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Forscher finden heraus: „Lebender fossiler“ Fisch kann ein ganzes Jahrhundert alt werden

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Von: Zülal Acar

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Ein Quastenflosser schwimmt vor der Küste der südafrikanischen Stadt Durban in KWa Zulu Natal.
Immer wieder müssen Annahmen über den Quastenflosser korrigiert werden. © picture-alliance/ dpa/dpaweb | epa str

Lange Zeit nahm die Wissenschaft an, dass der sogenannte Quastenflosser nur etwa 20 Jahre lang lebt. Nun haben Forscher herausgefunden, dass das Tier sogar bis zu ein Jahrhundert alt wird.

Paris - Der Quastenflosser, ein bis zu zwei Meter langer Fisch, scheint für Biologen noch immer ein großes Mysterium darzustellen. Erst galt dieser Knochenfisch als längst ausgestorben (*FNP berichtete), bis 1938 ein Exemplar im Indischen Ozean vor der südafrikanischen Küste gefangen wurde. Das Tier überlebte zwar nicht, lieferte jedoch den Beweis, dass seinesgleichen nicht wie angenommen vor circa 65 Millionen Jahren beim großen Artensterben verschwand.

Zudem nahm man an, dass der mehr als 100 Kilogramm schwere Fisch nur etwa 20 Jahre lebt. Ein Forscherteam aus Frankreich hat nun jedoch kürzlich herausgefunden, dass der Quastenflosser stolze 100 Jahre alt werden kann - also fünfmal älter als vermutet. Ihre detaillierten Ergebnisse stellten sie im Fachjournal Current Biology vor.

Quastenflosser: Embryos wachsen fünf Jahre im Mutterleib

Ihre Langlebigkeit könnten die Quastenflosser dem extrem gemächlichen Lebenstempo zu verdanken haben. Denn sie wachsen nicht nur sehr, sehr, langsam, sondern brauchen auch lange um geschlechtsreif zu werden - nämlich zwischen 40 und 50 Jahre. Wie BBC berichtet, glauben die französischen Forscher, dass der Fisch sich nur im mittleren Lebensalter fortpflanzen kann.

Anmerkung der Redaktion

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 19.07.2021 veröffentlicht. Da er für unsere Leserinnen und Leser noch immer Relevanz besitzt, haben wir ihn erneut auf Facebook gepostet.

Das Forscherteam um Kélig Mahé vom Fisheries Laboratory in Boulogne-sur-mer untersuchte 24 Quastenflosser-Exponate aus dem Muséum National d‘Histoire Naturelle de Paris. „Unsere neue Einschätzung des Alters hat es uns auch ermöglicht, die Wachstumsgeschwindigkeit der Komoren-Quastenflosser neu zu bewerten“, so Mahé. Daher kommt es auch, dass die Embryonen im Mutterleib bis zu fünf Jahre gedeihen.

Quastenflosser leben laut wissenschaft.de in Meereshöhlen in einer eisigen Tiefe von 150 bis 400 Metern. Forscher wollen künftig untersuchen, ob die langsame Wachstumsgeschwindigkeit dieser Tiere mit der niedrigen Umgebungstemperatur im Ozean zu tun hat. Daraus könnten sich die Effekte des Klimawandels* auf den Fortbestand dieser Spezies ableiten lassen. *FNP ist ein Angebot von IPPEN.Media.

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