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Tempo 100 auf Autobahnen: Evangelische Kirche bremst ihre Mitarbeiter aus

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Von: Katja Becher

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Bei Mitarbeitern der Evangelischen Kirche in Deutschland heißt es künftig: runter vom Gas. Beschäftigte sollen auf der Autobahn maximal 100 km/h fahren dürfen.

Magdeburg - Zum Abschluss der viertägigen Synodenberatungen – und nach kontroversen Debatten im Vorfeld – hat sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf ein freiwilliges Tempolimit bei Dienstfahrten geeinigt. Mit dem Beschluss stellt sich die Synode hinter die politischen Forderungen eines allgemeinen Tempolimits auf den Straßen in Deutschland.

Evangelische Kirche will Tempolimit für Mitarbeiter einführen

Die Synode hatte sich in Madgeburg intensiv mit dem Thema Klimawandel beschäftigt und sogar eine Klimaaktivistin eingeladen. Am Mittwoch (9. November) wurde schließlich der Beschluss zum Tempolimit in der evangelischen Kirche gefasst. Um den Auftrag der Kirche für die Bewahrung der Schöpfung gerecht zu werden, hält es die Synode für geboten, bei allen Autofahrten im kirchlichen Kontext ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h auf Landstraßen einzuhalten, heißt es im Beschluss.

Es solle eine öffentlichkeitswirksame Kampagne für eine entsprechende Selbstverpflichtung ins Leben gerufen werden. Zudem würden politische Bemühungen um ein zeitnahes Limit von höchstens 120 km/h unterstützt. Wie HEIDELBERG24 berichtet, hatten aufgrund der drohenden Energiekrise zuletzt immer mehr Politiker ein Tempolimit auf Autobahnen gefordert, darunter auch Baden-Württembergs Minsterpräsident Winfried Kretschmann.

Evangelische Kirche setzt Zeichen der Solidarität mit Klimaaktivisten

Die Entscheidung der Evangelischen Kirche für ein freiwilliges Tempolimit im Sinne des Klimaschutzes kam im Netz nicht bei jedem gut an. „Noch heute trete ich aus“, lautete nur ein Kommentar unter einem Twitter-Beitrag der EKD zur Entscheidung der Synode. Ein weiterer Twitter-User schrieb zum Beispiel „Ich bin jetzt 59 Jahre Mitglied in dieser Kirche aber das geht mir jetzt wohl auch zu weit“. Eine andere Reaktion lautete: „Ich dachte erst, das sei Satire!“.

Unterdessen setzte die Synode der Evangelischen Kirche auch ein Zeichen der Solidarität mit den derzeit auch umstrittenen Klimaaktivisten. Anna-Nicole Heinrich, Präses der Synode der EKD, sprach am Dienstag von einer Unverhältnismäßigkeit, mit der Protestierende, die zivilen Ungehorsam oder Widerstand leisten, im Moment behandelt würden. Straßenblockaden seien „in unseren Augen berechtigter gewaltloser ziviler Ungehorsam, denn er greift nicht die freiheitliche Grundordnung an. Und in diesem Rahmen ist es akzeptierbar“, sagte Heinrich. Die EKD ist die Dachorganisation für die 20 evangelischen Landeskirchen in Deutschland, die knapp 20 Millionen Mitglieder zählen. Die Synode besteht aus 128 Mitgliedern. (kab/dpa)

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