"Dickes Vorstrafenregister"

Häftling im offenen Vollzug vor Knast erschossen

Aix-en-Provence - Direkt vor einem südfranzösischen Gefängnis ist ein Häftling im offenen Vollzug von einem unbekannten Angreifer erschossen worden.

Der 35-jährige Straftäter wurde am Montagmorgen niedergeschossen, als er mit seinem Auto von der Haftanstalt in Luynes bei Aix-en-Provence zur Arbeit fahren wollte, wie die Polizei mitteilte. Im nahegelegenen Marseille und in der Region gibt es immer wieder tödliche Abrechnung im Bandenmilieu.

Der mehrfach verurteilte Straftäter, der die Nächte im Gefängnis verbringen musste, wollte am frühen Morgen mit seinem vor der Haftanstalt geparkten Auto zur Arbeit in einem Bauunternehmen fahren. Er hatte den Motor seines Wagens gerade angelassen, als ein anderes Auto anhielt, ein Angreifer ausstieg und fünf Mal auf sein Opfer feuerte. Bei der Tatwaffe handelt es sich vermutlich um ein Jagdgewehr.

Tödliche Abrechnung aus dem Bandenmilieu?

Das Opfer habe "ein ziemlich dickes Vorstrafenregister" gehabt, verlautete aus Justizkreisen. Ihm wurden unter anderem Gewalttaten und Waffendelikte vorgeworfen. Seit Juli hatte er im offenen Vollzug eine achtmonatige Haftstrafe wegen Gewalt gegen einen Beamten bei einer Verkehrskontrolle abgesessen.

Über das Motiv der Tat vor der rund 25 Kilometer von Marseille entfernt liegenden Haftanstalt herrschte zunächst Unklarheit. Die Tat hat aber viele Ähnlichkeiten mit tödlichen Abrechnungen im Bandenmilieu in Marseille und in der Umgebung. Erst vor zehn Tagen war nahe Marseille ein mehrfach verurteilter Straftäter in einem Auto erschossen worden. Er war aber nicht wegen Drogenhandels bekannt gewesen, um den sich der Bandenkrieg in Marseille in erster Linie dreht.

Die beiden letzten Morde nicht eingerechnet wurden in diesem Jahr im Großraum Marseille bei Abrechnungen im Bandenmilieu 15 Menschen getötet. Im gesamten vergangenen Jahr waren es laut Polizeiangaben 17.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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