1. Heidelberg24
  2. Welt

Wann kommt der Omikron-Impfstoff? US-Behörde macht Weg für Booster frei

Erstellt:

Von: Constantin Hoppe, Sophia Lother

Kommentare

Wann kann mit dem auf die Omikron-Variante BA.1 angepassten Impfstoff gerechnet werden. Auf diese Frage gibt es nun eine konkrete Antwort.

Update vom Mittwoch, 31. August: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat zwei auf die Subtypen BA.4 und BA.5 der Coronavirus-Variante Omikron zielende Impfstoffe des US-Unternehmens Moderna und des Mainzer Unternehmens Biontech/Pfizer per Notfallzulassung genehmigt. Bei den nun in den USA zugelassenen Vakzinen handelt es sich um sogenannte bivalente Impfstoffe, die sowohl gegen den Anfang 2020 vorherrschenden Wildtyp des Coronavirus als auch gegen die derzeit überwiegenden Omikron-Subtypen BA.4 und BA.5 gerichtet sind. Am Donnerstag (01. September) soll die EMA indes über die EU-weite Zulassung für zwei andere angepasste Corona-Impfstoffe entscheiden, nämlich die gegen den Omikron-Subtyp BA.1 gerichteten Vakzine von Biontech/Pfizer und Moderna.

Ein weiterer, an die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 angepasster Impfstoff, werde „nur wenige Wochen später zur Verfügung stehen“, schrieb Gesundheitsminister Lauterbach in einem Brief an alle beteiligten Leistungserbringer der Impfkampagne gegen Covid-19. „Biontech/Pfizer hat bereits angekündigt, dass die Europäische Kommission im Idealfall bereits Ende September, Anfang Oktober den an BA.4/BA.5-angepassten Impfstoff zulassen wird.“ Dann werde Deutschland „sehr zügig nach der Zulassung mit einer ersten Tranche von 9,5 Millionen Dosen beliefert“. Insbesondere für Hochrisikogruppen könnten sie „ein entscheidender Faktor sein“. Lauterbach verwies darauf, dass „täglich nach wie vor rund 100 Personen im Zusammenhang mit einer Covid-19-Infektion sterben“.

Corona-Booster: Lauterbach kündigt Omikron-Impfstoff an

Update von Montag, 29. August, 15.00 Uhr: Wann kommt der angepasste Omikron Impfstoff? Nun hat sich Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach zu dieser Frage geäußert. In einem Schreiben des Ministers an alle beteiligten Leistungsbringer der Corona-Impfkampagne, das dem Spiegel vorliegt, heißt es, dass ab dem 5. September erste Dosen geliefert werden. In den Kalenderwochen 36 bis 37 sollen pro Woche jeweils circa fünf Millionen Dosen des auf die Omikron-Variante BA.1 angepassten Impfstoffes von Biontech-Pfizer ausgeliefert werden.

Hinzu kämen außerdem 2,38 Millionen Dosen des Herstellers Moderna. Demnach sollen die Dosen an den pharmazeutischen Großhandel ausgeliefert und Ärzte und Ärztinnen sowie Apotheken rasch mit dem Impfstoff versorgt werden. Doch zunächst muss noch die EU-Kommission einwilligen. „Derzeit gehen wir davon aus, dass die Europäische Kommission sowohl den an die BA.1-Variante angepassten Impfstoff von Biontech/Pfizer als auch den von Moderna am 1. oder 2. September 2022 zulassen wird“, soll Lauterbach in dem Schreiben jedoch zugesichert haben, berichtet der Spiegel.

Gesundheitsminister Lauterbach
Nun ist klar, wann der Omikron-Impfstoff in Deutschland erhältlich sein könnte. (Archivfoto) © Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

Omikron-Impfstoff schon im September? So lauten die Pläne

Erstmeldung von Donnerstag, 25. August: Frankfurt – Das Pharmaunternehmen Biontech rechnet mit der Zulassung seines Corona-Varianten-Impfstoffes womöglich in der kommenden Woche und mit einer anschließend raschen Auslieferung. „Wir können sehr zeitnah ausliefern, hoffentlich ab Anfang September“, sagte Biontech-Chef Ugur Sahin in einem Interview mit dem Spiegel. Allerdings steht derzeit noch die Zulassung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) aus. Damit käme der neue Impfstoff kurz vor der erwarteten Herbst-Welle.

