Zu alt zum Feiern?

Er wollte auf angesagter Party feiern: Münchner (44) scheitert an Türsteher und klagt - mit kuriosem „Beweis“

München: Zu alt zum feiern? Mann (44) scheitert an Türsteher und zieht vor Gericht
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Zu alt zum feiern? Münchner klagt - weil er vom Türsteher abgewiesen wurde. (Symbolbild)

Ein Münchner scheiterte 2017 an einem Türsteher, weil dieser ihn für zu alt hielt. Der damals 44-Jährige zog nun erneut vor Gericht - und hat einen kuriosen „Beweis“.

  • Ein Mann scheiterte bei einem Event in München* am Türsteher - dieser hielt ihn für zu alt.
  • Der Mann zog vor Gericht, doch der Veranstalter bekam Recht.
  • Jetzt geht der Streit bis vor den Bundesgerichtshof in Karlsruhe.

München - „Fight for your right to party“: Ein Mann aus München hat die Beastie Boys beim Wort genommen und zieht nun für sein Recht zu feiern vor den Bundesgerichtshof. Denn der Grund, aus dem ein Türsteher ihn vor drei Jahren nicht reinlassen wollte, wurmt ihn.

Für sein Recht, auch jenseits der 40 noch feiern zu gehen, zieht der Münchner vor den Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Wann der BGH über den Fall entscheiden wird, ist nach Angaben einer Sprecherin vom Freitag noch unklar. Das Landgericht München I hatte die Revision zuvor zugelassen.

Münchner zieht vor BGH - weil er bei einer Party am Türsteher scheiterte

Doch was war eigentlich passiert? Der damals 44-Jährige hatte im August 2017 gemeinsam mit zwei Freunden das Event „Isarrauschen“ auf der Praterinsel besuchen wollen. Doch er scheiterte am Türsteher, der ihn für zu alt hielt. Er forderte daraufhin Entschädigung wegen Altersdiskriminierung in Höhe von 1000 Euro vom Veranstalter, der die Zahlung jedoch verweigerte.

Nach dem Türsteher scheiterte der Kläger 2018 auch noch am Amtsgericht München und im März dieses Jahres am Landgericht München I. Beide wiesen seine Klage ab. Das Landgericht ließ die Revision zum BGH mit der Begründung zu, es handle sich bei dem vorliegenden Fall „um einen verallgemeinerungsfähiger Lebenssachverhalt, für den richtungweisende Orientierungshilfe fehlt“. Der Fall gebe „Veranlassung, Leitsätze für die Auslegung der einschlägigen Vorschriften des AGG aufzustellen“.

In München hat die Polizei eine Abiturfeier beendet - gleich zweimal. Rund 100 Jugendliche hatten sich zuvor in Berg am Laim getroffen.*

Münchner klagt, weil er am Türsteher scheiterte - und bietet kuriosen “Beweis“

Der Kläger sieht jedoch einen Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG). Der Mann habe es als besonders kränkend empfunden, am Eingang abgelehnt zu werden. Das sagte er nach Angaben des Amtsgerichts in der Verhandlung in erster Instanz. Außerdem sehe er auch gar nicht so alt aus. Zum Beweis für diese Aussage bot er seine deutlich jüngere Freundin als Zeugin an. Diese wäre ja bestimmt nicht mit ihm zusammen, wenn er aussähe wie ihr Vater.

Im Übrigen rechtfertige das von der Beklagten geltend gemachte spezielle Veranstaltungskonzept ja auch nicht, beispielsweise Muslime, Frauen, Behinderte oder Homosexuelle auszuschließen.

Münchner scheitert am Türsteher und klagt: Veranstalter sieht sich im Recht

Der Veranstalter hielt jedoch dagegen: Aufgrund beschränkter Kapazitäten sei das Personal am Einlass angewiesen gewesen, nicht passende Gäste abzuweisen. Es habe kein generelles Einlassverbot für Personen ab 35 Jahren bestanden, betonte er. Die Zielgruppe seien jedoch junge Leute zwischen 18 und 28 Jahren gewesen. Daher würden Gäste älteren Semesters, gerade auch in Gruppen, wohl auch künftig abgewiesen.

Amtsgericht und Landgericht gaben dem beklagten Veranstalter Recht. „Eine Unterscheidung beim Einlass nach dem optischen Alter ist bei solchen Veranstaltungen nicht nur typisch, sondern hält auch einer vernünftigen Betrachtungsweise stand“, urteilte das Amtsgericht.

Mann verklagt Veranstalter: Amts- und Landgericht geben Veranstalter Recht

„Bei derartigen Disco-Veranstaltungen steht nicht allein die Musik im Vordergrund, sondern das gemeinsame Feiern. Das Gelingen einer solchen Veranstaltung hängt damit entscheidend von einer gelingenden Interaktion unter den Gästen ab (...). Daher ist eine Auswahl der Gäste, um einen gelungenen Abend zu gestalten, vernünftig um den Interessen der Gäste und des Veranstalters gerecht zu werden.“ Der Kläger hätte aus Sicht des Gerichts ja einfach auf eine andere Party gehen können. (kam/dpa)

Ein Münchner Kult-Club muss seine Türen schließen. Der Mietvertrag mit den Betreibern wurde nicht verlängert und das, obwohl der Laden eigentlich super läuft.*tz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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