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Suchaktion nach Urlaubern in Österreich: Deutsche Familie in Bergnot verbringt Nacht auf Alpengletscher

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Von: Martina Lippl

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Österreich: Nach einer Nacht auf einem Alpengletscher rettet die Bergwacht eine deutsche Familie von der Schesaplana.
Österreich: Nach einer Nacht auf einem Alpengletscher rettet die Bergwacht eine deutsche Familie von der Schesaplana. © Facebook/Ortsfeuerwehr Brand

Kein Netz, um einen Notruf abzusetzen: Eine Familie aus Deutschland ist nach einer Nacht auf einem Alpengletscher gerettet worden. Einsatzkräfte sprechen von Schutzengeln.

Brand – Es klingt schon fast nach einem kleinen Wunder: Ein dreizehnjähriges Mädchen (13), ihr Vater (45) und Großvater (77) sind nach einer Nacht auf einem österreichischen Gletscher unverletzt gerettet worden. Das glückliche Ende des Urlaubs in Österreich berührt offensichtlich auch beteiligte Rettungskräfte.

„Gott hat für die DREI UrlauberInnen alle Schutzengel entsandt, denn wir konnten sie nur mit leichter Unterkühlung dem @roteskreuzbludenz übergeben“, schreibt die Ortsfeuerwehr Brand auf Facebook zum „Einsatz Nr. 13“.

Österreich: Deutsche Familie in Bergnot verbringt Nacht auf Alpengletscher

Die deutsche Familie aus dem Raum Stuttgart wollte am Montagmorgen von der Totalhütte über die Schesaplana (Österreich) zur Mannheimer Hütte wandern, kam aber nie dort an. Die Suchaktion startete gegen Mitternacht. Der Hüttenwirt setzte gegen 23 Uhr einen alpinen Notruf ab. Angehörige hätten ihn informiert, teilt die Polizei Vorarlberg mit.

Im Bereich des Schesaplanasattels auf rund 2.700 Metern Höhe habe die Gruppe an einer Stelle die markierte Route verlassen. Die drei stiegen über einen Gletscher talwärts in Richtung der Gletscherseen ab. „Bei den Gletscherseen angekommen, fanden sie keine Wegmarkierungen mehr“. Der Versuch, über den Gletscher zum Wanderweg zu gelangen, scheiterte mangels Ausrüstung. Steigeisen an den Schuhen fehlten, so die Polizei.

Kein Notruf möglich: Familie übernachtet am Gletscher im Not-Biwak

Ein Notruf war wegen eines mangelnden Netzempfangs nicht möglich. Also errichtete die drei verirrten Wanderer bei Einbruch der Dunkelheit ein Not-Biwak.

Suchaktion nach Urlaubern in Österreich: Hubschrauber ortet Familie mit Wärmebildkamera

Drei Suchmannschaften brachen nach Mitternacht gegen 1 Uhr in das Gebiet auf. Einem Rettungshubschrauber gelang es zwei Stunden später (3 Uhr), die Vermissten mit einer Wärmebildkamera zu orten. Die Bergretter erreichte die drei dann in den frühen Morgenstunden. Sie seien stark unterkühlt, aber ansprechbar gewesen, so die Einsatzkräfte. Das Mädchen, ihr Vater und ihr Großvater wurden mit einem Rettungshubschrauber ins Tal und dann in ein Krankenhaus gebracht.

Einsätze der Bergretter in den Alpen sind oft dramatisch. Oft sind die Suchaktionen auf Gletschern aussichtslos. Ein Snowboarder ist in den Schweizer Alpen dem eisigen Tod entkommen. Der Brite stürzte in eine Gletscherspalte, doch eine Handy-Funktion rettete ihm das Leben. (ml)

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