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Schule mit oder ohne Maske? Kinder- und Jugendärzteverband übt heftige Kritik: „Wir quälen Kinder“

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Von: Patrick Huljina

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Maske im Unterricht, im Schulgebäude, oder gar nicht mehr: Die Regeln in Deutschland unterscheiden sich. Ein Kinderarzt fordert nun das Ende der Corona-Maßnahme.

München/Berlin - Als einen „Rückfall in die wildeste Kleinstaaterei“ bezeichnete Heinz-Peter Meidinger die aktuellen Corona*-Regeln an Schulen in Deutschland. Sie seien nicht einheitlich, bemängelte der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes im Gespräch mit der Rheinischen Post. Insbesondere die Maskenpflicht wird von Bundesland zu Bundesland anders gehandhabt. Ein Berliner Kinderarzt forderte nun das Ende dieser Maßnahme – für alle Kinder.

Verband der Kinder- und Jugendärzte mit heftiger Kritik: „Wir quälen Kinder“

„Jetzt ist endlich wieder Zeit, normalen Unterricht zu machen, normal durch Mund und Nase atmen zu können, ohne dass hier eine Beschränkung durch die Maske da ist“, sagte Jakob Maske am Montag (4. Oktober) im Deutschlandfunk. Kinder und Jugendliche hätten „genug gelitten“, zurückgesteckt und Rücksicht auf ältere Altersgruppen genommen, so der Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte.

„Wir quälen Kinder mit Maske, wir quälen sie mit Testen etc.“, fuhr Maske fort. „Das ist die einzige Gruppe, die sich das gefallen lassen muss, weil sie sich nicht selber wehren kann.“ Lehrerverbände setzten sich zuletzt für eine Fortsetzung der Maskenpflicht ein. Sie hätten Angst um ihre Lehrer und kümmerten sich wenig um die Rechte der Kinder, kritisierte der Verbandssprecher der Kinder- und Jugendärzte. „Das ist sehr bedrückend“, so Maske.

Die achtjährige Anna sitzt in der privaten Nachhilfeschule „Dr. C. Sussieck“ während einer Deutschstunde an einem Tisch vor einem Übungsblatt.
Schule mit oder ohne Maske? Der Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte fordert ein Ende der Maßnahme. (Symbolbild) © Uwe Anspach/dpa

Berliner Kinderarzt: „Wann wollen wir denn zur Normalität zurückkehren?“

Natürlich würde sich das Coronavirus* dadurch wieder schneller verbreiten, sagte der Kinderarzt. „Aber wir sind wenig besorgt, weil Kinder sehr, sehr, sehr selten wirklich schwer erkranken.“ Sie sollten aber weiter durch Corona-Impfungen* des Schulpersonals und der Lehrer geschützt werden.

„Wann wollen wir denn zur Normalität zurückkehren? Wollen wir jetzt immer Maske tragen?“, fragte Maske weiter. Infektionen gebe es immer. Das Coronavirus* sei für diese Altersgruppe relativ harmlos. „Wir wollen das nicht herunterspielen, es gibt einzelne schwere Verläufe, gar keine Frage, aber es ist ein im Moment für Kinder harmloser Infekt“, so der Kinderarzt.

Maskenplicht in der Schule: Experten sind sich nicht einig

In Bayern müssen Kinder seit Montag im Unterricht keine Masken mehr tragen. Eine Entscheidung, mit der längst nicht alle Experten einverstanden sind. Die Virologin Melanie Brinkmann vom Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung hatte sich beispielsweise gegen eine Abschaffung der Maskenpflicht an Schulen ausgesprochen. „Bei der hohen Anzahl an Nicht-Geimpften, und hierzu zählen die Kinder, halte ich diese Entscheidung für verfrüht – und ehrlich gesagt auch für ziemlich dumm“, sagte sie der Rheinischen Post.

Auch RKI-Chef Lothar Wieler lehnte eine Aufhebung der Maßnahmen ab. Man sehe keinen Anlass, zumindest bis zum Frühjahr 2022 an der Empfehlung zu Corona-Schutzmaßnahmen an Schulen, Kitas und in Alten- und Pflegeheimen zu rütteln, erklärte er bei einer Pressekonferenz am Mittwoch (6. Oktober). Der Virologe Klaus Stöhr schloss sich hingegen eher der Meinung von Maske an. Der Wissenschaftler sprach sich in der Neuen Osnabrücker Zeitung für das Ende aller Corona-Maßnahmen – einen sogenannten „Freedom Day“ – für Minderjährige aus. (ph/dpa) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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