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Herzmuskelentzündung nach Corona-Impfung mit Biontech? Studien sollen Aufschluss geben

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Von: Tobias Utz

Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer
Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer. © Roberto Casimiro/Imago Images

Nach Impfungen mit Biontech/Pfizer häuften sich die Fälle von Herzmuskelentzündungen. Eine Studie sieht einen Zusammenhang – die Wissenschaft ist gespalten.

Jerusalem/Mainz – Zuletzt wurden mehrere Fälle von Herzmuskelentzündungen als Folge von Corona*-Impfungen mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer beobachtet. Insbesondere junge Männer erlitten diese. Bislang ist unklar, ob tatsächlich ein Zusammenhang zwischen der Injektion des viel verwendeten Impfstoffs und der Entzündung existiert.

Die Fälle fielen mehrheitlich in Israel auf. Laut Angaben der israelischen Regierung traten unter fünf Millionen Geimpften zwischen Dezember 2020 und Mai 2021 insgesamt 275 Fälle auf. Eine vorläufige Studie verwies auf Fälle, welche sich nach der zweiten Biontech/Pfizer-Impfung ereigneten. Demnach sei vor allem die männliche Altersgruppe zwischen 16 und 30 Jahren anfällig, besonderer Fokus lag dabei jedoch auf den 16- bis 19-Jährigen. Von Herstellerseite wird darauf verwiesen, dass die Befunde aus Israel bekannt seien, man bislang jedoch keinen Zusammenhang erkenne.

Corona: Herzmuskelentzündungen nach Biontech-Impfungen – Studien laufen

Das US-Unternehmen Pfizer ließ verlauten, dass keine höhere Rate an Herzmuskelentzündungen beobachtet worden sei, als üblich. Man stehe im engen Austausch mit den israelischen Gesundheitsbehörden, hieß es. Neben weiteren Studie von israelischer Seite hatte zuletzt auch die Beratungsgruppe der US-Seuchenbehörde CDC vor einem möglichen Zusammenhang der Biontech/Pfizer-Impfung mit den Entzündungen von Herzmuskeln gewarnt. Deshalb wurden zusätzlich Untersuchungen von mRNA-Impfstoffen mit speziellem Fokus auf die Fälle in Israel empfohlen. Neben dem genannten Vakzin handelt es sich auch bei dem Impfstoff des Herstellers Moderna um ein mRNA-Vakzin.

Wer im Fall von Corona-Impfschäden haftet

Schwere Komplikationen nach einer Corona-Impfung sind sehr selten. Doch wer übernimmt die Verantwortung, wenn man Impfschäden davonträgt?*

Mehrheitlich nahmen die Fälle der Herzmuskelentzündungen in Israel ein gutes Ende. Wie die Jerusalem Post berichtete, konnten die meisten Patientinnen und Patienten die Krankenhäuser nach einem Aufenthalt wieder verlassen. Lediglich zwei Fälle von Herzmuskelentzündungen endeten tödlich und stellen die Forschung vor ein weiteres Rätsel – denn: Beide Verstorbenen hatten keinerlei Vorerkrankungen. Auch in diesem Bereich soll weiter geforscht werden.

Israel genehmigte – unbeeindruckt von den Untersuchungen – kürzlich die Corona-Impfung von 12- bis 15-Jährigen. Nachman Asch, Koordinator der Corona-Pandemiebekämpfung im Land, sagte: „Die Vorteile überwiegen die Risiken.“ Die Einschätzung teilte und bestätigte schließlich auch das israelische Gesundheitsministerium. „Die Fälle von Herzmuskelentzündungen bei 16- bis 19-Jährigen waren selten und sind meist ohne Komplikationen verlaufen“, hieß es in der Mitteilung des Ministeriums. Ob für die Corona-Impfungen bei Kindern ausschließlich Biontech/Pfizer-Impfstoff verwendet wird, ist unklar. Corona-Impfungen von Kindern werden in Deutschland derzeit kritisch beäugt. Der Chef der Ständigen Impfkommission äußerte sich kürzlich dazu.* (tu mit dpa/AFP) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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