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Die Urteile zum Tod eines 15-Jährigen auf einem Bremer Sportplatz sind gefallen.

Cliquen-Treffen eskalierte

8,5 Jahre Haft für Mord auf Bremer Sportplatz

Bremen - Jugendliche feiern mit Alkohol und Drogen in einer Bremer Wohnung. Nachts gehen vier von ihnen auf einen Sportplatz. Ein 15-Jähriger stirbt. Sein Mörder ist jetzt verurteilt.

Sie waren eine Clique, tranken zusammen Alkohol, rauchten Joints und chatteten mit ihren Smartphones. Doch am 1. Oktober 2014 eskalierte ein Treffen der vier Jugendlichen und endete für einen 15-Jährigen tödlich. Wegen des gewaltsamen Todes des Jungen auf einem Sportplatz in Bremen muss ein 21-Jähriger ins Gefängnis. Die Große Jugendkammer des Landgerichts verurteilte ihn am Montag wegen Mordes zu achteinhalb Jahren Haft.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er das Opfer gemeinsam mit zwei anderen jungen Leuten zunächst zusammengeschlagen hatte. Später erstach der Haupttäter den 15-Jährigen mit 27 Stichen in den Hals. „Das war Mord zur Verdeckung einer Straftat“, sagte der Vorsitzende Richter Christian Zorn. Warum es zu der Gewalttat gegen das jüngste Mitglied der Clique kam, blieb im Prozess weitgehend unklar.

Schon mit den Schlägen und Tritten gegen den Kopf hätten die jungen Leute tödliche Verletzungen ihres Opfers in Kauf genommen, sagte Zorn. Deshalb hätten sich alle drei auch wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung schuldig gemacht. Ein 18-jähriges Mädchen verurteilte die Kammer zu zwei Jahren Jugendstrafe, ein gleichaltriger Junge wird in der Psychiatrie untergebracht. Der 18-Jährige habe sich auch der Beihilfe zum Mord schuldig gemacht.

Schon beim Strafmaß senkten die Angeklagten ihre Köpfe und zogen Kapuzen und Sweatshirts vor ihre Gesichter. Fast regungslos verharrten sie, nur beim 18-Jährigen sah man an den Bewegungen des Oberkörpers, dass er von Weinkrämpfen geschüttelt wurde. Am Ende der Urteilsverkündung blickten sie starr vor sich hin. Die beiden jungen Männer wurden in Handschellen abgeführt. Der Haftbefehl gegen die 18-Jährige wurde aufgehoben, damit sie umgehend mit einer Therapie beginnen kann. Darüber muss sie dem Gericht regelmäßig berichten. „Sie muss vor weiterem exzessiven Cannabisgebrauch bewahrt werden“, sagte Zorn.

In allen Einzelheiten schilderte Zorn den Tattag. Die vier Jugendlichen seien gemeinsam zum Sportplatz gegangen. „Schon auf dem Weg dahin gab es den ersten Schlag auf den Hinterkopf.“ Auf dem abgelegenen, dunklen Platz sei der 15-Jährige geschlagen und mit voller Wucht gegen den Kopf getreten worden. Als das Opfer noch versuchte wegzulaufen, sei er weiter von den Angeklagten attackiert worden. „Das Opfer spukte Blut und röchelte.“

Das Gericht wertete nach Angaben Zorns auch die Smartphones der Angeklagten und ihre Beiträge in sozialen Netzwerken aus. „Da wird ausufernd und beliebig kommuniziert.“ Ihr Opfer hatten die Angeklagten gefilmt, auch diese Videoclips schaute sich das Gericht an. In der Hauptverhandlung hatten die Beschuldigten nichts zugegeben, sondern Erklärungen über ihre Anwälte abgegeben. „Dabei versuchten sie zum Teil, den eigenen Tatbeitrag zu schönen“, sagte Zorn. Vor dem Amtsrichter hätten sie kurz nach der Tat allerdings Geständnisse abgelegt.

Das Gericht kam zu dem Schluss, dass alle drei Täter unterschiedliche Persönlichkeitsstörungen haben. Der 21-Jährige sei aber im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte gewesen, als er den Jüngsten aus der Gruppe erstach. „Er wird deshalb eine langjährige Jugendstrafe verbüßen müssen“, sagte der Richter. Die beiden Männer müssen zudem 10 000 Euro Schmerzensgeld nebst Zinsen an die Eltern des Opfers zahlen.

dpa

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