Studie: Starkes Schulden-Wachstum weltweit

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Die weltweite Schuldenberg wächst weitaus schneller als die tatsächliche Wirtschaftskraft. Sparen will kaum jemand. Foto: Oliver Berg

Berlin/Hamburg (dpa) - Der weltweite Schuldenberg ist einer Studie zufolge in den vergangenen sieben Jahren weiter schnell gewachsen.

Alle großen Volkswirtschaften seien heute stärker verschuldet als zu Beginn der letzten Finanzkrise im Jahr 2007 - und hätten zumeist die Chance zum Schuldenabbau verpasst. Das ist das Fazit einer Untersuchung der Beratungsfirma McKinsey.

Stärkste Schuldentreiber seien dabei die Staaten gewesen. Der hohe Schuldenstand verlangsame die wirtschaftliche Erholung und erhöhe das Risiko neuer Krisen, erklärte Studien-Koautorin Susan Lund.

Besserung sei zumindest bei den Staatsschulden kaum in Sicht, heißt es in der Prognose. So werde die Schuldenquote in nahezu allen Staaten bis 2019 weiter steigen - mit drei Ausnahmen im Euroraum, nämlich Deutschland, Irland und Griechenland. Besonders stark verschuldeten Staaten wie den Spitzenreitern Japan, Irland oder Singapur empfehlen die Berater zusätzliche Anstrengungen wie Einmal-Steuern oder den forcierten Verkauf von Vermögenswerten.

Im zweiten Quartal 2014 standen Staaten, Unternehmen, Finanzsektor und Privatleute weltweit mit insgesamt 199 Billionen Dollar (145 Billionen Euro nach damaligem Kurs, nach heutigem 175 Billionen Euro) in der Kreide. Das waren 57 Billionen Dollar mehr als beim Ausbruch der Finanzkrise 2007, rechnet McKinsey vor. Im Jahr 2000 lag die globale Schuldensumme noch bei 87 Billionen Dollar.

Die Verschuldung 2014 entsprach der Weltwirtschaftsleistung von fast drei Jahren (289 Prozent nach 269 Prozent Ende 2007 und 246 Prozent im Jahr 2000). Vorangekommen ist hingegen der Finanzsektor, dessen Schuldenlast seit 2007 nicht mehr so schnell anstieg wie zuvor.

Vor allem Chinas Schuldenberg sei immens angewachsen, heißt es in der Untersuchung, über die zuerst "Spiegel online" berichtet hatte. Die Schuldenlast der aufstrebenden Großmacht Asiens vervierfachte sich in sieben Jahren unter anderem wegen des überhitzten Immobilienmarktes auf 28 Billionen Dollar. China sei gemessen an der Wirtschaftsleistung stärker verschuldet als die USA oder Deutschland.

Mit einem Verschuldungsgrad von 188 Prozent der jährlichen Wirtschaftsleistung (ohne Finanzsektor) liegt Deutschland im Mittelfeld der 47 untersuchten Staaten. Der nur noch moderate Anstieg der Schulden in den vergangenen sieben Jahren brachte der Bundesrepublik zudem den neunten Platz bei der Schuldenentwicklung ein. Ein deutlicher Abbau der Schuldenlast ist in den vergangenen sieben Jahren nur Israel gelungen, wo vor allem Unternehmen ihre Verbindlichkeiten abbauten.

Studie McKinsey

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