Kurs auf Haiti und Florida

Hurrikan "Irma" tobt über der Karibik

Auf der niederländischen Antilleninsel Sint Maarten hat der Hurrikan große Zerstörungen angerichtet. Foto: Niederländisches Verteidigungsministerium
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Auf der niederländischen Antilleninsel Sint Maarten hat der Hurrikan große Zerstörungen angerichtet. Foto: Niederländisches Verteidigungsministerium
Im puertoricanischen Fajardo schauen Helfer in ein Auto, das in den Wassermassen steht. Foto: Carlos Giusti
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Im puertoricanischen Fajardo schauen Helfer in ein Auto, das in den Wassermassen steht. Foto: Carlos Giusti
Starker Wind und Regen fegen in Fajardo, Puerto Rico, durch die Straßen der Stadt. Foto: Carlos Giusti
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Starker Wind und Regen fegen in Fajardo, Puerto Rico, durch die Straßen der Stadt. Foto: Carlos Giusti
Dominikanische Republik: Ein Mann sichert in Las Terrenas die Fenster seines Geschäftes mit Sperrholzplatten. Foto: Tatiana Fernandez
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Dominikanische Republik: Ein Mann sichert in Las Terrenas die Fenster seines Geschäftes mit Sperrholzplatten. Foto: Tatiana Fernandez
Ein Kind steht auf der Straße eines Armenviertels in Port-au-Prince in Haiti. Die Angst vor Hurrikan "Irma" wächst auch hier. Foto: Dieu Nalio Chery
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Ein Kind steht auf der Straße eines Armenviertels in Port-au-Prince in Haiti. Die Angst vor Hurrikan "Irma" wächst auch hier. Foto: Dieu Nalio Chery
In West Palm beach tankt ein Mann an einer Tankstelle Kanister voll. "Irma" bewegt sich auf Florida zu. Foto: Andres Leiva, Palm Beach Post via ZUMA Wire
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In West Palm beach tankt ein Mann an einer Tankstelle Kanister voll. "Irma" bewegt sich auf Florida zu. Foto: Andres Leiva, Palm Beach Post via ZUMA Wire
Das Satellitenbild zeigt den Tropensturm "Irma" über Barbuda und vor Puerto Rico. Foto: Stevens/Allen/NASA Earth Observatory/dpa
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Das Satellitenbild zeigt den Tropensturm "Irma" über Barbuda und vor Puerto Rico. Foto: Stevens/Allen/NASA Earth Observatory/dpa
Ein Mann steuert seinen Wagen in Puerto Rico über eine überflutete Straße. Foto: Carlos Giusti
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Ein Mann steuert seinen Wagen in Puerto Rico über eine überflutete Straße. Foto: Carlos Giusti

Der Tropensturm der höchsten Kategorie fünf schlägt eine Schneise der Zerstörung durch das tropische Paradies. Mehrere Menschen kommen ums Leben, Tausende sind obdachlos. Nun nimmt der Hurrikan Kurs auf Haiti und Florida.

San Juan (dpa) - Hurrikan "Irma" hat in der Karibik schwere Verwüstungen angerichtet und mehrere Menschen in den Tod gerissen. Der Tropensturm der höchsten Kategorie fünf hinterließ zerstörte Häuser, überflutete Straßen und entwurzelte Bäume.

Die Schäden auf den Inseln Barbuda, Anguilla und Saint-Martin wurden als katastrophal beschrieben. Einige Gegenden gelten als unbewohnbar.

Wie viele Menschen ums Leben kamen, blieb zunächst unklar. Frankreichs Premierminister Edouard Philippe sagte am Donnerstag, im Überseegebiet Saint-Martin seien vier Tote gefunden worden. Er betonte, die Bilanz sei noch unsicher. Auf dem niederländischen Inselteil Sint Maarten kam mindestens ein Mensch ums Leben, wie Innenminister Roland Plasterk mitteilte. Zuvor war bereits von mehr Toten die Rede gewesen. Der schlechte Zugang zum Katastrophengebiet machte eine genaue Erfassung der Opferzahlen zunächst schwierig. Im britischen Überseegebiet Anguilla und auf Barbuda kamen zwei Menschen ums Leben.

UN-Generalsekretär António Guterres zeigte sich bestürzt über die Todesopfer und die Verwüstungen in der Karibik. Den Menschen und Regierungen der Gebiete sprach er sein Beileid aus.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnten in den kommenden Tagen bis zu 37 Millionen Menschen von den Auswirkungen des Sturms betroffen sein. Der Hurrikan passierte am Donnerstag die Dominikanische Republik sowie Haiti und sollte dann weiter Richtung Kuba, Bahamas und Florida ziehen.

