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Corona-Zahlen in Deutschland steigen rasant: Todeszahlen höher als vor einem Jahr - RKI gibt Erklärung

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Von: Patrick Huljina, Jennifer Lanzinger

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Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland wieder stark an. Das RKI gab nun eine EInschätzung zu den gestiegenen Todeszahlen ab. Der News-Ticker.

Update vom 4. November, 18 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen aktuell auch in Deutschland wieder rasant an (siehe Erstmeldung). Und auch die Todeszahlen bewegen sich auf einem relativ hohen Niveau. Nach RKI-Angaben stiegen die Todeszahlen seit Kalenderwoche 30 wieder an und stagnieren seit Woche 37 bei knapp 370 Todesfällen pro Woche. Dieser Wert ist aber deutlich höher als er noch vor gut einem Jahr war. Im September und Oktober 2020 lag die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit Corona pro Woche meist unter 100 (72 etwa in Kalenderwoche 40). Das überrascht - schließlich sind mittlerweile knapp 66 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Virus geimpft (Stand 26. Oktober 2021).

Gegenüber Focus.de gab das RKI nun eine Einschätzung ab, warum die Todeszahlen 2021 trotz Impfung höher sind als noch im Vorjahr.

Update vom 4. November 2021, 12.55 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Ärzteverbände wollen mit einer einheitlichen Linie für mehr Auffrischungsimpfungen werben. Eine solche Impf-Verstärkung („Booster“) soll demnach allen Geimpften angeboten werden, die vor sechs Monaten ihre Impfserie abgeschlossen haben, wie es nach einer Videokonferenz Spahns mit mehreren Verbänden am Donnerstag aus Teilnehmerkreisen hieß. Insbesondere sollten Ältere, medizinisches Personal und Menschen mit Immunschwäche „geboostert“ werden.

Die Kampagne für Auffrischungsimpfungen solle so vereinheitlicht und angepasst werden, hieß es aus den Kreisen. Vorgesehen ist demnach auch eine Information dazu an die Praxisärzte. Zuletzt hatte es Diskussionen gegeben, wie groß der Kreis für Impf-Verstärkungen sein soll. Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt sie vorerst in engerem Rahmen unter anderem ab 70 Jahre, worauf sich auch Ärztevertreter bezogen. Spahn setzt sich für „Booster“ auf breiterer Front ein, die laut Impfverordnung generell für alle möglich sind.

Die Sechs-Monats-Frist erreiche nun zunächst Menschen, die ohnehin noch nach der damals geltenden Prioritäts-Reihenfolge geimpft wurden, hieß es zur Erläuterung - rein kalendarisch also, wenn man bis Anfang Mai seine vollständige Impfung bekommen hatte. Demnach in Frage kämen momentan mehr als zehn Millionen Menschen, einbezogen auch Geimpfte mit Johnson & Johnson sowie Menschen mit Immunschwäche. Eine Auffrischungsimpfung erhalten haben laut Robert-Koch-Institut bisher 2,36 Millionen Menschen.

Update vom 4. November 2021, 12.40 Uhr: In Deutschland hat es im vergangenen Jahr wegen der Coronapandemie fast fünf Prozent mehr Todesfälle gegeben. Insgesamt starben 985.572 Menschen, das waren 4,9 Prozent mehr als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Donnerstag mitteilte. Vier Prozent aller Todesfälle gingen direkt auf Covid-19 zurück - bei 39.758 Menschen war dies die ausschlaggebende Todesursache. Nicht enthalten sind jene Fälle, bei denen Corona auf dem Totenschein als Begleiterkrankung dokumentiert wurde.

Neuinfektionen in Deutschland so hoch wie noch nie - Merkel-Vertrauter schlägt Alarm: „Dringend boostern“

Update vom 4. November 2021, 11.30 Uhr: Die Corona-Werte steigen in Deutschland immer weiter (siehe Ursprungsmeldung), doch im Vergleich zieht die Impf-Bereitschaft auch trotz einer immer stärker werdenden vierten Welle nicht mehr deutlich an. Kanzleramtsminister Helge Braun erklärt im Gespräch mit Bild: „Vollständig geimpft zu sein bedeutet, dass man einen sehr guten Schutz davor hat, schwer an Corona zu erkranken oder gar daran zu versterben. Aber, wenn die vollständige Impfung – also in der Regel zwei Impfungen – länger als sechs Monate her ist, sehen wir immer mehr Impfdurchbrüche, gerade bei Älteren.“

