Probleme bei der Umsetzung?

Präsenzunterricht trotz Corona: Piazolo erklärt Schulstart in Bayern - und kann dabei nicht alle Sorgen nehmen

Kultusminister Michael Piazolo bei einer Pressekonferenz.
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Kultusminister Michael Piazolo (CSU) auf einer Pressekonferenz.

In Bayern sollen die Schulen am 8. September trotz der Corona-Krise öffnen - jedoch unter besonderen Auflagen. Jetzt hat sich Kulutsminister Piazolo geäußert.

  • Die Schulen in Bayern öffnen am 8. September.
  • Der Termin fällt in eine Zeit, in der die Coronavirus-Zahlen wieder ansteigen.
  • Der Schulstart erfolgt mit besonderen Auflagen - Gesundheitsministerin Melanie Huml äußerte sich nun zu deren Umsetzung.

Update vom 11. September: Das neue Schuljahr in Bayern hat gerade erst begonnen - doch die Zahlen der Lehrer und Schüler, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, sind nach der ersten Schulwoche bereits hoch.

Präsenzunterricht trotz Corona: Piazolo erklärt Schulstart in Bayern - und kann dabei nicht alle Sorgen nehmen

Update vom 9. September, 16.21 Uhr: Der Schulstart in Bayern steht in diesem Jahr ganz unter dem Licht des Coronavirus. Kultusminister Michael Piazolo (CSU) hat jetzt im Gespräch mit Bayern 3 über die wichtigsten Dinge des angelaufenen Schuljahres gesprochen. „Wir haben nie gesagt: Wir sind das Kultusministerium, wir haben die perfekte Lösung. Es sind viele neue Erfahrungen gemacht worden. Wir alle haben jetzt angefangen, mit Corona zu leben. Leider,“ so Piazolo.

Corona in der Schule: Piazolo erklärt die wichtigsten Regelungen für das Schuljahr

Besonders drei Punkte seien dem Minister nach für ein reibungsloses Ablaufen des Schuljahres von großer Bedeutung. Zukünftig soll es demnach ein „Brückenangebot“ geben, also eine Nachhilfe für Schüler, die etwa auf Probe versetzt worden sind. Auch der virtuelle „Distanz-Unterricht“ sei jetzt klar im Schul-System verankert. Dabei geht es etwa um den Ablauf von virtuellen mündlichen Prüfungen oder einen „digitalen Startschuss in den Tag“. In den nächsten Wochen soll auch eine Lernplattform mit Videos an den Start gehen. Auf der sogenannten „mebisTube“-Plattform sollen SchülerInnen die Möglichkeit haben, aktuellen Stoff auf digitale Art und Weise nochmal anzusehen.

Wie genau das Schuljahr ablaufen werde, könne man aktuell noch nicht sagen, so Piazolo gegenüber Bayern 3. Niemand könne vorhersagen, wie sich die Infektionszahlen entwickeln werden. Das große Ziel sei es jedoch, im Regelbetrieb zu bleiben. Dass das in der Realität schnell anders aussehen kann, zeigt ein Fall aus Olching. Hier hatte eine Schülerin ihr Test-Ergebnis nicht abgewartet. Die Schule reagierte prompt.

Schulstart in Bayern: Aiwanger gesteht Schwierigkeit der Situation auf Twitter ein

Update vom 8. September, 9.12 Uhr: Am heutigen Dienstag startet in Bayern die Schule. Vieles sei in diesem Jahr aufgrund der Corona-Krise nicht einfach, wie Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger auf Twitter schreibt. Trotzdem könne man überwiegend mit dem Regelunterricht beginnen. „Die Einen sagen, Präsenzunterricht ist gefährlich, die Anderen schimpfen über die Auflagen“, so Aiwanger. Er fordert Lösungen, nicht Kritik.

Präsenzunterricht trotz Corona: Schulstart in Bayern steht kurz bevor - äußert nun auch Huml Bedenken?

Update vom 7. September, 16.01 Uhr: Die Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen in Bayern bleibt bestehen. Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in München lehnte am Montag einen Eilantrag ab, mit dem ein Gymnasiast die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung während des Unterrichts kippen wollte.

