Welle schwappt über ganzes Land

Corona in den USA: WHO warnt vor Klinik-Kollaps - „Scheitern beim Versuch, Virus zu kontrollieren“

US-Präsident Joe Biden und Vize-Präsidentin Kamala Harris gedenken der zahlreichen Corona-Opfer in den USA.
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US-Präsident Joe Biden und Vize-Präsidentin Kamala Harris gedenken der zahlreichen Corona-Opfer in den USA.

Corona trifft die USA weiterhin mit voller Härte. Die WHO warnt vor einem Klinik-Kollaps. Die Zahl der Corona-Toten übersteigt die Zahl der verstorbenen US-Soldaten im Zweiten Weltkrieg.

  • Die USA verzeichnen täglich sechsstellige Zahlen an neuen Corona-Infektionen.
  • Neben den weltweit meisten Fällen weist das Land auch mehr Todesfälle auf als jede andere Nation.
  • Inzwischen verzeichnet das Land mehr Corona-Tote als im Zweiten Weltkrieg gestorbenen US-Soldaten. (Siehe Update vom 21. Januar, 07.20 Uhr)
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 21. Januar, 07.20 Uhr: Die Corona-Fallzahlen in den USA haben inzwischen einen tragischen Rekordwert erreicht: Nach Angaben der Johns-Hopkins-Universität wurden bis zum späten Mittwochabend (Ortszeit) insgesamt rund 406.000 Todesfälle in Zusammenhang mit Coronavirus-Infektionen seit Beginn der Pandemie verzeichnet.

Somit liegt die Zahl der Corona-Toten in den USA inzwischen höher als jene der während des Zweiten Weltkriegs im Kampf gefallenen oder auf andere Weise gestorbenen US-Soldaten. Insgesamt 405.399 Soldaten der US-Streitkräfte waren im Zweiten Weltkrieg nach Angaben des US-Veteranenministeriums gestorben.

Corona in den USA: WHO warnt vor Klinik-Kollaps - „Scheitern beim Versuch, Virus zu kontrollieren“

Update vom 20. Januar, 06.41 Uhr: Die USA zählen weltweit zu den Ländern, die am stärksten von der Corona-Pandemie betroffen sind. Angesichts weiter steigenden Corona-Infektionszahlen warnt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nun vor einem Kollaps der Kliniken in Nord- und Südamerika.

Neben den USA sind in dieser Region auch Brasilien und Mexiko stark von der Pandemie betroffen. Viele Krankenhäuser seien dort bereits an die Grenzen ihrer Kapazitäten gestoßen, so Clarissa Etienne, Direktorin der Pan-Amerikanischen Gesundheitsorganisation (Paho), eine Regionalorganisation der WHO. Sie macht sich große Sorgen wegen der hohen Belegungszahlen der Betten auf den Intensivstationen. Zudem herrsche in bestimmten Regionen ein Mangel an medizinischem Sauerstoff.

„In der vergangenen Woche haben wir über 2,5 Millionen neue Covid-19-Fälle in der Region registriert - mehr als die Hälfte aller Fälle weltweit. Im gleichen Zeitraum haben wegen der Pandemie 42.000 Menschen in Nord- und Südamerika ihr Leben verloren“, fasst sie es zusammen. Ihre Prognose ist außerdem ernüchternd: „Unsere Region und die Welt scheitern bei dem Versuch, das Coronavirus zu kontrollieren. In zu vielen Ländern passen die politischen Maßnahmen nicht zum Ernst der Lage.“

Corona in den USA: Weiterer Abgeordneter nach Kapitol-Sturm infiziert

Update vom 13. Januar, 7.56 Uhr: In die USA einreisende Flugpassagiere müssen wegen der Pandemie ab dem 26. Januar einen negativen Corona-Test vorzeigen. Dieser darf nicht mehr als drei Tage vor dem Abflug vorgenommen worden sein, wie die US-Gesundheitsbehörde CDC am Dienstag mitteilte. Fluggesellschaften dürfen demnach nur Passagiere an Bord lassen, die ein negatives Testergebnis vorweisen können.

Coronavirus in den USA: Todeszahlen überschreiten dramatischen Tageswert

Update vom 13. Januar, 7.40 Uhr: Die Zahl der Corona-Todesfälle in den USA haben einen weiteren traurigen Rekord erreicht. Zum ersten Mal wurden die Schwelle von 4.000 Todesopfern innerhalb eines Tages überschritten. 4.470 Menschen starben binnen 24 Stunden, wie aus den Daten der Johns-Hopkins-Universität (JHU) hervorgeht. 250.000 neue Corona-Infektionen wurden demnach verzeichnet.

Die USA sind das am schwersten von der Corona-Pandemie betroffene Land der Welt. Bisher starben 380.766 Menschen an oder in Verbindung mit einer Corona-Infektion. 22.846.796 Menschen haben sich bisher nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert.

