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RKI verschärft Corona-Risiko-Bewertung: Entwicklung „sehr besorgniserregend“

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Von: Richard Strobl

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Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter an. Das RKI hat nun seine Risiko-Bewertung verschärft. Zudem gibt es eine düstere Prognose ab.

Berlin - Schon seit Ende September zeichnet sich ein steigender Trend bei der 7-Tage-Inzidenz in Deutschland ab. Zudem sind die Fallzahlen aktuell „deutlich höher“ als dies im gleichen Zeitraum vor einem Jahr der Fall war. Mit diesen aktuellen Bewertungen steigt das RKI in seine neueste Wochen-Analyse zur Corona-Lage in Deutschland ein.

Corona-Lage in Deutschland: „Sprunghafter“ Anstieg besonders bei Zehn- bis 14-Jährigen

Besonders „sprunghaft“ sei der Anstieg der 7-Tage-Inzidenz demnach in der Altersgruppe der Zehn- bis 14-Jährigen. Hier beträgt der Wert nun 356 - in der Vorwoche hatte er noch bei 240 gelegen. Doch auch in den Gruppen zwischen fünf und 24 sowie zwischen 40 und 44 Jahren liegt der Wert nun bei über 200. Zudem liegt die Inzidenz bei über der Hälfte der Landkreise in Deutschland über 100, in 65 sogar bei über 250.

„Es ist damit zu rechnen, dass sich im weiteren Verlauf des Herbstes und Winters der Anstieg der Fallzahlen fortsetzen wird“, prognostiziert das RKI.

Gleichzeitig verweist das RKI erneut darauf, dass nach aktueller Kenntnislage die Impfung einen wirksamen Schutz gegen schwere Infektionen darstellt. Folgerichtig hat das Institut nun seine Risiko-Bewertung für unvollständig oder nicht geimpfte Personen verschärft. Nun ist von einer „sehr hohen“ Gefahr die Rede. „Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdung als moderat, aber aufgrund der steigenden Infektionszahlen ansteigend eingeschätzt“, heißt es weiter. Noch vor einer Woche war das Risiko im Bericht für Ungeimpfte als „hoch“ und das Risiko für Geimpfte als „moderat“ beschrieben worden. Die aktuelle Entwicklung der Lage sei „sehr besorgniserregend“, heißt es nun.

RKI mit Corona-Einschätzung: „Entwicklung sehr besorgniserregend“

„Die aktuelle Entwicklung der Lage ist sehr besorgniserregend, und es ist zu befürchten, dass es zu einer weiteren Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfälle kommen wird und die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten überschritten werden können“, heißt es in dem Wochenbericht weiter.

Eine Trendumkehr sei nur möglich, falls „rasch allgemeine, nichtpharmakologische Maßnahmen - wie das Tragen von Masken, die Einhaltung des Mindestabstands, die Kontaktreduktion, das Lüften - zu einer deutlichen Reduktion der Übertragungen führen.“

Diese Maßnahmen seien aufgrund des hohen Infektionsrisikos aktuell auch für Geimpfte und Genesene wichtig, um eine Ausbreitung des Coronavirus und auch anderer Erreger, wie Influenza, zu bremsen und so schwere Erkrankungen und Todesfälle zu verhindern.

Das RKI verweist auch darauf, dass Booster-Impfungen helfen können. Gesundheitsminister Jens Spahn hatte am Donnerstag über eine Einigung berichtet. Demnach sollen alle Menschen sich prinzipiell eine Booster-Impfung holen können. Getragen wird dieser Beschluss auch von extrem positiven Daten aus Israel. (rjs)

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