Mops-Affäre reißt nicht ab

Stadt verkauft kranken Mops auf Ebay - jetzt wird "Edda" wohl ein Fall fürs Gericht

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Mops-Dame „Edda“ wird von der Stadt Ahlen gepfändet und auf Ebay verkauft.

Die süße Mops-Dame „Edda“ wird vom Amt wie ein Gegenstand gepfändet und auf Ebay verkauft. Doch es kommt noch schlimmer: Der Hund ist krank - der Stadt drohen Konsequenzen.

Update vom 8. April 2019: Die Affäre um den gepfändeten Mops geht weiter. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. Nach der Prüfung einer Strafanzeige wegen Betruges sieht die zuständige Staatsanwaltschaft Münster einen Anfangsverdacht bestätigt.  Die Stadt Ahlen im Münsterland will nach eigenen Angaben mit den Ermittlungsbehörden kooperieren.

Update 5. März 2019; 16.45 Uhr: Das Drama um die gepfändete Mops-Dame „Edda“ nimmt kein Ende. Jetzt landet der Fall wohl vor Gericht: Eine Klage gegen die Stadt Ahlen sei nun eingegangen, sagte der zuständige Amtsgerichtsdirektor am Dienstag der Deutschen Presseagentur. 

Bevor es möglicherweise zu einer Verhandlung kommt, können beide Seiten noch Stellung zur Sache nehmen. Die Käuferin Michaela Jordan klagt nach eigenen Angaben, weil sie den Kaufpreis und die Tierarztkosten erstattet bekommen möchte.

Um den Streit gibt seit Tagen Wirbel. Die Hündin war nach Angaben der Stadt aus einer Familie in Ahlen gepfändet worden, weil diese hohe Schulden bei der Kommune habe. Der Erlös des Ebay-Verkaufs sei in die Stadtkasse geflossen. Die Polizeibeamtin Michaela Jordan kaufte das als gesund angepriesene Tier für 690 Euro und stellte dann unter anderem eine schwerwiegende Augenkrankheit fest.

Mops auf Ebay verkauft: Neue Besitzerin will Geld zurück

Anders als sie angekündigt hat, will Jordan zunächst auf eine Anzeige wegen Betrugs verzichten. Sollten sich im Prozess am Amtsgericht allerdings konkrete Hinweise auf strafrechtlich relevantes Fehlverhalten seitens der Stadt ergeben, soll die Akte nach Abschluss des Verfahren direkt weiter an die Strafermittler gesandt werden, kündigt der Anwalt an. Nach Angaben des Amtsgerichts ist frühestens in einigen Monaten mit einer Verhandlung zu rechnen.

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Die Stadt Ahlen bietet mittlerweile an, den Kauf und die Pfändung rück abzuwickeln. „Das wollen weder meine Mandantin noch die Vorbesitzer“, sagt Jordans Anwalt Wolfgang Kalla am Dienstag. Seiner Mandantin gehe es darum, ihren Schaden ersetzt zu bekommen. „Es ist unvertretbar, wie die Stadt hier mit Menschen und Tieren umgegangen ist“, so der Anwalt weiter. Er sei zuversichtlich, dass die Klage Erfolg haben könne.

Erstmeldung: Stadt verkauft gepfändeten Mops auf Ebay: Fall bald vor Gericht?

Ahlen - Sie ist sechs Kilogramm leicht, glänzt dunkel und im zarten Alter von 20 Monaten schon eine Berühmtheit. Die Posse um die junge Mops-Dame "Edda" sorgt inzwischen sogar in den USA, in Russland oder China für einiges Interesse.

Seit Tagen schaut die Hündin mit dem typisch-traurigen Blick Lesern und TV-Zuschauern entgegen. Und bald könnte das von der westfälischen Stadt Ahlen gepfändete und via Ebay-Kleinanzeigen verkaufte Tier auch ein Fall für die örtliche Justiz werden.

Denn die neue Besitzerin hat für den angeblich so gesunden Mops schon 1800 Euro für Augenoperationen, für Medikamente oder auch gegen Würmer ausgegeben, wie Michaela Jordan der Deutschen Presse-Agentur schildert. Die 52-Jährige aus Wülfrath bei Wuppertal will nun vor dem Amtsgericht Ahlen gegen die Stadt klagen. „Mein Anwalt hat die Klage an Weiberfastnacht rausgeschickt.“ Ihr Ziel: den Kaufpreis von 690 Euro und alle Tierarztkosten erstattet bekommen.

Ihr Anwalt habe bei Gericht zusammen mit der Klage auch eine Strafanzeige gegen die Stadt wegen Betrugs gestellt, sagt die Polizeibeamtin. Ob die Post dort schon eingegangen ist, war am Rosenmontag (4. März) nicht zu erfahren. „Ich bin entsetzt und fassungslos über das Vorgehen der Stadt“, betont Jordan. Daheim betreut sie nun vier der Tiere. „Edda“, die sie umbenannt hat in „Wilma“, gehöre seit dem Kauf vom 6. Dezember zur Familie.

Unter dem Eindruck der massiven Kritik scheint die Stadt das Ganze rückgängig machen zu wollen. Jedenfalls ist auf der städtischen Website zu lesen, man sei bereit, „die Pfändung des Hundes und den von einem Mitarbeiter der Stadtverwaltung über Ebay getätigten Verkauf des Tieres ohne Anerkennung einer Rechtspflicht rückabzuwickeln.“ Für Fragen zu dieser Offerte war die Stadt Ahlen am Rosenmontag nicht erreichbar.

Kämmerer Dirk Schlebes hatte kürzlich gesagt, die Pfändung aus der Familie sei ein legales Mittel gewesen, diese sei bei der Kommune verschuldet. Man habe aber eine Versicherung und einen Anwalt mit der „Überprüfung des Sachverhaltes“ beauftragt.

Jordan möchte sich auf eine Rückabwicklung nicht einlassen. „Es geht um ein Lebewesen, nicht um einen Spielball.“ Mit der Familie, in der das Tier früher lebte, stehe sie in Kontakt: „Die möchten, dass Wilma bei mir bleibt, weil sie wissen, dass sie sich bei mir wohlfühlt.“ Nach einem aus gesundheitlicher Sicht schon dreimonatigem Leidensweg.

Wilmas rechtes Auge sei nur mit einer Notoperation an Weihnachten gerettet worden, fast alle Hornhautschichten waren durchbrochen, berichtet die Polizistin, bei der auch am Montag das Telefon dauerklingelt, TV-Sender und Fotografen an die Haustür klopfen. Mit Hilfe eines Implantats habe man ein Loch im Auge verschlossen. Drei weitere Eingriffe und viele Kontrolltermine folgten, eine OP stehe in der kommenden Woche noch an.

Sie werde in den sozialen Netzwerken auch beschimpft, verantwortlich dafür gemacht, dass der Mops der Ahlener Familie weggenommen worden sei, beklagt Jordan. Aber es gebe ebenfalls viel Zuspruch. Und der Wirbel um das Mops-Drama wächst weiter. Der Stadt bläst kräftiger Gegenwind auch von Tierschutzbund, nordrhein-westfälischem Innenministerium oder Rechtsexperten entgegen.

Jordan sagt verärgert, der Mops sei als gesund, geimpft, entwurmt, ärztlich untersucht und „mit Stammbaum“ angepriesen worden. „Das war alles gelogen. Und zwar wissentlich.“ Für die nach eigenen Worten„totale Mops-Fanatikerin“ steht fest: „Auch wenn Wilma ein Dauerpflegling ist, ich möchte sie auf jeden Fall behalten.“

dpa/jab

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