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Der ewige Thronfolger Prinz Charles wird König: Die größten Skandale des Altprinzen

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Von: Sophia Lother

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Großbritannien hat einen neuen König. Doch in seiner Vergangenheit war Charles III. nicht unumstritten. Ein Rückblick.

London – Queen Elizabeth II. ist tot. Auf die Königin folgt ihr Sohn, Prinz Charles. Jahrzehntelang stand Prinz Charles im Schatten seiner Mutter. In einem Alter, in dem andere üblicherweise längst in Rente sind, übernimmt er mit 73 Jahren als Charles III. die Regentschaft des Vereinigten Königreichs. Angesichts der Langlebigkeit von Queen Elizabeth II. spekulierten Beobachter zwischenzeitlich sogar, dass die Geschichte ganz an ihrem Sohn Charles Philip Arthur George Windsor vorüberziehen und der Thron direkt an dessen ältesten Sohn Prinz William übergehen würde.

Nie zuvor in der Geschichte der britischen Monarchie hat ein Mitglied der königlichen Familie so lange den Titel des Thronfolgers getragen wie Charles, der drei Jahre alt war, als seine Mutter den Thron bestieg. Höchste Zeit, einen Blick in die Vergangenheit des neuen Königs zu werfen – denn die war nicht ohne Verfehlungen, die für massiven Medienrummel sorgten.

Prinz Charles in SchottlaCharles (M), Prinz von Wales, probiert während seines Besuchs im UNESCO-Kulturerbe New Lanark Eiscreme.nd
Von Kindesbeinen an wurde Charles darauf vorbereitet, eines Tages König zu sein. Mit 73 Jahren ist es nun so weit, aus Prinz Charles wird Charles III. Selten waren die Herausforderungen für einen Monarchen so groß. (Archivfoto) © Jane Barlow/dpa

Prinz Charles wird König: Die größten Verfehlungen des Altprinzen

Nach seinem Studium in Cambridge diente Charles von 1971 bis 1976 in der Royal Navy. Während des achtmonatigen Einsatzes in der Karibik heiratete seine Ex-Freundin und große Liebe Camilla einen anderen. Weitere Freundinnen folgten, 1979 machte er einer Enkelin seines Großonkels Lord Mountbatten vergeblich einen Heiratsantrag.

Der Druck auf Charles, endlich eine Frau zu finden, wuchs. Mit 32 verlobte er sich schließlich im Jahr 1981 mit der damals 19-jährigen Lady Diana Spencer. Eine weltweit im Fernsehen übertragene „Märchen-Hochzeit“ in der St. Paul‘s-Cathedral folgte. In den nachfolgenden Jahren kamen die Söhne William und Harry zur Welt. Doch das Glück sollte nicht lang anhalten.

Charles III.: Schlammschlacht mit beliebter Lady Diana

In einer erbitterten Schlammschlacht, die schließlich in Trennung und Scheidung zwischen Charles und Diana endete, nahm das Image des Prinzen starken Schaden. Diana legte nach, indem sie in einem Interview 1995 offen über die Untreue auf beiden Seiten sprach und Charles für seine Affäre mit Camilla scharf kritisierte. Jahrelang waren Camilla und Diana Rivalinnen – und lange schienen die Briten die Abneigung der Prinzessin für die einst von ihr als „Rottweiler“ verhöhnte Nebenbuhlerin zu teilen. Nach Dianas Tod wurde die Kritik am Königshaus und an Prinz Charles nur noch größer. Viele machten ihn für die Trennung verantwortlich und kritisierten den distanzierten Umgang vieler Royals mit dem Tod von Diana.

Charles III.
Geboren14. November 1948
EhepartnerinCamilla (verheiratet seit 2005)
KinderPrinz William und Harry

König Charles III.: „Schwarze Spinne“-Skandal hing ihm lange nach

In einem mit der Zeitung The Guardian geführten Rechtsstreit ging es um die sogenannten „Black Spider Memos“. In ihnen soll der damalige Thronfolger in den Jahren 2004 und 2005 versucht haben, politischen Einfluss auf Politiker, wie den damaligen Premier Tony Blair zu nehmen. Der Guardian erklärte dazu in einem Artikel: „Von Blair forderte Charles alles, von dringenden Maßnahmen zur Verbesserung der Ausrüstung für die im Irak kämpfenden Truppen bis hin zur Verfügbarkeit alternativer pflanzlicher Arzneimittel in Großbritannien, einem Lieblingsanliegen des Prinzen.“ Im Jahr 2018 versicherte Charles in einem Interview, dass er sich nie direkt in die Parteipolitik eingemischt habe.

Wenig später, im Jahr 2021, erschütterte ein nächster Skandal das Königshaus. Dieser drehte sich um einen engen Vertrauten des damaligen Thronfolgers. Michael Fawcett war seit 1981 in Diensten des Palasts und arbeitete sich bis zum Kammerdiener des ältesten Queen-Sohns hoch. Von Vorwürfen, beim Verkauf royaler Geschenke einen Anteil einbehalten zu haben, wurde er zwar freigesprochen, trat 2003 dennoch zurück, auch weil der Untersuchungsbericht sein Verhalten im Palast kritisierte. Im Jahr 2018 wurde er zum Chef der Prince‘s Foundation ernannt. Schließlich, im Jahr 2021, trat er auch von diesem Posten zurück. Der Grund: Erneut wurden Vorwürfe laut, diesmal wurde Fawcett bezichtigt, einem Großspender aus Saudi-Arabien geholfen zu haben, einen Ehrentitel zu bekommen. (slo mit AFP)

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