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Bill Gates zum Klimaschutz: „Wir müssen alles stilllegen und neu beginnen“

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Von: Nadja Pohr

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Bill Gates
Der Microsoft-Gründer Bill Gates warnt, dass man in den nächsten Jahren in Sachen Technologien zum Klimaschutz deutlich schneller vorankommen müsse. © IMAGO/Kyodo News

Seit vielen Jahren setzt sich Microsoft-Gründer und Multimilliardär Bill Gates für den Klimaschutz ein. Nun veröffentlichte er seine Sicht auf die aktuelle Situation rund um den Klimawandel.

Stuttgart - Bill Gates ist längst nicht mehr nur als Gründer des Technologieunternehmens Microsoft bekannt. Der Unternehmer ist auch ein Wohltäter und setzt sich seit vielen Jahren unter anderem für den Klimaschutz ein. In seinem Jahresbrief zum Klimawandel gibt er nun einen interessanten Überblick über die derzeitige Situation auf unserer Welt. Außerdem beschreibt er, welche Maßnahmen bereits umgesetzt wurden und welche noch fehlen. Dass man bei einigen Themen auf Gates hören sollte, hat sich in der Vergangenheit schon bewiesen - vor 20 Jahren hat er bereits sechs Dinge vorhergesagt, die sich bewahrheitet haben.

Bill Gates will für den Klimaschutz „alles stilllegen und neu beginnen“

In seinem Brief zum Klimaschutz schreibt Bill Gates: „Wir nutzen so viel Energie und haben so viel in Maschinen investiert, um sie zu generieren. Jetzt, innerhalb von 30 Jahren, müssen wir alles stilllegen und mit sauberen Technologien von vorn anfangen.“ Optimistisch für die Zukunft stimme ihn jedoch, dass private und öffentliche Investitionen in saubere Technologien stark zunahmen. „Ich glaube immer noch, dass wir eine Klimakatastrophe vermeiden können“, sagt Gates. Dennoch steigen die Emissionen weiter und der jährliche CO2-Ausstoß der Welt bleibt weiterhin bei 51 Milliarden Tonnen, obwohl er längst bei null liegen müsste.

Der Microsoft-Gründer warnt, dass man in den nächsten Jahren deutlich schneller vorankommen müsse. „Alles und überall“ müsse auf den Prüfstand. So zum Beispiel auch die verarbeitende Industrie, wie Zement-, Kunststoff- und Stahlindustrie, die laut Bill Gates mit 30 Prozent Anteil als stärksten Verursacher von Emissionen gilt. Zudem sei das Abwenden einer Katastrophe nur als gemeinsame, globale Anstrengung möglich. Vor allem Europa und Nordamerika wären der Welt schuldig, neben der Beseitigung ihrer eigenen Emissionen auch aggressiv zu investieren. Dadurch würden andere Länder den Treibhausgasstopp schaffen und zugleich ihre Wirtschaft ausbauen und ihren Lebensstandard verbessern können, wie t3n.de berichtet.

Für das „Problem ‚alles und überall‘“, wie Gates es bezeichnet, gibt es drei Lösungen - Innovation, Kostensenkungen und Infrastruktur ersetzen. Neue saubere Technologien müssen erfunden werden, um jedes emissions-intensive Verfahren zu ersetzen. Die Kosten dafür müssen gesenkt, die alte Infrastruktur stillgelegt und die Umsetzung der neuen Methoden sofort gestartet werden.

Forschung ist laut Bill Gates ein Schlüssel zum Erfolg beim Klimaschutz

In erster Linie sei dafür ein Plan notwendig. Schon im vergangenen Jahr stellte Bill Gates bereits eine Idee vor, wie man die Welt retten könne. Für ihn liegt der Schlüssel zum Erfolg beim Klimaschutz, indem man weiter intensiv forscht und entwickelt. Schwerpunkte müssen nachhaltige Kraftstoffe für Langstreckenflüge, erschwingliche Verfahren zur Abscheidung von CO₂ und zusätzliche regenerative Energiequellen sein. Seinen Berechnungen nach werde sich die weltweite Nachfrage nach Energie verdoppeln, wenn nicht verdreifachen, da immer mehr Prozesse elektrifiziert werden.

Der Multimilliardär glaubt zudem, dass eine stärkere Einbindung der Menschen zu einer besseren Planung und Standortwahl führen. Er fordert deshalb auch ein faires, hilfreiches Verfahren, damit die Maßnahmen ausgeweitet und die Menschen bei den Auswirkungen des Klimawandels unterstützt werden können. „Dies ist die schwierigste Herausforderung, der sich die Menschen je gestellt haben“, schreibt Bill Gates.

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