„Haben Sie bitte Verständnis“

Kampf gegen Coronavirus: Uni-Stadt Heidelberg erlässt drastische Maßnahmen

Im Kampf gegen das Coronavirus verschärft die Stadt Heidelberg radikal ihre Maßnahmen. Zahlreiche Läden werden geschlossen und das öffentliche Leben steht still. 

Heidelberg - Die malerische Großstadt Heidelberg in Baden-Württemberg ist bekannt für seine Altstadt, die Universität und das Schloss. Deshalb ist der Ort am Neckar auch eines der beliebtesten Reiseziele in Deutschland. Laut einer Tourismus-Statistik des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg übernachteten im Jahr 2018 über 1,5 Millionen Touristen in Heidelberg - ein neuer Rekord. Doch in den Zeiten des Coronavirus musste Oberbürgermeister Eckart Würzner harte Entscheidungen treffen, um die Verbreitung des Erregers zu minimieren. Durch diese kommt das öffentliche Leben fast vollkommen zum Erliegen. Darüber berichtet HEIDELBERG24.de*

Coronavirus in Heidelberg: Läden geschlossen, Versammlungen verboten

Aktuell (20. März) zählt Baden-Württemberg 2.748 Fälle und 11 Todesopfer von Covid-19 - allein 57 davon in Heidelberg. Damit es nicht noch mehr werden, verkündet Oberbürgermeister Eckart Würzner drastische Maßnahmen. Bars, Clubs, Diskotheken, Kinos, Museen, Schwimmbädern und Fitnessstudios mussten bereits am 17. März den Betrieb einstellen. Restaurants dürfen nur noch Essen zum Mitnehmen herausgeben. 

Am 19. März wurden die Regelungen dann noch erweitert. Nun mussten wegen des Sars- CoV-2 auch Seniorentreffpunkte, Nagelstudios, Sonnenstudios, Kosmetikstudios und ähnliche Einrichtungen, Infostände sowie Camping- und Mobilhome-Anlagen dicht machen! Auch die Deutsche Bahn und der regionale Verkehrsverbund rnv schränkten* den öffentlichen Bus-und Bahnverkehr in Heidelberg* und den Nachbarstädten Mannheim* und Ludwigshafen* ein. 

Coronavirus in Heidelberg: Keine Ansammlungen über fünf Personen!

Besonders drastisch ist die Stadt Heidelberg im Bezug auf Ansammlungen und Zusammenkünfte im öffentlichen Raum. So tritt ab Freitag (20. März) eine neue Allgemeinverfügung in Kraft. Diese untersagt öffentliche Treffen, an denen mehr als fünf Personen teilnehmen! Diese sollen zudem einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zueinander einhalten. Die Verfügung wurde auch über die Warn-Apps KATWARN und NINA herausgegeben. 

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Um eine weitere Ausbreitung des #Coronavirus zu verhindern, hat die Stadt #Heidelberg am heutigen Donnerstag, 19. März 2020, eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Die neue Allgemeinverfügung benennt Maßnahmen, die in einigen Bereichen über die Verordnung der Landesregierung hinausgehen. Demnach sind Ansammlungen und sonstige örtliche Zusammenkünfte im öffentlichen Raum, zum Beispiel in Schulhöfen oder öffentlichen Grünflächen, mit über fünf Personen untersagt. Besonders hart treffen diese notwendigen Maßnahme gerade auch die Gastronomie, die Inhaber kleiner Geschäfte und kleine und mittelständische Unternehmen. Oberbürgermeister Eckart Würzner verspricht in seinem heutigen Statement das Möglichste zu tun, um die wirtschaftlichen Folgen für sie abzumildern. Aktuelle Informationen zur Lage in Heidelberg gibt es unter www.heidelberg.de/coronavirus.

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Meine Bitte ist: Haben Sie Verständnis für die Maßnahme. Wir müssen jetzt so drastisch sein, damit Sie ihr Geschäft so schnell wie möglich wieder öffnen können. Das funktioniert nur, wenn wir jetzt konsequent sind“, erklärte Oberbürgermeister Eckart Würzner in einem Video auf Instagram. Wegen Covid-19 wurden bereits alle städtischen Verwaltungsgebäude, Schulen, Universitäten und Kindertagesstätten geschlossen. 

Heidelberg: Chronologie des Coronavirus

Der erste bestätigte Fall von SARS-CoV-2 wurde am 26. Februar im Uniklinikum Heidelberg aufgenommen. Es handelte sich um einen Mann aus dem Bereich Schwetzingen/Oftersheim - zwei Gemeinden in der Nähe von Heidelberg. Der Mann kam mit einer Reisegruppe aus dem Skiurlaub in Südtirol. Mehrere Leute aus dieser Gruppe erkrankten ebenfalls am Coronavirus. 

In der Großstadt Heidelberg ist das soziale Leben zum erliegen gekommen. (Symbolfoto)

Kurz darauf wurde am Uniklinikum Heidelberg eine Corona-Station mit 40 Betten eröffnet, auf der Verdachtsfälle aufgenommen wurden. In Schwetzingen wurde zudem ein „Drive-In“ für Testungen auf Covid-19* eingerichtet. Da in Heidelberg aktuell 1.300 Flüchtlinge leben, wurde im Ankunftszentrum extra ein Labor errichtet, um diese zu testen.Tatsächlich konnte bei fünf Flüchtlingen SARS-CoV-2 festgestellt werden*! Nach heutigem Stand gibt es in Heidelberg 57 Corona-Infizierte. 

*Heidelberg24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

dh

Rubriklistenbild: © HEIDELBERG24/PR-Video/Priebe/Screenshot

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