"Irma" ist einer der stärksten jemals in der Region registrierten Tropenstürme mit Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 290 Kilometern pro Stunde. Der Hurrikan war am Mittwochmorgen auf der kleinen Karibikinsel Barbuda erstmals auf Land getroffen. "Mindestens 95 Prozent der Gebäude wurden beschädigt. 60 Prozent der Bevölkerung sind obdachlos", sagte der Premierminister von Antigua und Barbuda, Gaston Browne. Die Insel sei praktisch unbewohnbar geworden.

Angesichts des heraufziehenden Hurrikans "José" rief die Regierung die Bewohner auf, Barbuda zu verlassen und auf der Nachbarinsel Antigua Schutz zu suchen. Sollte der neue Wirbelsturm weiter Kurs auf Barbuda nehmen, werde die Insel zwangsgeräumt.

Nach dem Durchzug von "Irma" begannen auf den Kleinen Antillen im Südosten der Karibik die Aufräumarbeiten. Vom französischen Übersee-Département Guadeloupe aus wurden 400 Gendarmen und 400 Feuerwehrleute in das Gebiet geschickt. Zwei Fregatten, zwei Aufklärungsflugzeuge, Transportflugzeuge und Helikopter waren im Einsatz. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die britische Premierministerin Theresa May vereinbarten eine enge Zusammenarbeit, um das Ausmaß der Zerstörung zu erfassen und die Rettungsmaßnahmen zu koordinieren.

Niederländische Marinesoldaten trafen mit ersten Hilfsgütern auf Sint Maarten ein. Sie sollten helfen, den Flughafen und den Hafen wieder instandzusetzen. Zwei Flugzeuge der niederländischen Streitkräfte mit Hilfsgütern waren unterwegs zu der Insel. Sie hatten unter anderem Trinkwasser und Nahrung für die etwa 40 000 Einwohner an Bord.

Auch zahlreiche Karibikurlauber waren vom Hurrikan betroffen. In der Dominikanischen Republik brachten die Behörden rund 7500 Touristen in Sicherheit. In Kuba wurden rund 36 000 Urlauber von der besonders gefährdeten Nordküste an sicherere Orte gebracht, wie das staatliche Fernsehen berichtete.

In der Dominikanischen Republik wurden Straßen überflutet, Bäume fielen um und Dächer wurden abgedeckt. Über 2000 Häuser wurden beschädigt, wie der Zivilschutz mitteilte. Rund 6800 Menschen suchten demnach Schutz in Notunterkünften oder bei Verwandten und Freunden.

Mit Sorge blickten Hilfsorganisationen auf das bitterarme Haiti. Dort leiden die Menschen noch immer unter den Auswirkungen des Erdbebens von 2010 und Hurrikan "Matthew" im vergangenen Jahr. Viele Haitianer leben in provisorischen Unterkünften und sind schlecht auf einen neuerlichen Tropensturm vorbereitet. "Mit jeder Naturkatastrophe verschlechtert sich die Lage der Menschen", sagt Catherine Stubbe von der Hilfsorganisation Handicap International in Port-au-Prince. "Wenn sie sich gerade von einem Unglück erholt haben, kommt das nächste."

Es galt als wahrscheinlich, dass "Irma" am Samstag auf Florida trifft. Gouverneur Rick Scott rief die Einwohner des US-Bundesstaates zu äußerster Vorsicht auf. Der bevorstehende Sturm sei in vielen Teilen Floridas lebensgefährlich.

In Floridas Süden, etwa auf der Inselkette der Florida Keys, wurden Evakuierungen angeordnet. Jeder müsse sich darauf vorbereiten, sein Zuhause zu verlassen, sagte Scott. In vielen Orten wappneten sich die Menschen mit Hamsterkäufen. Vor Supermärkten bildeten sich lange Schlangen.

Bericht Hurrikanzentrum

Regierung Puerto Rico auf Twitter

Hurrikan "Irma" wird nach Ansicht des Deutschen Wetterdienstes sehr gefährlich bleiben. Das liegt auch an der ungünstigen Zugbahn: "Irma" wird fast ausschließlich auf warmem Wasser mit Temperaturen von 26 bis 30 Grad unterwegs sein und das brauche so ein Hurrikan "als Energiequelle", sagte der Tornadobeauftragte des Deutschen Wetterdienste (DWD), Andreas Friedrich, der Deutschen Presse-Agentur unter Berufung auf Daten des US-amerikanischen National Hurricane Center.

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