Peru, Chile, Ecuador

Südamerika: Dutzende Tote bei schweren Unwettern

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Chilenische Soldaten helfen der Bevölkerung einen Fluss zu überqueren.

Santiago de Chile/Quito/Lima - Heftige Niederschläge haben in Südamerika eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Am stärksten betroffen ist der eigentlich trockene Norden Chiles. Tausende Menschen mussten dort in Sicherheit gebracht werden.

Bei schweren Unwettern in drei Ländern Südamerikas sind Dutzende Menschen ums Leben gekommen. Am schwersten betroffen war Chile. In der eigentlich extrem trockenen Wüstenregion Atacama im Norden des Landes starben mindestens zehn Menschen nach den heftigsten Regenfällen seit Jahrzehnten. 19 weitere galten am Samstag als vermisst. Auch in Ecuador starben in den vergangenen Tagen mindestens 25 Menschen. In Peru verwüstete ein Erdrutsch eine Ortschaft im Osten der Hauptstadt Lima.

Im trockenen Norden Chiles berichteten die Behörden von den schlimmsten Regenfällen seit 80 Jahren. Betroffen waren die Regionen Antogasta, Atacama und Coquimbo, wo heftige Niederschläge zu Sturzfluten und Erdrutschen führten. Mehrere Ortschaften waren von der Außenwelt abgeschnitten.

Laut dem Katastrophenamt Onemi mussten mindestens 5584 Menschen in Sicherheit gebracht werden, Tausende Häuser wurden beschädigt. Mancherorts seien die Niederschläge inzwischen aber zurückgegangen.

Staatschefin Michel Bachelet rief in dem Gebiet den Notstand aus und entsandte das Militär, um bei den Rettungsarbeiten zu helfen und Plünderungen vorzubeugen. „Die Lage ist verheerend, wir müssen schnell zu den isolierten Ortschaften gelangen“, sagte Bachelet laut der Zeitung „La Tercera“ nach einem Besuch in dem Katastrophengebiet.

Papst Franziskus drückte den Opfern sein Beileid aus. Das Oberhaupt der katholischen Kirche bete für die Verstorbenen in Chile und Peru, schrieb am Samstag Staatssekretär Pietro Parolin.

In dem Andenstaat Peru starben nach Behördenangaben in dieser Woche mindestens neun Menschen bei einem Erdrutsch in der Gemeinde Chosica im Osten der Hauptstadt Lima. Die wichtige Landstraße Carretera Central war bis Samstag vier Tage lang teilweise gesperrt. Die Schulen in zwei Gemeinden blieben geschlossen.

Auch in Ecuador nördlich von Peru wütete die Natur. In der südlichen Region Loja gab es am Freitag neun Todesopfer nach einem Erdrutsch. Landesweit waren mindestens 16 weitere Menschen in den letzten Tagen bei heftigen Unwettern ums Leben gekommen. Nach Angaben der Zeitung „El Telégrafo“ wurden in der Hauptstadt Quito zudem 52 Personen nach Blitzeinschlägen leicht verletzt.

dpa

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