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Rente erst mit 70? Ökonomen machen klare Ansage: „68 reicht nicht“

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Von: Anne Hund

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Das Renteneintrittsalter und die Bezugsdauer der Rente sind angestiegen.
Die Debatte ums Rentenalter scheint nicht abzureißen. © Patrick Pleul/dpa

Weil die Lebenserwartung steigt, sollte man erst mit 70 Jahren in Rente gehen. Das ergab eine Berechnung des Instituts der Deutschen Wirtschaft.

Die Debatte übers Rentenalter scheint nicht abzureißen. Kürzlich hatte der Wissenschaftliche Beirat des Bundeswirtschaftsministeriums eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 68 Jahre bis zum Jahr 2042 vorgeschlagen, was bei Union und SPD aber auf Ablehnung stieß.

IW untermauert Forderung nach Rente mit 70: „68 reicht nicht“

Kurz danach folgte schon der nächste Vorschlag von Wirtschaftsexperten in Sachen Rentenerhöhung. Diesmal vom arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft (IW): Das IW schlägt auf lange Sicht einen Rentenbeginn sogar erst mit 70 Jahren vor. Nach geltender Rechtslage wird die Altersgrenze für die Rente ohne Abschläge bis 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben.

„Mit einer fortgesetzten Anhebung der Regelaltersgrenze bis auf 70 Jahre ab 2052 ließe sich der Beitragsanstieg [...] bremsen und gleichzeitig das Sicherungsniveau stabilisieren“, heißt es in einem Kurzbericht des IW der Deutschen Presse-Agentur (dpa) zufolge. Als eine Möglichkeit wird demnach genannt, den Rentenbeginn im Zeitraum nach 2031 pro Jahr um zwei Monate anzuheben. Begründet wird dies mit der steigenden Lebenserwartung der Menschen.

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Debatte um höheres Rentenalter: Was Ökonomen sagen

Aus Sicht des IW geht der Beiratsvorschlag nicht auf, wie dpa weiter berichtete: „68 reicht nicht“, heiße es von dem Institut. Studienautor Jochen Pimpertz verweise auf andere EU-Staaten: In Dänemark gelte ab dem Jahr 2030 eine Altersgrenze von 68 Jahren und in den Niederlanden sei die Rente mit 67 schon heute Realität. „Außerdem passen beide Länder das Rentenalter bei weiter steigender Lebenserwartung regelgebunden an“, heißt es laut dpa in der Kurzstudie.

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Mit Blick auf Deutschland schreibe Pimpertz: „Was ökonomisch unvermeidbar erscheint, würde den Bürgern hierzulande vor allem Planungssicherheit verschaffen – sowohl mit Blick auf die ergänzende Privatvorsorge als auch bei der Berufswahl und der (Weiter-)Bildungsentscheidung.“ Die Rente mit 70 hatte das IW schon vor einigen Jahren gefordert. Nun untermauert es diese Haltung mit neuen Modellberechnungen. Soweit zu den Vorschlägen seitens der Ökonomen.

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Rentenalter weiter raufsetzen? Gegenwind aus der Politik

Aber: Nach geltender Rechtslage wird die Altersgrenze für die Rente ohne Abschläge bis 2029 schrittweise von 65 auf 67 Jahre angehoben. Schon am Vorschlag des wissenschaftlichen Beirats des Bundeswirtschaftsministeriums zur Anhebung des Renteneintrittsalters auf 68 Jahre hatte es seitens der Politik viel Kritik gegeben. Auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lehnt eine Anhebung des Renteneintrittsalters auf 68, wie von dem Beratergremium seines Hauses empfohlen, ab. Das Rentenalter sei in der großen Koalition (2005-2009) „auf Vorschlag des geschätzten Kollegen“ Franz Müntefering (SPD) auf 67 Jahre festgesetzt worden. „Dabei sollte es bleiben, das ist seit Jahren meine Meinung“, schrieb Altmaier am Dienstag (8. Juni) bei Twitter. Der Wissenschaftliche Beirat des Wirtschaftsministeriums sei unabhängig. Seine Vorschläge seien weder für das Ministerium noch für den Minister bindend. (ahu)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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