Online-Shopping nach Corona jetzt noch mehr im Trend?

Ist Online-Shopping nach Corona jetzt noch mehr im Trend?

Computer-Tastatur mit einer Enter-Taste, auf der „Add to cart“ geschrieben steht und ein Einkaufswagen abgebildet ist.
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Wie beliebt ist Online Shopping nach der Corona-Pandemie in Deutschland?

Trotz dem Willen, lokale Händler zu unterstützen und vor Ort zu kaufen, ist mittlerweile schon wieder eine Trendumkehr in Richtung Online-Shopping zu bemerken.

Die Corona-Pandemie hat viele lokale Geschäftsbetreiber in ganz Deutschland zum Aufgeben gezwungen oder zumindest an den Rand ihrer Existenz gebracht. Viele Konsumenten haben vor allem zu Beginn des Lockdowns intensiv über ihr Konsum-Verhalten nachgedacht und sich vorgenommen, künftig wieder verstärkt Produkte im Handel vor Ort zu kaufen, um so die lokale Wirtschaft zu stärken. Ein paar Wochen später ist davon jedoch nicht mehr sehr viel zu bemerken. 

Was hat sich durch Corona beim Thema Online-Shopping verändert

Zunächst waren die Menschen sehr betroffen, dass durch den Lockdown viele Händler ihre Geschäfte nicht mehr öffnen durften und so teilweise ihre komplette Lebensgrundlage verloren ging. Das führte dazu, dass viele über ihr Kaufverhalten nachgedacht haben und zu dem Ergebnis gekommen sind, dass sie nicht immer alle Produkte gleich online bestellen müssen, sondern auch bei einem Händler vor Ort kaufen können. 

Demgegenüber stand jedoch, dass Geschäfte, in denen sonst eingekauft wurde, nun geschlossen waren und sich zunächst gar nicht die Möglichkeit bot, vor Ort einzukaufen. Auch großen Playern wie H&M brachen die Umsätze weg. Dies führte zu einer Suche nach entsprechenden Alternativen, die in diesem Zeitraum eben ausschließlich online zu finden waren. Die Kunden lernten dabei die Annehmlichkeiten des Online-Shoppings zu schätzen und bemerkten, dass sie für ihre gewünschten Produkte bisher eventuell viel zu hohe Preise bezahlten und gar nicht die Möglichkeit hatten, einen objektiven Preisvergleich durchzuführen. 

Plattformen wie Mein Deal, die darauf spezialisiert sind, besondere Schnäppchen im Internet zu finden, erfreuten sich während dieser Zeit besonderer Beliebtheit. Viele Menschen, die ohne Corona gar nicht die Zeit dafür gefunden hätten, sich mit entsprechenden Seiten im Internet zu beschäftigen, aber nun aufgrund von Arbeitszeitkürzungen auf der Suche nach Möglichkeiten für einen spannenden Zeitvertreib waren, haben bemerkt, wie aufregend die Suche nach Schnäppchen im Internet ist und wie viel Geld man damit sparen kann.

Zu guter Letzt begannen auch noch Personen Online-Shopping zu nutzen, die vorher nicht einmal im Traum darüber nachgedacht hatten. Gerade ältere Personen, denen während des Lockdowns geraten wurde, sicherheitshalber die eigenen vier Wände nur in ganz wichtigen Fällen zu verlassen, haben den Komfort von Online-Shopping zu schätzen gelernt und sich beispielsweise Lebensmittel vor die Haustüre liefern lassen. Ihre Kinder und Enkelkinder hatten in dieser Zeit ebenfalls mehr Zeit und somit auch die entsprechende Geduld, um den Eltern oder Großeltern ausführlich zu erklären, wie Online-Shopping funktioniert und wie sie vor allem sicher im Netz einkaufen können. 

Welche Online-Händler profitieren besonders von Corona?

Gerade die großen Plattformen wie Amazon und ebay, die auch vorher schon sehr gut im Geschäft waren, sind auch durch Corona nicht untergegangen. Zwar mussten auch sie teilweise Umsatzeinbußen in Kauf nehmen, diese fielen im Vergleich zum Einzelhandel und zu kleinen Online-Unternehmen aber vergleichsweise gering aus. Insgesamt ist der Online-Umsatz im März 2020 in Deutschland über alle Handelskategorien um knapp 18 Prozent gesunken. Die Amazon-Aktie hat sich jedoch längst wieder von ihrem Kurssturz erholt und hat mittlerweile einen deutlich höheren Kurs als vor der Corona-Pandemie.

