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Leere Regale an Weihnachten? „Deutsche müssen sich Sorgen um Geschenke machen“

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Von: Tobias Becker

Baden-Württemberg - Weihnachten rückt immer näher, aber dieses Jahr könnte es Lieferengpässe geben. Worauf muss man nun achten? Und was sollte man frühzeitig besorgen?

Mit der Familie unterm schön geschmückten Weihnachtsbaum sitzen, Geschenke auspacken und dem Jahresende entgegenblicken - Weihnachten ist für viele die schönste Zeit im Jahr, vor allem die Wochen zuvor. Weihnachtsmärkte öffnen in Heidelberg* und Mannheim*, der Glühwein wärmt die Hände nach der feierabendlichen Shoppingtour oder am Wochenende. Es ist besinnlich, es heimelig und traditionell. Dieses Jahr könnte es aber Probleme geben, denn: Manche Geschenke sowie das ein oder andere Weihnachtszubehör könnte nicht rechtzeitig oder nur in begrenzten Mengen vorhanden sein. Darüber berichtet HEIDELBERG24*.

Engpässe an Weihnachten: Christbaumkugeln und andere Deko wird knapp!

Lametta und kleine Holzfiguren sind nicht an jedem Christbaum ein Muss, aber: Was wäre, wenn die Weihnachtsbaum-Kugeln fehlen würden? Die Tanne würde doch recht unweihnachtlich aussehen. Genau das, könnte dieses Jahr aber passieren, denn wie Medien berichten, scheint der Handel wohl ein Lieferproblem zu haben. Heißt: Die Lieferung kann sich verzögern - und zwar soweit, dass es möglicherweise schon zu spät ist.

NameDatum
Heiligabend 2021Samstag, 24. Dezember 2021
Weihnachten 2021Sonntag und Montag, 25./26. Dezember 2021,

Davon betroffen sind - laut mehreren Berichten - auch Supermärkte und Discounter, in denen das Weihnachtssortiment bis zu einem Fünftel aus Non-Food-Artikeln existiert. Heißt für alle Christbaum-Beschmücker*innen: Am besten so früh wie möglich ausreichende Artikel wie Christbaumkugeln besorgen, ohne sich zu viel zu kaufen, damit auch für andere noch etwas übrig bleibt.

Diese Lieferschwierigkeiten bringen voraussichtlich ein weiteres Problem mit sich. Die Transportkosten für Unternehmen werden wohl steigen, was wiederum dazu führt, dass wohl auch die Ware im Verkauf teurer wird. Adventsbeleuchtung, Weihnachtsbaumschmuck und Co. dürften dieses Jahr wohl nicht zum Mini-Preis verscherbelt werden.

Die Wachskerzen auf einem Weihnachtsbaum.
Gibt es an Weihnachten keine Lichterketten mehr? © picture alliance / Bernd Weissbrod/dpa

Prognosen zufolge könnten bis zu 15 Prozent draufgeschlagen werden. Klar, denn die Lücken im Regal bedeuten auch Lücken in den Einnahmen für die Händler, für die das Weihnachtsgeschäft immens wichtig ist. Kleines Beispiel: Es wird geschätzt, dass Deutsche bis zu eine Milliarde Euro ausgeben wollen. Generell werden die Preise von Waren in Supermärkten und Discountern* in den nächsten Monaten ansteigen, wie Experten einschätzen.

Engpässe an Weihnachten: Probleme beim Geschenkekauf 2021

Deko-Artikel zu Weihnachten sind aber nicht die einzige Baustelle im Handel und für Konsumenten. Der Weihnachtsmann tut sich auch beim Geschenkekauf schwer, denn je nach Wunsch, ist es durchaus problematisch an das Produkt zu kommen. „Die Deutschen müssen sich Sorgen um ihre Weihnachtsgeschenke machen“, sagte schon im Juli Gabriel Felbermayr vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel gegenüber t-online.

Damit sind vor allem Geschenke gemeint, die in Fernost hergestellt werden. Ein riesiges Problem sind wohl weiterhin Halbleiter und Chips. Das stellt nicht nur die Automobilbranche vor eine Aufgabe, sondern auch Elektronikhändler. Spielekonsolen, Smartphones oder ähnliches sollte also ebenfalls frühzeitig gesichert werden, wenn man vor hat, es an Weihnachten unter den Baum zu legen.

Weihnachtsbaum
Auch das ein oder andere Geschenk kann schwer zu finden sein in diesem Jahr. © picture alliance/Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wer kein Elektro-Fan ist, findet andere Problemstellen. Fahrradhändler klagen über zu lange Lieferzeiten, Sporthersteller sind ebenfalls betroffen. Sogar die Giganten Adidas, Nike und Puma, da sie in Vietnam aufgrund steigender Corona-Zahlen mit Produktionsschwierigkeiten kämpfen.

Engpässe an Weihnachten: Auch Adventskalender sind betroffen!

Vor allem Kinder freuen sich nach dem Aufstehen auf den Gang zum Adventskalender - wann gibt‘s sonst schon legal Schokolade und neues Spielzeug zum Frühstück? Immerhin wollen Studien zufolge bis zu 80 Prozent der Deutschen in diesem Jahr wieder einen Adventskalender besorgen. Aber bleibt der vielleicht leer?

Lieferverzögerungen für die Inhalte sind teils wochenlang. Gerade für ein saisonales Produkt, wie Adventskalender es sind, ist das extrem schlecht. Doppelt schlecht: Da die Lieferkosten gestiegen sind, bleibt manch ein Unternehmen darauf sitzen, da sie es nicht mehr weitergeben können. Viele Verträge mit Händlern werden frühzeitig abgeschlossen - Flexibilität in der Preisgestaltung ausgeschlossen.

Engpässe an Weihnachten: Das sind die Gründe für die Probleme!

Die Corona-Pandemie. Oder vielmehr die Auswirkungen dieser sind schuld. Denn es herrscht ein weltweiter Rohstoffmangel. Die Nachfrage ist derweil stark gestiegen und die Produktionskapazität in Asien, wo viele der in Deutschland verkauften Artikel hergestellt werden, ist überstiegen.

Tiefwasserhafen Yangshan in Shanghai
Einige Unternehmen haben ein Lieferproblem und Container werden immer teurer. © Ding Ting/dpa

Ein weltweiter Rohstoffmangel und die stark gestiegene Nachfrage sind zwei von vielen Gründen. Normalerweise werden die meisten der hierzulande verkauften Dekoartikel in Asien produziert. Doch die Produktionskapazitäten sind komplett überlastet. Hinzu kommt, dass die Schiffscontainer zum Transport fehlen, was wiederum die Preise dafür in die Höhe treibt. So berichtet die Tagesschau, dass deutsche Unternehmen für einen Container aus Shanghai, der nach Hamburg soll, Anfang 2019 noch rund 2.000 Dollar pro Stück gezahlt haben. Inzwischen sind es rund 20.000 Dollar pro Container.

Probleme an Weihnachten: Ein Funken Hoffnung für Kunden!

Einen Funken Hoffnung gab der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland zuletzt gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Stefan Genth sagte: „Die Suche nach passenden Weihnachtsgeschenken ist auch in diesem Jahr gesichert.“ Es bestünde kein Grund zur Sorge und Kunden müssten nicht vor leeren Regalen stehen. Allerdings gilt dennoch der Tipp: Der frühe Vogel fängt den Wurm! Wer also sicher sein will, dass Geschenke, Deko, Adventskalender und Co. in der Weihnachtszeit vorhanden sind, sollte sich frühzeitig umschauen.

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