Ansprache zur Lage der Nation

Corona in Österreich: Zahlen-Anstieg - Kanzler Kurz kündigt weitere Verschärfungen an

Die Corona-Zahlen in Österreich steigen stetig. Die Maßnahmen werden verschärft und Kanzler Kurz warnt vor harten Monaten, sieht aber auch ein Ende der Krise.

  • Die Infektionszahlen in der Coronavirus-Pandemie* steigen auch in Österreich rasant an.
  • Das Gesundheitsministerium wollte schon vergangene Woche, den „Probebetrieb“ der Corona-Ampel aufnehmen.
  • Für die Zukunft sieht Bundeskanzler Kurz jedoch ein „Licht am Ende des Tunnels" und macht den Bürgern Hoffnung auf eine Rückkehr zur Normalität. (Update vom 28. August 10.35 Uhr)

Update vom 29. August, 12.30 Uhr: Alle weiteren Informationen zu der Corona-Lage in Österreich finden Sie in unserem neuen News-Ticker.

Update vom 28. August, 20.25 Uhr: Corona-Hammer aus Budapest: Ungarn schließt wegen der zweiten Welle der Coronavirus-Pandemie seine Grenzen unter anderem zu Österreich (Burgenland) wieder. Die eigenen Staatsbürger müssen sich gehörig umstellen.

Corona-Pandemie in Österreich: Bundeskanzler Sebastian Kurz macht Hoffnung

Update vom 28. August, 10.35 Uhr: „Es gibt schon langsam Licht am Ende des Tunnels. Es ist wahrscheinlich, dass die Corona-Pandemie kürzer andauert als gedacht“, eröffnet Sebastian Kurz seine Ansprache zur Lage der Nation.

Der nächste Sommer solle wieder ein Normaler werden, kündigt der ÖVP-Politiker kurz darauf an. Viele Fragen würden zwar noch offen sein, aber die Forscher wissen bereits viel über das Coronavirus. Kurz stützt sich auf Gespräche mit Gesundheitsexperten, Forschern und Pharmaunternehmen in den vergangenen Wochen.

Kurzfristig gesehen steht in Österreich aber weiterhin Vorsicht an der Tagesordnung. Die steigende Anzahl von Neuinfizierten würde zwingender Maßen zu einer Verschärfung der Maßnahmen führen, erklärt der Bundeskanzler.

Die Bundesregierung würde sich dabei dennoch dazu bemühen, soviel Freiheit wie möglich zu erhalten. Österreich habe die Krise im internationalen Vergleich sehr gut gemeistert und daran möchte man nun weiter anknüpfen. Dafür sei jedoch auch im Herbst und Winter die Disziplin der Bevölkerung nötig, fordert Kurz.

Corona in Österreich: Bundeskanzler Kurz vor Ansprache zur Lage der Nation

Update vom 28. August, 10.01 Uhr: Gegen 10.30 Uhr will Österreichs Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in Wien vor die Mikrofone treten und eine etwa 20-minütige Erklärung für die weitere Strategie der Alpenrepublik in der Corona-Pandemie zu geben. Zwar wurden Teile von Kurz Erklärung bereits gestern von österreichischen Medien veröffentlicht (siehe Update von 27. August, 10.00 Uhr), jedoch bleibt abzuwarten, ob der ÖVP-Politiker noch weitere konkrete Maßnahmen ankündigt.

Corona in Österreich: Breites Testangebot für Mitarbeiter von Gastronemie und Campingplätzen

Update vom 27. August, 13.26 Uhr: In Österreich können sich nun auch Mitarbeiter in der Gastronomie, von Campingplätzen und Jugendherbergen freiwillig bis zu einmal wöchentlich einem Coronatest unterziehen. Das bisher auf Beschäftigte in der Hotellerie beschränkte Programm werde nun ausgeweitet, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) am Donnerstag in Wien.