Corona in den USA: Weiterer Abgeordneter nach Kapitol-Sturm infiziert - Anschuldigungen gegen Republikaner

Update vom 12. Januar, 19.55 Uhr: Mitte vergangener Woche stürmten Anhänger von Donald Trump das US-Kapitol in Washington, D.C.. Nachdem bereits zwei Abgeordnete im Anschluss positiv auf das Virus getestet wurden, kam am Dienstag ein weiterer hinzu. Der Demokrat Brad Schneider gab auf Twitter bekannt, dass er im Zuge der Kapitol-Erstürmung positiv auf das Coronavirus getestet worden sei.

Corona in den USA: Dritter Abgeordneter infiziert - schwere Anschuldigungen an Republikaner

Die meisten Parlamentarier wurden während des Angriffs in sichere Räume des Gebäudes gebracht. Allerdings mussten sie über mehrere Stunden dicht beieinander sitzend verweilen, bis sich die Situation löste. „Mehrere republikanische Abgeordnete im Raum haben sich nachhaltig geweigert, eine Maske zu tragen“, schrieb Schneider auf Twitter und bezeichnete das Verhalten gegenüber dem Sender MSNBC als „selbstsüchtig und arrogant“.

Bereits am Montag bestätigten die beiden Abgeordneten Bonnie Watson Coleman und Pramila Jayapal positive Corona-Testergebnisse. Wie Jayapal erzählt, sollen mehrere Republikaner nicht nur die Masken verweigert haben, sondern sich auch über „Kollegen und Mitarbeiter lustig gemacht, die ihnen eine anboten“. Der medizinische Dienst des Kongresses hatte die Abgeordneten zum Testen aufgefordert, da sie mit infizierten Kollegen in Kontakt gekommen sein könnten.

Schneider wurde sehr deutlich und forderte, dass Abgeordnete, die sich nicht an die Gesundheitsvorschriften hielten, aus dem Kongress eskortiert werden. Er bezeichnete das Verhalten einzelner Parlamentarier als „rücksichtslose Gefährdung ihrer Kollegen“ und betonte: „Eine Maske zu tragen ist keine politische Stellungnahme“.

Corona in den USA: 283.204 Neuinfektionen an einem Tag! Superspreader-Event im Kapitol?

Erstmeldung vom 10. Januar:
München - Die USA steuern auf die letzten Tage einer Präsidentschaft zu, die in vielerlei Hinsicht beispiellos war. Wegen der Rhetorik von Donald Trump*. Und vielen seiner politischen Entscheidungen, in denen er im besten Fall das Wohlergehen breiter Wählerschichten im Blick hatte, im Regelfall aber nur sein eigenes Ansehen aufpolieren wollte.

Der Sturm auf das Kapitol* seiner zuvor heiß gemachten Anhänger am Tag, an dem seine Wahlniederlage gegen Joe Biden* von Senat* und Repräsentantenhaus* offiziell abgesegnet wurde, war der Tiefpunkt der vier Jahre des 45. US-Präsidenten* im Weißen Haus*. Zugleich könnte dieses letzte folgenschwere Aufbäumen gegen das Unvermeidliche seinem Nachfolger den Start in die Amtszeit deutlich erschweren. Mehr als befürchtet.

Corona in den USA: War Sturm auf das Kapitol ein Superspreader-Event?

Denn es drängt sich die Vermutung auf, dass sich einige der Trump-Fanatiker in Superspreader verwandelt haben könnten. Zwar trug so mancher während der Versammlung und den anschließenden Ausschreitungen Maske, aber von Abstand war ebenso keine Spur wie von Anstand. Wie sehr sich das Event in den Corona-Zahlen niederschlagen wird, bleibt vorerst abzuwarten.

Die Virus-Wellen, um die sich der einst selbst infizierte Trump nie wirklich geschert hat, eben jedenfalls nicht ab. Binnen eines Tages wurden laut Johns-Hopkins-Universität 283.204 Neuinfektionon registriert, 3534 weitere Bürger im Land erlagen einer Covid-19-Erkrankung.

Video: Corona-Ausnahmezustand in Klinik in Los Angeles

Corona in den USA: Fast 22 Millionen Infizierte, bald 400.000 Todesopfer

Damit bauen die USA in beiden Statistiken ihren traurigen Spitzenplatz aus. Mittlerweile wurden seit dem Beginn der Pandemie* mehr als 21,87 Millionen Infektionen gemeldet, für mehr als 368.900 Menschen endete diese tödlich.

Diesem Trend wird Biden möglichst schnell Einhalt gebieten müssen. Und hoffen, dass es nicht zu weiteren Massenaufmärschen kommt. Die sind in der unüberschaubaren Gemengelage, in der sich die älteste Demokratie der Welt rund um den Machtwechsel befindet, keinesfalls auszuschließen. (mg, dpa) *merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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