Corona in Bayern: Schulstart steht kurz bevor - Gericht lehnt Eilantrag ab

Diese Maßnahme diene dem legitimen Zweck, die Weiterverbreitung des Coronavirus unter den Schülern und Lehrern zumindest zu reduzieren und hierdurch die Virusausbreitung in der Bevölkerung insgesamt einzudämmen, heißt es in der Entscheidung. Rechtsmittel können gegen den Beschluss nicht eingelegt werden. Eine Mutter hatte den Antrag auf vorläufigen Rechtsschutz im Namen ihres zehn Jahre alten Sohnes gestellt.

Update vom 7. September: Am morgigen Dienstag (8. September) ist es so weit: Das neue Schuljahr in Bayern beginnt. Erstmals seit dem Beginn der Corona-Krise kommen die Klassen wieder in voller Stärke zusammen. An den ersten neun Schultagen gilt für Schüler ab der fünften Klasse auch im Klassenzimmer Maskenpflicht. Alle weitere Regeln zum Schulstart in Bayern* finden Sie außerdem hier im Überblick.

Präsenzunterricht trotz Corona: Schulstart in Bayern steht kurz bevor - Huml mit Bedenken?

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) und Lehrerverbands-Präsident Heinz-Peter Meidinger äußerten sich gegenüber dem BR nun kurz vor Schulstart noch einmal zu den getroffenen Maßnahmen. „Wir freuen uns darauf, dass wieder vollständiger Unterricht möglich ist, aber da muss man jetzt besondere Schutzmaßnahmen treffen“, erklärte der Lehrerverbands-Präsident. Auch angesichts des erhöhten aber „stabilen“ Infektionsgeschehens sei es für Lehrer und Schüler wichtig, wieder Präsenzunterricht zu haben, ergänzte Huml.

Wichtig sei, dass sich alle an die Corona-Auflagen halten, so Huml weiter. Sie wisse jedoch, dass Schüler und Lehrkräfte „hoch motiviert“ seien, die entsprechenden Schutzmaßnahmen einzuhalten, gab die Gesundheitsministerin gegenüber dem BR an. Nach den ersten neun Schultagen werde schließlich der bayerische Drei-Stufen-Plan greifen. Ob beispielsweise die Maskenpflicht im Klassenzimmer verlängert wird, werde immer wieder geprüft und hänge vom Einzelfall ab.

Huml gab allerdings auch zu bedenken, dass es in der Praxis Probleme mit der Umsetzung des Hygieneplans geben könnte. Wenn sich etwa Fenster nicht oder nicht ausreichend öffnen lassen, setze sie auf pragmatische Lösungen. „Es ist ja möglich, die Klassentür zu öffnen.“ Vor Ort könne man auch überlegen, öfter Pausen für die Schüler einzulegen. „Das kann individuell entschieden werden.“

Schulstart trotz Corona: Bayern legt neue Regeln für erkältete Schüler fest - das gilt zum Schulbeginn

Update vom 3. September: Das bayerische Kultusministerium hat nun die Regeln zum Schulbesuch erkälteter Schüler veröffentlicht. Demnach dürfen Kinder und Jugendliche bei leichten Symptome wie Schnupfen und gelegentlichem Husten erst dann in die Schule, wenn sie innerhalb von 24 Stunden kein Fieber entwickelt haben. Bis dahin müssen sie zuhause bleiben. Eine Ausnahme gibt es für Grundschüler, wie aus dem überarbeiteten Rahmen-Hygieneplan des Ministeriums hervorgeht. Kranke Kinder mit Fieber, Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, starken Bauchschmerzen, Erbrechen oder Durchfall müssen auf jeden Fall zu Hause bleiben.

Eine Ausnahme von dieser Grundlinie gibt es - analog zu den Kindertagesstätten - für Grundschüler und die Grundschulstufen der Förderzentren: Sie dürfen mit milden Krankheitszeichen wie Schnupfen ohne Fieber oder gelegentlichem Husten weiter in die Schule, sofern die Zahl der Neuinfektionen in der Region bei unter 50 je 100.000 Einwohnern in den vergangenen 7 Tagen liegt (sogenannte 7-Tage-Inzidenz*).

Sind sie schwerer erkrankt, müssen jedoch auch die Jüngsten zu Hause bleiben. Und zwar so lange, bis sie mindestens 24 Stunden lang höchstens noch leichte Symptome haben und seit 36 Stunden fieberfrei sind. Liegt die Zahl der Neuinfektionen im Landkreis des Betroffenen bei über 50 je 100.000 Einwohner innerhalb der vergangenen 7 Tage, dürfen die Schülerinnen und Schüler nur nach Vorlage eines negativen Tests auf das Coronavirus oder eines ärztlichen Attests wieder in die
Schule.