Geplant sei obendrein eine Ausweitung auf Fremdenführer, Reiseleiter und Skilehrer. „Das ist sinnvoll für den Winter“, sagte Köstinger. Für das Programm stehen bis Jahresende rund 150 Millionen Euro zur Verfügung. Inzwischen sei die Bereitschaft zur Teilnahme deutlich gewachsen, hieß es seitens der Fachverbandes Hotellerie.

Update vom 27. August, 10:00 Uhr: Obwohl die Coronavirus-Zahlen auch in Österreich weiter ansteigen, gibt sich Bundeskanzler Sebastian Kurz optimistisch. Im Sommer 2021 soll alles wieder seinen gewohnten Gang gehen, bis dahin werden es aber noch ein paar schwere Monate.

Wie das österreichische Tagblatt Kurier berichtet, schätzt Sebastian Kurz, dass Österreich „nach derzeitigem Wissenstand, bis zum Sommer 2021 zur Normalität zurückkehren“ wird, schließlich werde an 165 Impfstoffen gegen das Coronavirus geforscht. In seiner Rede, kommenden Freitag wird er in Wien über Einschränkungen, Risiken aber auch über das Ende der Pandemie sprechen. Vorab gab er bereits Punkte bekannt. „Wir stehen vor einem schwierigen Herbst und Winter“ zitiert oe24 den österreichischen Bundeskanzler.

Sebastian Kurz hatte seinen Urlaub unterbrochen und die letzten Tage genutzt um den Rat von verschiedenen Experten aus Pharmaindustrie, Forschung, Wirtschaft und Politik einzuholen. Auf Twitter bedankte er sich beispielsweise bei Forscher Josef Penninger und Autor Yuval Noah Harari und teilte Bilder verschiedener Treffen.

Update vom 26. August 2020, 18:55 Uhr: Wien avanciert immer mehr zum Epizentrum der Corona-Pandemie in Österreich - und das nicht nur politisch. In der Alpenrepublik wurden am Mittwoch insgesamt 327 Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet, mit 178 kommt über die Hälfte der neuen Fälle aus der Hauptstadt (54,4 Prozent).

Die Verteilung der 327 Corona-Neuinfektionen in Österreich

Burgenland: 4

Kärnten: 5

Niederösterreich: 22

Oberösterreich: 49

Salzburg: 18

Steiermark: 12

Tirol: 33

Vorarlberg: 6

Wien: 178

Im bundesweiten Vergleich liegt Wien mit den neuen positiven Befunden zum Vortag pro 100.000 Einwohnern (8,96) hinter den Bezirken Rohrbach (Oberösterreich/15,92), Wels (OÖ/12,96), Perg (OÖ/10,23) und Kufstein (Tirol/9,12).

Corona in Österreich: Wiener Stadtrat sorgt sich vor „massiven Infektionsdruck“ im Herbst

Update vom 26. August 2020, 13:52 Uhr: Peter Hacker, Wiener Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport, befürchtet nicht grundlos, dass vor allem Reiserückkehrer aus Kroatien die Dunkelziffer der Coronavirus-Infizierten in Österreich weiter nach oben treiben könnten. Denn immer wieder werden Regionen des beliebten Urlaubslandes zum Risikogebiet erklärt.

Hacker fürchtet den neuen, „massiven Infektionsdruck“ im Herbst, den Heimkehrer aus Risikogebieten in Österreich auslösen könnten. Auch aktuelle Zahlen befeuern wohl seine Angst: Die innerösterreichische Bezirksaufstellung listet bereits zwei Bezirke mit über 60 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern: Wels-Stadt und Steyr-Stadt. Nach deutschem Ampel-Modell wären also beide Bezirke bereits auf „rot“ geschaltet. Auch Wien stünde auf der deutschen Corona-Ampel mit einem Wert von über 40 schon auf „gelb“. 

