Nächstes Jahr verjährt der Fall

Loveparade-Prozess gegen die meisten Angeklagten eingestellt

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Im Gedenken an die Loveparade-Opfer: Am Unglücksort stehen Kerzen und Kreuze.

Die Staatsanwaltschaft hat im Prozess um die tödlich verlaufene Loveparade in Duisburg einer Einstellung zugestimmt. Gegen sieben von zehn Angeklagten wurde das Verfahren eingestellt. 

Update vom 6. Februar 2019: Achteineinhalb Jahre nach der Loveparade-Katastrophe mit 21 Toten hat das Duisburger Landgericht das Strafverfahren gegen sieben von zehn Angeklagten eingestellt. Für sie ist der Prozess ohne Strafen und Auflagen beendet. Das gab das Gericht am Mittwoch in Düsseldorf bekannt.

Staatsanwaltschaft stimmt Einstellung zu - Verfahren muss fortgesetzt werden

Update um 12.33 Uhr:

Im Loveparade-Strafprozess haben sieben der zehn Angeklagten einer Einstellung des Verfahrens ohne Auflage zugestimmt. Möglicherweise wird das Gericht bereits am Mittwoch die Einstellung des Verfahrens gegen diese sieben Angeklagten verkünden.

Drei Angeklagte, gegen die das Verfahren nur gegen Auflagen eingestellt werden sollte, lehnten eine Einstellung ab. Für einen der Angeklagten sagte dessen Anwältin: „Er verzichtet nicht auf sein Recht, freigesprochen zu werden.“

Bei diesen drei Angeklagten handelt es sich um Mitarbeiter des Loveparade-Veranstalters Lopavent. Ein Strafverfahren kann nur eingestellt werden, wenn Gericht, Staatsanwaltschaft und Angeklagter zustimmen. Der Prozess gegen die drei wird damit fortgesetzt. Gericht und Staatsanwaltschaft rechnen damit, dass wegen einer großen Anzahl von noch zu vernehmenden Zeugen kein Urteil vor Eintritt der Verjährung am 28. Juli 2020 mehr gesprochen werden kann.

Loveparade-Prozess: Staatsanwaltschaft stimmt Einstellung des Verfahrens zu

Düsseldorf - Im Strafprozess um die Loveparade-Tragödie mit 21 Toten hat die Staatsanwaltschaft dem Vorschlag des Gerichts zur Einstellung des Verfahrens zugestimmt. Die Anklagebehörde halte den Vorschlag "rechtlich in der Sache für vertretbar und letztlich sachgerecht", sagte Oberstaatsanwalt Uwe Mühlhoff am Dienstag im Prozess. Eine Entscheidung fiel damit aber noch nicht, weil für eine Einstellung auch die Angeklagten dem Vorschlag zustimmen müssen. Deren Einlassungen wurden noch am Dienstag erwartet.

Das in Düsseldorf verhandelnde Duisburger Landgericht hatte vorgeschlagen, die Verfahren gegen alle zehn Angeklagten einzustellen - in sieben Fällen ohne und in drei Fällen mit Geldauflagen. Einer der Angeklagten machte allerdings bereits im Vorfeld deutlich, dass er eine Verfahrenseinstellung ablehnt.

In dem Prozess müssen sich seit Dezember 2017 sechs Bedienstete der Stadt Duisburg und vier Mitarbeiter des Loveparade-Veranstalters verantworten. Bei der Loveparade in Duisburg am 24. Juli 2010 gab es ein verheerendes Gedränge, in dem 21 Menschen getötet und mehr als 650 verletzt wurden.

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afp

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