Schulstart in Bayern trotz Coronavirus: Söder mit Masken-Neuerung - der Überblick

Erstmeldung vom 31. August: München - Europaweit steigen die Coronavirus-Zahlen aktuell wieder an. Teilweise ist die Rede von einer zweiten Welle*. Besonders betroffen ist in Deutschland einmal mehr der Freistaat Bayern*. Hier naht nun der Termin für den Schulstart. Trotz der anhaltenden Pandemie will man im Freistaat am Termin (8. September) festhalten. Allerdings verkündete Ministerpräsident Markus Söder nach Beratungen mit Eltern, Lehrer- und Schüler-Vertretern am Montag weitreichende Maßnahmen, um einen Schulstart so sicher wie möglich zu gestalten.

Schulstart in Bayern: Söder verkündet Maskenpflicht im Unterricht - mit einer Ausnahme

Der Kernpunkt dabei ist, dass in Bayern mit dem Schulstart eine Maskenpflicht für alle Schüler im Unterricht besteht. Diese Pflicht gilt zunächst für neun Schultage, also für die ersten beiden Wochen des Schuljahres. Das Tragen von Masken wurde dabei als „Sicherheitspuffer“ bezeichnet. Ausgenommen von der Maskenpflicht im Unterricht sind einzig Grundschüler. Auch Lehrer müssen im Klassenzimmer Masken tragen.

Die Maskenpflicht ist Teil des bayerischen Hygienekonzepts, mit dem der Regelbetrieb trotz der anhaltenden Pandemie gewährleistet werden soll. Dazu gehört, dass zur Minimierung der Ansteckungsrisiken mit dem Coronavirus* zudem in den Gebäuden und überall dort, wo kein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann, eine Pflicht zum Tragen des Mund-Nase-Schutzes gibt.

Corona in Bayern: Söder verkündet Neuerungen zum Schulstart

Nach Ablauf der neun ersten Schultage gilt die Maskenpflicht nach aktuellem Stand nicht mehr. Allerdings kann sie im Anschluss regional begrenzt verlängert oder insgesamt neu verhängt werden. Dies hängt von der Entwicklung der Fallzahlen ab*. Ziel sei es, den Regelunterricht auch in der Krise bestmöglich aufrecht zu erhalten. „Wir wollen wieder Schule haben in Bayern“, sagte Söder.

Formell wird Bayern sein Schulkonzept in der Kabinettssitzung am Dienstag beschließen. Da an dem Bildungsgipfel in der Staatskanzlei auch Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) teilgenommen hatte, ist die Zustimmung in der Koalition sicher.

Schulstart in Bayern trotz Corona: Weitere Neuerungen sollen kommen

Neben der Maskenpflicht will Bayern allerdings weitere Regelungen zum Schutz der Schüler einführen. Dazu zählt etwa, dass auf lange Sicht bessere Belüftungsanlagen in den Schulen installiert werden könnten. Ein weiterer wichtiger Punkt ist demnach der Schulweg: Es sollen mehr Schulbusse eingesetzt werden, damit ein Gedränge auf dem Weg zur Schule verhindert werden soll. „Der Freistaat übernimmt die Mehrkosten, wenn mehr Busse eingesetzt werden“, teilte Markus Söder mit. Außerdem wird bei der technischen Ausstattung der Schulen nachgebessert: Nach Angaben Söders werden „bis zu 370.000 mobile Geräte für Schüler und Lehrer“ angeschafft.

Der Freistaat geht damit im Kampf gegen das Coronavirus einen ähnlichen Weg wie Nordrhein-Westfalen. Auch hier hatte nach den Ferien für sogar 14 Tage eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen gegolten. Nachdem im bevölkerungsreichsten Bundesland die Fallzahlen entgegen dem Bundestrend jüngst rückläufig waren, endete die Maskenpflicht im Unterricht an diesem Montag. In ganz Deutschland steigen unterdessen die Corona-Zahlen wieder an. Für Aufsehen sorgte zudem eine große Demonstration gegen die Corona-Politik in Berlin. Am 12. September soll zudem in München eine Querdenken-Demo gegen die Corona-Politik stattfinden. Es wurde bereits ein hartes Durchgreifen der Polizei angekündigt.(rjs) *merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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