Wie Braun in dem Interview weiter berichtet, sei die Booster-Impfung aus diesem Grund nicht nur eine Option, sondern dringend notwendig. Vor allem ältere Menschen sollten nun handeln, da bei ihnen oftmals die zweite Impfung bereits mehr als sechs Monate her sei. „Was mich ehrlich gesagt irritiert: Wir haben im August auf der Gesundheitsministerkonferenz zwischen Bund und Ländern vereinbart, dass diese dritte Impfung erforderlich ist. Und erst jetzt, wo die Zahlen wieder steigen, merken alle, welche Dringlichkeit dahintersteht“, so Braun weiter.

Update vom 4. November 2021, 9.50 Uhr: Eine 55 Jahre alte Frau war am Mittwoch ohne Mund-Nasenschutz im Flughafen Frankfurt unterwegs, bei einer Kontrolle durch die Polizei sind die Beamten dann auf einen Haftbefehl gegen die Frau gestoßen. Die 55-Jährige wurde umgehend verhaftet. Wie die Polizei am Donnerstag mitteilte, war die Frau in der Vergangenheit bereits wegen Verstößen gegen das Infektionsschutzgesetz aufgefallen.

Zudem lag ein Vollstreckungshaftbefehl wegen Diebstahls gegen sie vor. Im Juli dieses Jahres war sie zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt worden. Dafür muss die 55-Jährige nun eine Ersatzfreiheitsstrafe von 100 Tagen absitzen. Weil bei ihrer Durchsuchung Marihuana gefunden wurde, wird außerdem wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.

RKI meldet neuen Corona-Rekord: Zahl der Neuinfektionen in Deutschland so hoch wie noch nie

Ursprungsmeldung vom 4. November 2021: Berlin - Die Corona*-Lage in Deutschland ist weiterhin angespannt. Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen hat am Donnerstagmorgen (4. November) einen neuen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert-Koch-Institut (RKI)* 33.949 neue Corona-Fälle innerhalb eines Tages. Das sind 172 mehr als am 18. Dezember 2020. Vor einer Woche (28. Oktober) hatte der Wert noch bei 28.037 Ansteckungen gelegen.

Corona in Deutschland: RKI meldet neuen Rekord bei Neuinfektionen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz* lag am Donnerstag laut RKI bei 154,5. Am Vortag hatte der Wert bei 146,6 gelegen, vor einer Woche bei 130,2. Es blieb zunächst offen, inwiefern der Feiertag Allerheiligen am Montag (1. November) in fünf Bundesländern eine Rolle bei der Entwicklung der Zahlen spielte.

Beim bisherigen Höchstwert am 18. Dezember 2020 waren binnen 24 Stunden 33.777 Corona-Fälle* gemeldet worden. Darin waren allerdings rund 3500 Nachmeldungen aus Baden-Württemberg vom Vortag enthalten. Der Rekordwert in der dritten Infektionswelle hatte am 22. April 2021 bei 29.518 Neuinfektionen gelegen.

Jens Spahn, (r., CDU) geschäftsführender Bundesgesundheitsminister, steigt mit Mund-Nasen-Schutz in ein Fahrzeug nach einer Pressekonferenz u.a. zu Auffrischungs-Impfungen gegen Corona, in der Bundespressekonferenz.
Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht noch kein Ende der Corona-Pandemie. © Kay Nietfeld/dpa

Corona in Deutschland: Hospitalisierungs-Inzidenz steigt ebenfalls

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona*-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen – den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter – gab das RKI am Mittwoch mit 3,62 an (Dienstag: 3,29). Bei dem Indikator muss jedoch berücksichtigt werden, dass Krankenhausaufnahmen teils mit Verzug gemeldet werden.

Ein bundesweiter Schwellenwert, ab wann die Lage kritisch zu sehen ist, ist für die Hospitalisierungs-Inzidenz unter anderem wegen großer regionaler Unterschiede nicht vorgesehen. Der bisherige Höchstwert lag um die Weihnachtszeit des vergangenen Jahres bei rund 15,5.

In Bayern wurden die Corona-Regeln aufgrund der angespannten Lage bereits verschärft. Die Maßnahmen sind allerdings in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. Virologe Hendrik Streeck* räumte nun mit einem Missverständnis auf. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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