 8. Dezember, 11:15 Uhr: Nach deutlichen Pannen beim ersten bundesweiten Warntag vor drei Jahren ist in Baden Württemberg erneut unter anderem mit Sirenen-Alarm der Ernstfall geprobt worden. Neben dem Heulton der Sirenen wurden am Donnerstag um 11.00 Uhr auch Hinweise über Warn-Apps wie Nina oder Katwarn auf Handys gesendet.

Die Entwarnung war für 11:45 Uhr vorgesehen. Unklar blieb zunächst, ob es wie bereits im Jahr Defizite im Ablauf gab. Beim Testlauf setzten viele Kommunen neben Sirenen auch auf digitale Direktnachrichten. Per „Cell Broadcast“ auf Handys und andere Mobilgeräte gesendete Warnungen gab es erstmals in den meisten Städten und Gemeinden, sie läuteten pünktlich und lautstark über viele Geräte.

Bundesweiter Warntag (Fotomontage)
Bundesweiter Warntag (Fotomontage) © Patrick Pleul/dpa/Screenshot/Montage HEADLINE24

Gewarnt werden sollte zudem über Radio und Fernsehen und über Warn-Apps wie Nina. Auch sollte die Warnung auf Stadtinformationstafeln zu lesen sein. Allerdings war bereits im Vorfeld klar, dass viele Sirenen auch am zweiten Warntag stumm bleiben würden. Großstädte wie Freiburg verzichteten bewusst auf Sirenenproben, in anderen Gemeinden gibt es nur noch wenige oder gar keine Sirenen mehr, die funktionieren. Auch Heidelberg, Stuttgart und Göppingen hatten bereits vorab angekündigt, keine Sirenen heulen zu lassen.

Beim ersten bundesweiten Warntag am 10. September 2020 war einiges schief gelaufen. Unter anderem kam die Meldung der Warn-Apps Nina und Katwarn erst mit einer guten halben Stunde Verspätung auf den Smartphones an. Wäre es tatsächlich ein Ernstfall gewesen, hätten viele Bürger nichts mitbekommen. Das Bundesinnenministerium hatte den Probealarm deshalb damals als „fehlgeschlagen“ bezeichnet.

Bundesweiter Warntag am Donnerstag: So läuft er in BW ab

Erstmeldung vom 7. Dezember: Der bundesweite Warntag findet am 8. Dezember 2022 statt. An diesem Tag erproben Bund und Länder in einer gemeinsamen Übung ihre Warnmittel. Ab 11 Uhr aktivieren die beteiligten Behörden und Einsatzkräfte unterschiedliche Warnmittel wie etwa Radio und Fernsehen, digitale Anzeigetafeln und Warnapps. Auch die Warnnachricht Cell Broadcast wird erstmals getestet – somit wird die Warnung auch Dir direkt aufs Handy geschickt. „Mit keinem anderen Warnmittel können wir mehr Menschen erreichen“, heißt es bei Warnung der Bevölkerung.

Bundesweiter Warntag: Am 8. Dezember werden Warn-Apps, Cell Broadcast und Sirenen aktiviert

Die Probewarnungen über Cell Broadcast und die Warn-Apps werden zentral ausgelöst. Für Kommunen besteht zusätzlich die Möglichkeit, weitere Warnmittel, wie beispielsweise Sirenen, auszulösen. Diese allgemeine Warnung hat das Ziel, Bürger über die Warnmittel zu informieren und sie damit für den Ernstfall zu sensibilisieren. Am 8. Dezember wird also eine Probewarnung in Form eines Warntextes an alle Rundfunksender und App-Server geschickt. 

Parallel können auf Landesebene in teilnehmenden Landkreisen und Kommunen verfügbare kommunale Warnmittel ausgelöst werden (z. B. Lautsprecherwagen oder Sirenen). Bei Bränden, Bombenfunden, Trinkwasserverunreinigungen oder anderen Gefahrenlagen muss eine frühzeitige Warnung der Bevölkerung sowie die Bereitstellung entsprechender Handlungsempfehlungen zur Verfügung gestellt werden. Hierfür sind landesweit in Baden-Württemberg die Behörden zuständig.

Das kommt am bundesweiten Warntag auf die Städte in BW zu

Auch auf Stadtebene gibt es Warnmittel. So verkündet die Stadt Heidelberg Testwarnungen auch über digitale Werbebildschirme im Stadtbild zu veröffentlichen. Mannheim nimmt auch teil und verweist auf den Chemieunfall am Mannheimer Hafen, bei dem die Warnung der Bürger gut funktioniert haben soll. Zum Warntag werden Sirenen im ganzen Stadtgebiet eine Probewarnung abgeben. Zeitgleich werden die Warn-Apps Katwarn und Nina eine Warnung anzeigen. Die Stadt hat über 65 Sirenenstandorte, die stadtteilscharf geschaltet werden können. 

„Sie verfügen über eine stromunabhängige Energieversorgung, so dass die Sirenen auch bei einem eventuellen Stromausfall funktionieren“, so Erster Bürgermeister und Feuerwehrdezernent Christian Specht. In Schwetzingen präsentieren sich von 10 bis 12 Uhr Feuerwehr, Polizei und die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes auf den Kleinen Planken. Mit ihren Einsatzfahrzeugen präsentieren sie sich den Bürgern und stehen für Auskünfte zur Verfügung. (mad)

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