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Novavax-Impfstoff: Schwere Nebenwirkungen drohen – wer gefährdet ist

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Von: Jason Blaschke

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Der Impfstoff ‚Nuvaxovid‘ von Novavax soll bald auch in Baden-Württemberg verabreicht werden. Aber aufgepasst: Das Vakzin ist nicht für alle geeignet.

Die wichtigen Corona-Werte in Heidelberg* und ganz Baden-Württemberg steigen kontinuierlich an: Stand 2. Februar sind 1.432.307 Infektionen bestätigt – das sind 32.131 mehr, als am Dienstag. Die 7-Tage-Inzidenz ist laut Landesgesundheitsamt (LGA) von 969,3 in der Vorwoche auf erschreckende 1.284,5 angestiegen. Gerade mit Blick auf das Infektionsgeschehen appellieren Experten an all die noch Ungeimpften, sich immunisieren zu lassen. Laut HEIDELBERG24* stehen fünf Impfstoffe dafür zur Verfügung.

Große Hoffnung setzen Experten in das Vakzin „Nuvaxovid“ von Novavax*, welches erst seit Dezember 2021 in der EU zugelassen ist. Schon ab 21. Februar sollen die ersten Novavax-Dosen in Baden-Württemberg verimpft* werden – zunächst an noch nicht geimpfte Personen, die in der Medizin oder Pflege arbeiten. Für sie greift ab März eine Impfpflicht. Experten gehen davon aus, dass zu Beginn der Novavax-Impfungen die Nachfrage größer sein wird, als der Vorrat an Impfdosen.

Novavax: Schwere Nebenwirkungen – was die Experten als gefährlich einstufen

Mit ein Grund dafür ist, dass „Nuvaxovid“ für all die noch Ungeimpften infrage kommt, die sich aus Skepsis gegenüber der bisher in der EU zugelassenen Vakzinen nicht haben impfen lassen. Der Grund: Der Novavax-Impfstoff ist weder ein mRNA- noch ein Vektor-Impfstoff, sondern lässt sich der Gruppe der Proteinimpfstoffe zuordnen. Proteinimpfstoffe sind schon länger bekannt und werden erfolgreich auch zur Prävention anderer Infektionen – wie zum Beispiel der Influenza – seit Jahren eingesetzt.

Hersteller/EntwicklerNovavax
ForschungsnameNuvaxovid (NVX-CoV2373)
ImpfstoffartProteinimpfstoff
ApplikationsformIntramuskuläre Injektion
KrankheitCovid-19 (SARS-CoV-2)

Der neue Impfstoff weckt Vertrauen – Impflinge sollten aber nicht vergessen, dass auch nach einer Impfung mit Novavax mitunter Nebenwirkungen auftreten können. Speziell über die möglichen Impfreaktionen nach einer mRNA-Impfung* hatte HEIDELBERG24* erst vor wenigen Wochen informiert. Als besonders gefährlich stufen Experten die Herzmuskelentzündung nach einer Impfung mit Biontech oder Moderna* ein, welche in der Vergangenheit in wenigen Fällen beobachtet wurde.

Novavax: Unbekannte Nebenwirkungen zu erwarten? Experte ist zuversichtlich

Speziell in Bezug auf Novavax gibt es eine völlig andere schwere Nebenwirkung, die zwar selten auftritt, über die Betroffene aber dennoch Bescheid wissen sollten. Problematisch ist, dass der Impfstoff von Novavax* bisher ausschließlich in Studien zum Einsatz gekommen ist und noch nicht an die große Masse verimpft wurde. Schwere Impfreaktionen sind deshalb vielleicht noch gar nicht bekannt. Dennoch sind Experten zuversichtlich und versichern, dass „Nuvaxovid“ ein sicheres Vakzin ist.

Know-how zu Novavax

Im Labor wird eine Spike-Protein-Kopie produziert, welche das Coronavirus umhüllt. Das Protein ist so verändert, dass es keine Infektion mehr auslösen kann. Der Körper erkennt das Protein aber als Erreger und bildet Antikörper – eine Impfung täuscht somit eine Infektion vor und erzeugt so einen Immunschutz vor Covid-19. Damit eine starke Immunantwort vom Körper erzeugt wird, ist „Nuvaxovid“ von Novavax ein Wirkverstärker* zugesetzt.