Wie Biontech bei der Vorstellung seiner Quartalszahlen mitteilte, bereitet sich das Unternehmen aktuell auf die Markteinführung von gleich zwei auf die Omikron-Variante angepassten Impfstoffen, gegen die Untervarianten BA.4 und BA.5 vor. „Angesichts der laufenden Entwicklung von SARS-CoV-2 und seiner Varianten ist es wichtig, dass Impfstoffe rasch an die wichtigsten derzeit zirkulierenden Omikron-Varianten angepasst werden können“, sagte Sahin bei der Vorstellung der Zahlen.

Verleihung des Deutschen Zukunftspreis 2021, Preis des Bundespraesidenten fuer Technik und Innovation
Biontech-Chef Prof. Dr. Ugur Sahin glaubt an die Vorteile angepasster Impfstoffe © Imago

Neuer Omikron-Impfstoff: Angepasster Impfstoff sorgt für mehr Antikörper gegen das Coronavirus

Die Vorteile der neu angepassten Impfstoffe liegen für Sahin auf der Hand: „Ein Booster mit einem angepassten Impfstoff produziert deutlich mehr Antikörper“, sagte er im Spiegel. Damit kann sich ein Organismus, der mit einem angepassten Impfstoff geboostert wird, besser vor dem jeweiligen Subtyp schützen.

Wenn die Zulassung der EMA erfolgt, wäre das auch das erste Mal, dass ein, auf eine Subvariante angepasster Impfstoff zugelassen wird. Das ist auch der Grund dafür, dass diese so lange dauert, wie Sahin erklärte: Die neuen Impfstoffe sei bereits im März fertiggestellt worden. Doch die Behörde wollte eine ganze Reihe klinischer Daten sehen. „Eine klinische Prüfung dauert vier bis fünf Monate“, sagte Sahin.

Neuer Omikron-Impfstoff
HerstellerBiontech und Pfizer
Angepasst aufOmikron-Sub-Varianten BA.4/BA.5
Zugelassenes AlterAb 12 Jahren

Neuer Omikron-Impfstoff: Zulassung für Kinder noch nicht in Sicht

Zugelassen soll der neue Impfstoff vorerst für Erwachsene und Kinder ab zwölf Jahren werden. Angedacht ist laut Sahin auch eine Zulassung für jüngere Kinder, dafür benötigt die EMA jedoch noch weitere Daten.

Sahin sagte dem Spiegel, er erwarte zunächst die Zulassung des Impfstoffs, der auf dem ursprünglichen Omikron-Sub-Variante BA.1 basiert. Biontech habe inzwischen aber auch einen weiteren Impfstoff für den nun dominanten Sub-Variante BA.5 entwickelt und produziert. Dieser werde vermutlich nur wenig später zugelassen.

Forschende aus den USA haben in einer Studie herausgefunden, wie lange man mit der Omikron-Variante des Coronavirus ansteckend ist.

Zulassung des neuen Omikron-Impfstoffs: EMA kündigt Sondersitzung für den 1. September an

Sein Unternehmen sei gerade dabei, die letzten Dokumente bei der EMA einzureichen, sagte Sahin. „Dann kann es auch hier schnell gehen.“ Grundsätzlich bestehe „zwischen den beiden Impfstoffen kein gewaltiger Unterschied“.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte zuletzt für den 1. September eine Sondersitzung angekündigt, auf der Zulassungsanträge für Auffrischungsimpfungen gegen die Omikron-Variante des Virus besprochen werden sollen. Entsprechende Mittel will neben Biontech/Pfizer auch Moderna auf den Markt bringen. Großbritannien ließ Mitte des Monats als erstes Land den entsprechenden Moderna-Impfstoff zu.

Neuer Omikron-Impfstoff: Biontech setzt auf künstliche Intelligenz

Zudem haben Biontech/Pfizer am Montag (22. August) einen Antrag für die Notfallzulassung eines an die Omikron-Varianten BA.4/BA.5 angepassten bivalenten COVID-19-Impfstoffs bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde eingereicht.

Künftig will der Biontech-Chef auf die Verbreitung neuer Corona-Varianten schneller reagieren können. „Wir haben ein Frühwarnsystem entwickelt, das mithilfe von künstlicher Intelligenz ständig die Entwicklung des Virus analysiert“, sagte er. Anschließend werde eine „Top-100-Liste der zu beobachtenden Varianten“ erstellt. (con mit afp)

Auch interessant

Kommentare