Folgende Produkte waren in den letzten Wochen auf ebay und Amazon der Renner:

  • Atemschutz-Masken (vor allem Modelle der Klasse FFP-3)
  • Einweghandschuhe
  • Haltbare Nahrungsmittel wie Mehl, Trockenhefe und Nudeln
  • Technische Geräte für die Kommunikation von zuhause (Webcams, Headsets, Bluetooth Kopfhörer). In diesem Zusammenhang fanden auch die berühmten Apple AirPods reißenden Absatz.
  • Hygiene-Produkte wie beispielsweise Haarschneide-Maschinen 
  • Klassische „Zeitvertreiber-Produkte“ wie Puzzles, Bastel-Sets und dicke Bücher

Der Trend geht zu Second Hand und Tauschkreiseln

Da viele Geschäfte nicht geöffnet hatten, machten sich viele Menschen Gedanken darüber, welche alternativen Möglichkeiten es zum „klassischen“ Online-Shopping gibt. Dabei kam es zu einem starken Comeback eines Trends längst vergangener Tage: dem Tauschhandel und dem Erwerb von gebrauchten Produkten. Second-Hand liegt voll im Trend und die Produktpalette der Händler ist mittlerweile sehr unterschiedlich:

AnbieterSortiment
MedimopsMedimops ist der größte Shop für gebrauchte Medien und bietet hauptsächlich Bücher, Filme, CDs, DVDs und Spiele an.
Booklooker.deAnders als bei anderen Plattformen werden hier Bücher, Filme, Musik und Spiele zum Fixpreis verkauft.
RefurbedBei Refurbed finden sich vor allem gebrauchte, aber rundum erneuerte Elektronikgeräte wie Computer und Smartphones.
MomoxMomox bietet ein ähnliches Sortiment wie Medimops. Vor allem ist es hier sehr einfach, seine eigenen Produkte vom Unternehmen ankaufen zu lassen.
UbupUbup gehört ebenfalls zum Momox-Universum und bietet unter dieser Marke gebrauchte Kleidung für Damen, Herren und Kinder an.

Die Essenslieferanten gehören zu den großen Gewinnern

Auch wenn man während des Lockdowns viel Zeit hatte: Irgendwann wollte man sich zwischendurch etwas gönnen und nicht jeden Tag selbst kochen. Darüber hinaus gibt es vor allem in größeren Städten mittlerweile viele Menschen, die allein wohnen und gar nicht wissen, wie sie sich selbst eine warme Mahlzeit zubereiten können. Da Restaurants und Fast-Food-Läden für den Besuch geschlossen blieben, waren Sie daher darauf angewiesen, ihr Essen bei einem Lieferdienst zu bestellen. 

Vielen Menschen haben während dieser Zeit erkannt, wie einfach das funktioniert und wie komfortabel man zu einer guten Mahlzeit eines Essensanbieters in der Umgebung kommt. Deshalb ist davon auszugehen, dass aus diesem kurzfristigen Trend ebenfalls eine nachhaltige Entwicklung wird. 

Fazit: Die Schere ist während Corona noch größer geworden

Auch wenn die Vorsätze vieler Konsumenten anders lauten. Während der Corona-Pandemie ist die Schere sogar noch größer geworden und die Umsätze haben sich noch mehr in Richtung Online-Handel verlagert. 

Es sieht aktuell nicht so aus, als würde sich dieser Trend in den nächsten Wochen und Monaten radikal umkehren. Im Gegenteil: Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Nachdem viele Konsumenten während des Lockdowns ihr Kaufverhalten verändern mussten und sich nun aber bereits an die Änderungen und die damit verbundenen Vorteile gewöhnt haben, ist nicht davon auszugehen, dass sie trotz aller Beteuerungen und Lippenbekenntnisse nun wieder verstärkt den stationären Handel aufsuchen werden. 

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