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„Spaniens Stonehenge“ – Dürre bringt mysteriöses Bauwerk zum Vorschein

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Von: Martina Lippl

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Spaniens „Stonehenge“: Die Dolmen von Guadalperal prähistorisch
Spaniens „Stonehenge“ taucht auf: Die Dolmen von Guadalperal werden auf 5.000 Jahre vor Christus datiert. © Juan Lopez/imago

Spanien leidet aktuell unter einer extremen Dürre. Wasserpegel sinken in Flüssen und Seen. Jetzt gibt der Wassermangel den Blick auf ein mysteriöses Bauwerk frei.

Madrid – Es ist eine der schlimmsten Dürren in Europa. Spanien trifft es besonders hart. Die iberische Halbinsel ist so trocken, wie seit 1.200 Jahren nicht mehr. Die Landwirtschaft fürchtet um ihre Ernte. Weil der Wasserspiegel in einem Stausee stark gefallen ist, taucht ein mysteriöses Bauwerk wieder auf. Es ist ein prähistorischer Steinkreis – gern „spanisches Stonehenge“ genannt. Offiziell handelt es sich bei den 150 Megalith-Steinen (5.000 vor Christus datiert) um die Dolmen von Guadalperal. Archäologen sind begeistert.

„Spaniens Stonehenge“: Dürre bringt in Spanien mysteriöses Bauwerk zum Vorschein

„Es ist eine Überraschung, es ist eine seltene Gelegenheit, darauf zugreifen zu können“, sagte der Archäologe Enrique Cedillo von der Universität Complutense in Madrid der Nachrichtenagentur Reuters. Er gehört zu den Experten, die den Kreis untersuchen wollen, bevor er wieder im Wasser verschwindet.

Die Dolmen von Guadalperal befinden sich in der spanischen Provinz Caceres. In der Franko-Zeit wurden das Gebiet und der Komplex geflutet. Der Steinkomplex, 1925 vom deutschen Archäologen Hugo Obermaier entdeckt, versank in einem Stausee. Seit der Flutung 1963 waren die Dolmen erst viermal vollständig zu sehen. Zuletzt sorgte der Rückgang des Wasserspiegels des Stausees von Valdecanas 2019 für Schlagzeilen als das berühmte Bauwerk über dem Wasser auftauchte. Nun ist es wieder soweit.

Über den Zweck des Megalith-Komplexes lässt sich nur spekulieren, obwohl es in Westeuropa viele Steinkreise gibt. Es ist wenig darüber bekannt, wer sie erbaut hat. Es gibt verschiedene Theorien, dass es sich um eine Grabstätte oder eine Kultstätte handeln könnte. Mit Hightech versuchen Forscher das Rätsel der Megalithen, ihrer Bedeutung und Konstruktion auf die Spur zu kommen.

Dolmen von Guadalperal: Dürre gibt Blick auf Megalithsteinen frei

Die Dolmen von Guadalperal sind anders geformt als Stonehenge im Süden Englands. Die Dolmen sind vertikal angeordnet und haben vermutlich ein Dach aus Stein getragen, dadurch wurde eine Kammer geformt. Der Raum konnte durch einen schmalen Korridor betreten werden. Gravuren und Gemälde sind auf den Platten der Megalithen gefunden worden.

Für die Ortschaften in der Nähe ist das Auftauchen der Dolmen gerade willkommen in der Dürre. Sie hoffen auf Dolmen-Touristen. Wer die Steine sehen will, muss sich beeilen. Wenn der Regen im Herbst und Winter fällt, werden die Dolmen wahrscheinlich wieder im Wasser des Stausees verschwinden. (ml)

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