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Unwetter-Alarm in BW: Experten sicher – Wetter-Phänomen Schuld am Sommer-Chaos

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Von: Katja Becher

Die Unwetter-Serie in Baden-Württemberg und Deutschland reißt nicht ab. Experten erklären, warum wir uns auch in den nächsten Tagen auf Hagel, Sturm und Starkregen einstellen müssen:

Hinter Baden-Württemberg* liegen chaotische Wetter-Tage. Immer wieder fegten heftige Gewitter über den Südwesten und richteten in vielen Regionen Schäden an. Eine stabile Sommer-Lage ist in ganz Deutschland auch weiterhin nicht in Sicht. Laut aktuellen Prognosen muss auch in den kommenden Tagen wieder mit Hagel, Sturm und Starkregen gerechnet werden. Experten erklären jetzt, warum es in der Wetterküche immer weiter brodelt – und die Gewitter-Serie einfach nicht abreißt:

Unwetter in Baden-Württemberg: Nächste Gewitter-Walze rollt auf uns zu

Wie HEIDELBERG24* berichtet, zeichnen die aktuellen Wetter-Vorhersagen für Baden-Württemberg* kein gutes Bild von der bevorstehenden Woche. Während laut Deutschem Wetterdienst zunächst „kein warnwürdiges Wetter“ erwartet wird, rollt bereits ab Dienstagvormittag die nächste Gewitter-Welle auf den Südwesten zu. Der Deutsche Wetterdienst rechnet zunächst von Westen her mit einzelnen starken Gewittern. Diese können auch Starkregen und Sturmböen mit sich bringen. Von Mittag an verlagert sich die Unwetterfront in die Südosthälfte des Landes. Dort können sich ebenfalls kräftige Gewitter, Sturm, Starkregen und Hagel mit mehreren Zentimeter großen Körnern entwickeln.

Vor allem am Abend und in der Nacht zum Mittwoch können bei lokalen Superzellen bis zu 40 Liter Regen pro Stunde fallen und schwere Sturmböen um 100 Stundenkilometer Geschwindigkeit auftreten. Vom Bodensee bis zur Ostalb kann in der Nacht mehrstündiger Starkregen fallen, wie der Deutsche Wetterdienst am Dienstag mitteilte.

Und auch im Rest des Landes sehen die Aussichten nicht besser aus. „Während es am Dienstag im Osten und Süden noch sehr sonnig bei Temperaturen über 30 Grad sein wird, ziehen im Laufe des Tages von Westen dichte Regenwolken heran“, erklärt Diplom-Meteorologe Georg Haas von wetter.com. Im Laufe des Mittwochs beruhige sich die Lage in Deutschland wieder, bevor am Donnerstag die Schwüle erneut heftige Gewitter mit Hagel, Sturm und Starkregen mit sich bringe.

Unwetter-Alarm in Baden-Württemberg: Experte erklärt – darum ist der Sommer so regnerisch

Laut Haas wird sich dieses Wechselspiel zwischen kurzer Wetter-Beruhigung und starken Gewittern noch bis in die kommende Woche fortsetzen. Doch woher kommt die unstabile Wetterlage ausgerechnet im Juli? „Schuld an der Unwetterserie hat eine „eingerastete“ Wetterlage, die von einem großräumigen Tief über den Britischen Inseln dominiert wird. Dieses lenkt mit südwestlicher Strömung und seinen eingelagerten sogenannten Randtiefs weiter schwül-warme Luft zu uns, die viel Wasserdampf enthält, der in Gewittern massenhaft kondensiert“, erklärt der Diplom Meteorologe. Je wärmer die Luft, desto mehr Wasserdampf könne diese aufnehmen, transportieren und wieder abregnen. „Da sich an dieser vorherrschenden Südwestwetterlage, die die Schwüle bringt, kaum etwas ändern wird, drohen auch in nächster Zeit immer wieder punktuell Unwetter“, so Haas weiter. 

Unwetter in Baden-Württemberg: Experten ziehen düstere Langzeit-Prognosen für den Sommer

Auch in den kommenden Wochen und Monaten müssen sich die Bewohner des Südwestens immer wieder auf extreme Wetterlagen einstellen. Experten und Politiker zogen in den vergangenen Tagen bereits eine düstere Wetter-Prognose.* Nach den Worten von Innenminister Thomas Strobl drohen Baden-Württemberg künftig häufiger Unwetter mit großen Schäden. „Das hat etwas mit dem Klimawandel zu tun“, sagte Strobl vergangene Woche. Auch nach Ansicht des Meteorologen Uwe Schickedanz sind die Unwetter eine Folge des Klimawandels.* Sie passten in das Bild, das Klimaforscher zeichnen, mit sommerlicher Abwechslung zwischen Dürre und Starkregen-Ereignissen, sagte der Leiter des Deutschen Wetterdienstes dem „Südkurier“. Gewitterlagen wie die der vergangenen Tage seien in der Heftigkeit zwar immer noch ein relativ seltenes Ereignis. „Aber auch ich habe den Eindruck, dass sie in dieser Heftigkeit häufiger geworden sind“, sagte Schickedanz.

Landesumweltministerin Thekla Walker (Grüne) rief die Kommunen in Baden-Württemberg dazu auf, die extremen Wetterlagen im Blick zu haben und sich vorzubereiten. Für die Hochwasser an Flüssen lägen Hochwassergefahrenkarten vor, mit denen sich die Kommunen ausmalen könnten, wie wahrscheinlich und wie stark sich verheerende Hochwasserereignisse in ihrer Region ereignen könnten. Außerdem lasse sich dort ablesen, wie hoch die zu erwartenden Schäden ausfallen könnten. Die jüngsten Unwetter „erinnern uns daran, dass wir uns darauf vorbereiten müssen, dass es künftig verstärkt zu Starkregen- und Hochwasserereignissen kommen kann. Auch am eigenen Wohnort“, mahnte sie. (kab) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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