„Bislang gibt es keine Kenntnisse über besonders problematische Nebenwirkungen“, sagt Professor Doktor Ludger Klimek, Präsident des Ärzteverbands deutscher Allergologen (AEDA), auf Anfrage der Website ‚Mein Allergie-Portal‘ zu potenziellen Nebenwirkungen nach erfolgter Immunisierung. Thrombose-mit-Thrombozytopenie-Syndrom (TTS), Herzmuskelentzündungen* sowie andere seltene Nebenwirkungen seien im Fall von ‚Nuvaxovid‘ von Novavax bisher nicht in übermäßigem Maße aufgetreten.

Novavax: Eine Nebenwirkung könnte für bestimmte Personen gefährlich werden

Der Experte schließt aber nicht aus, dass seltene schwere Nebenwirkungen entdeckt werden, wenn der Novavax-Impfstoff an die große Masse verimpft wird. „Das ist logisch und normal, weil man erst bei großen Patientenzahlen seltene Nebenwirkungen sieht“, stellt Klimek klar. Das Gleiche gelte auch für starke allergische Reaktionen (Anaphylaxien), die nach einer Impfung auftreten können. Solche Anaphylaxien können unabhängig vom Impfstoff auftreten – auch nach mRNA-Impfungen sind diese möglich.

Berichten der ‚Pharmazeutischen Zeitung‘ zufolge enthalten die Impfstoffe von Biontech und Moderna mRNA in Lipidnanopartikeln, welche stellenweise mit dem potenziellen Allergen Polyethylenglykol (PEG) vernetzt sind. Im Fall von AstraZeneca oder Johnson & Johnson sei vor allem die enthaltenen „Polysorbate“ potenziell allergieauslösend, heißt es in der Fachzeitschrift. Auch im Novavax-Impfstoff sei dieses „Polysorbat 80“ enthalten, welches mitunter allergische Reaktionen auslösen kann.

Novavax: Allergie auf ‚Polysorbat‘ bekannt? So sollten Betroffene reagieren

„Daher rechnen wir damit, dass es auch Patienten geben wird, die auf ‚Nuvaxovid‘ von Novavax allergisch reagieren“, erzählt Klimek auf Anfrage der Website ‚Mein Allergie-Portal‘ weiter. Das heißt: Wenn bei Patienten eine Allergie auf „Polysorbat 80“ bekannt ist, sollte der Impfstoff von Novavax vorsichtig oder gar nicht eingesetzt werden. Um das Risiko für schwere allergische Reaktionen* in Bezug auf eine Novavax-Impfung zu verringern, sollten Betroffene vorab richtig reagieren.

Die Experten der ‚Pharmazeutischen Zeitung‘ empfehlen, dass alle Personen – die eine Allergie auf Impfstoffbestandteile vermuten – vor der Impfung einen speziellen Allergietest vornehmen lassen sollten. Sollte dabei rauskommen, dass der Betroffene tatsächlich auf ‚Polysorbate‘ allergisch reagiert, kann auf einen mRNA-Impfstoff ausgewichen werden. Umgekehrt können all die Menschen, die wiederum allergisch auf PEG reagieren, auf einen Vektorimpfstoff oder eben auf „Nuvaxovid“ von Novavax ausweichen.

Nach Novavax könnte bald auch Valneva in der EU zugelassen werden

Alle in der EU zugelassenen Impfstoffe* sind Experten zufolge wirkungsvoll und gut verträglich. Und bald könnte noch ein sechster Impfstoff die Palette an verfügbaren Vakzinen ergänzen. Laut HEIDELBERG24* prüft die EMA derzeit die Zulassung von Valneva in der EU. In einer Studie zeigte der Valneva-Impfstoff eine starke Wirkung auf ‚Omikron‘*, was ihn gerade ein der aktuellen Phase der Pandemie nicht bloß für Ungeimpfte interessant macht. (jsn) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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