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Fortbildungen, die vor der Start-up-Gründung sinnvoll sind

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Die unterschiedlichsten Themen hat ein Gründer zu bedenken, bevor er das Abenteuer "Start-up" beginnt. Einige Fortbildungen sollten bereits im Vorfeld besucht werden.

Selbst wer eine Koryphäe auf seinem Spezialgebiet ist, kommt nicht umhin, noch vor dem Sprung in die Selbstständigkeit einiges an Grundwissen zu horten, um als Start-up-Gründer zu bestehen.

Der Grundbaustein jedes Unternehmens: die Rechtsform 

Wer den Traum eines eigenen Unternehmens hegt, muss dieser Idee vom eigenen Start-up zunächst einmal mit betriebswirtschaftlichem Know-how begegnen, denn zunächst steht die Entscheidung an, welche Rechtsform der Betrieb haben soll. Die grundsätzliche Entscheidung fällt zwischen Kapital- und Personengesellschacht. Dahinter verbergen sich spezielle Bezeichnungen, mit denen diverse Rechte und Pflichten einhergehen.

- Personengesellschaften. Zur Gründung einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) sind zwei Gründer nötig, deren Rechte und Pflichten idealerweise in einem Gesellschaftervertrag dokumentiert werden. Auch die PartG (Partnergesellschaft) ist eine Option für die Kombi-Gründung zweier Freiberufler. Die OHG (Offene Handelsgesellschaft) ist das Pendant zur GbR. Sie ist eine gute Wahl für Kaufleute. Die Kommanditgesellschaft (KG) ist für Single-Gründer gut geeignet, die auf kapitalgebende Partner setzen. Die GmbH & Co. KG ist eine Sonderform der Kommanditgesellschaft, bei der die GmbH-Seite für eine Haftungsbeschränkung sorgt. Auch die PartG gibt es mit dem Zusatz „mbH“, also mit beschränkter Haftung.

- Kapitalgesellschaften. Der Klassiker der Kapitalgesellschaften ist die GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung). Sie zu gründen, bedarf einer notariellen Beglaubigung. Die Start-up-Variante der GmbH ist häufig die Unternehmergesellschaft (UG), die leichter umsetzbar ist, weil sie kein Mindestkapital von 25.000 Euro vorschreibt, wie es beispielsweise bei der GmbH nötig ist. Auch die Gründung einer kleinen Aktiengesellschaft (AG) ist für einen Gründer denkbar. Er könnte hierbei als Vorstand und Aktionär in Personalunion fungieren.

Jeder Gründer muss entscheiden, welches (steuer-)rechtliche Gewand er seinem Unternehmen anlegt. Dabei handelt es sich zwar rein äußerlich nur um eine Buchstabenkombination, doch diese geht mit zahlreichen steuer- und finanzrechtlichen Pflichten und Rechten einher. Deswegen ist es sinnvoll, einen Crashkurs zu den möglichen Rechtsformen zu belegen, eine Gründerinformation zu den Rechtsformen, beispielsweise von der

IHK

, genau zu studieren oder sich im Idealfall von einem Rechtsanwalt oder Steuerberater beraten zu lassen.

Buchhaltung und Finanzen. Die Finanzen sind das Blut des Unternehmens 

Das Geld, das ein Gründer in seine Firma investiert, ist das Blut in den Adern des Betriebs, das heißt: Es ist überlebenswichtig. Genau aus diesem Grund ist es auch besonders wichtig zu verstehen, wie der finanzielle Apparat im Unternehmen funktioniert.

Grundsätzlich unterscheidet das Finanzamt in Unternehmensformen, die eine Bilanz ausweisen müssen und in andere Unternehmensformen, für die eine sogenannte einfache Buchführung ausreichend ist. Letztere besteht aus einer simplen

Einnahmen-Überschuss-Rechnung

, die einer Dokumentation aller Einnahmen und Ausgaben ähnelt. Bei der doppelten Buchführung wird der Unternehmer zur Gewinn- und Verlustrechnung verpflichtet. Dabei müssen alle Geschäftsvorfälle doppelt (und zwar auf Konten und Gegenkonten) erfasst werden. Als Faustregel gilt: Alle, die im Handelsregister stehen, also die AG, die GmbH und die OHG, müssen die aufwendigere, doppelte Buchführung absolvieren. Auch ab einer bestimmten Umsatz- bzw. Gewinngrenze kann die doppelte Buchführung zur Pflicht werden. Immer aus dem Schneider ist die Gruppe der Freiberufler, die grundsätzlich eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung (und damit eine einfachere Form der Buchhaltung) erstellen müssen.

Sich darüber zu informieren, welche Form der Buchhaltung für die selbst gegründete Firma rechtens ist, ist der erste wichtige Schritt. Darüber hinaus muss ein Grundverständnis für die buchhalterischen Vorgänge im Unternehmen bestehen. Damit können Gründer sich auch für den Einsatz einer Buchhaltungssoftware entscheiden, die sicherstellt, dass das erlernte buchhalterische Wissen auch rechtskonform angewendet wird.

Wie viel Personal ist eigentlich in einem neu gegründeten Unternehmen nötig? 

Die meisten Gründer werden an dieser Stelle abwinken – allein schon aus Kostengründen. Doch selbst wenn das Einstellen von Mitarbeitern aktuell noch keine Option ist, so ist es durchaus sinnvoll, sich zu überlegen, welche Aufgaben in einem Betrieb zu stemmen sind – mit oder ohne Fremdpersonal.

  • Produktion
  • Einkauf
  • Vertrieb 
  • Marketing 
  • Personal
  • Buchhaltung

Die zahlreichen Aufgaben, die sich hinter eben diesen Kategorien verbergen, sind in jedem (!) Unternehmen zu bewerkstelligen. Es ist eine Möglichkeit, diese Bereiche in Eigenregie zu stemmen, was unterm Strich die Entwicklung des Start-up-Unternehmens stark einbremsen kann. Wer einen Ausweg aus dem Dilemma zwischen Einstellung von Fremdpersonal und mangelnder Zeit fürs Unternehmen sucht, der kann sich moderner Methoden bedienen:

Vor allem im Bereich Marketing gibt es zahlreiche versierte Freelancer, die temporär begrenzt ihre Mitarbeit offerieren und somit kein Dauer-Kostenfaktor sind. So mancher lässt sich im Karriere-Netzwerk rekrutieren. Nach einer Grundausstattung mit Geschäftsdrucksachen und Marketingunterlagen darf der Gründer damit allein agieren. Die Produktion hingegen sollte tunlichst nicht mit temporär verfügbaren Arbeitskräften gestemmt werden, denn das Produkt oder die Dienstleistung, die angeboten wird, ist per se ein wichtiges Qualitätsmerkmal. Hier gilt es abzuwägen, ob kleinere Chargen angeboten werden, die dann in Eigenregie produziert werden können, oder ob es möglich ist, versiertes Personal zu finden, das langfristig für hohe Qualität sorgt.

Praxistipp: Wie viel Personal ein Unternehmen braucht, kann nur der Gründer selbst entscheiden. Wichtig ist es in erster Linie, die Bandbreite der Aufgaben im Unternehmen zu kennen, um entscheiden zu können, welche Stellen extern zu besetzen sind und welche zurückgestellt werden könnten (beispielsweise der Einkauf, wenn eine Dienstleistung angeboten wird).

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