Innerhalb Wiens liegen indes schon mehrere Bezirke - darunter Favoriten, Fünfhaus und Ottakring - bei einem Wert von über 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern, wie OE24 schon Anfang der Woche meldete. Der Bund möchte die Rechnungen nicht auf die einzelnen Bezirke beziehen - das Gesundheitsministerium aber schon. Die Corona-Kommission soll deshalb am Donnerstag tagen und über das Ampel-System neu verhandeln. Ein Machtkampf zwischen Bund und Ländern zeichnet sich also schon jetzt ab. 

Corona: Ein halbes Jahr Leben mit Coronavirus - Im Video zieht Österreich die Zwischenbilanz:

Coronavirus in Österreich: Kanzler Kurz mit verschärfter Maßnahme - die auch Touristen betrifft

Erstmeldung vom 26. August 2020 um 11:31 Uhr: Der Testbetrieb der „Corona-Ampel“ hätte das österreichische Gesundheitsministerium am liebsten schon früher gestartet, nun könnte aus dem „Probelauf" schon der Ernstfall werden. Denn Österreich kann seit kurzem seinem Ruf als Musterschüler in Sachen Sicherheitsmaßnahmen in der Coronavirus-Pandemie* nicht mehr alle Ehre machen. Die Republik liegt inzwischen gleichauf mit Europas Sorgenkind Schweden, wie eine Statistik der EU-Gesundheitsbehörde (ECDC) zeigt.

Insgesamt hat Österreich bis dato offiziell 25.706 Coronavirus-Infizierte zu verzeichnen, von denen 21.888 genesen und 733 Menschen verstorben sind, dies geht aktuell aus den Zahlen der Johns-Hopkins-Universität hervor. Die meisten Toten gab es in der Landeshauptstadt Wien. Wie das Österreichische Volksblatt am Dienstag meldet, gibt es in Österreich derzeit 3.085 aktive Fälle.

Der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz plant laut OE24.at deshalb - unabhängig von den Diskussionen über den Start des Ampel-Testlaufs - noch diese Woche die Sicherheits- und Hygieneregeln* wieder zu verschärfen. Die Konsequenz für alle Österreicher und zudem auch die vielen Reisenden aus ganz Europa*: Maskenpflicht in allen öffentlichen Räumen. Das heißt, dass auch in Shops und in der Gastronomie wieder Masken getragen werden müssen.

Coronavirus in Österreich: Reiserückkehrer aus Kroatien als Gefahr?

Grund für die Brisanz der Verschärfung der Coronavirus-Hygieneregeln sind die rasant ansteigenden Fallzahlen der letzten Tage. Maßgeblich werden diese wohl von den Reiserückkehrern aus dem Kroatien-Urlaub beeinflusst, denn sie sollen statistisch gesehen 13-mal öfter am Coronavirus erkranken als andere Österreicher.

Dies gab Peter Hacker, Wiener Stadtrat für Soziales, Gesundheit und Sport, Anfang der Woche bekannt. Seine erste Bilanz basiert auf den Gratis-Tests beim Ernst-Happel-Stadion: Bei den Kroatien-Rückkehrern seien demnach 1,7 Prozent der Tests positiv ausgefallen - der Wert liegt 13-mal höher als zunächst angenommen. Nur knapp 5.000 Personen - von geschätzt rund 40.000 Kroatien-Reiserückkehrern - nahmen am kostenlosen Testangebot teil - Peter Hacker ist deshalb alarmiert über die Zahlen und fürchtet jetzt einen neuen, „massiven Infektionsdruck“. Aus dem selben Grund verschärft auch Deutschland derzeit die Kontrollen* an der Grenze gen Süden. (cos) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Derweil haben britische Forscher mutmaßlich ein neues Mittel entdeckt, dass das Sterberisiko nach einer Covid-19-Infektion rapide senken soll: „Es könnte tatsächlich Leben retten.“

Rubriklistenbild: © Georg Hochmuth/APA/dpa

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare