Wie im Film "Terminal"

Syrischer Flüchtling sitzt seit einem Jahr an Flughafen fest

Istanbul - Seit einem Jahr sitzt Fadi Mansur nun schon am internationalen Flughafen Istanbul fest. Er darf weder einreisen, noch kann er ausreisen. Amnesty International macht nun auf ihn aufmerksam.

Ein syrischer Flüchtling, dem die türkischen Behörden die Einreise verweigern, sitzt seit einem Jahr am internationalen Flughafen Istanbul fest. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty international sprach von "willkürlicher Inhaftierung" und forderte die türkische Regierung auf, Fadi Mansur "vorübergehend Schutz" zu gewähren und einreisen zu lassen.

Amnesty zufolge floh Mansur 2012 vor dem Krieg in Syrien in den Libanon, bevor er sich in der Türkei niederließ. Im vergangenen Jahr wurde ihm die Einreise nach Malaysia verwehrt. Bei seiner Rückkehr nach Istanbul am 15. März 2015 strandete er am Atatürk-Flughafen in einem "problematischen Passagieren" vorbehaltenen Raum.

Im vergangenen November konnte Mansur den fensterlosen und ständig beleuchteten Raum kurzfristig verlassen, um nach Libanon zu reisen. Doch auch dort wurde ihm die Einreise verweigert, und er kehrte wieder nach Istanbul zurück.

In einem Video der Menschenrechtsorganisation spricht der Mittzwanziger von einer "grausamen, unmenschlichen und erniedrigenden" Behandlung. Er träume davon, einmal wieder ohne Licht schlafen zu können. Am Mittwoch veröffentlichte der syrische Gefangene über den Kurzbotschaftendienst Twitter ein Foto mit einem Hamburger und der Bildunterzeile: "Teilen Sie meine tägliche Mahlzeit mit mir".

Mansurs Fall erinnert an den des Iraners Merhan Karimi Nasseri, von dem sich Steven Spielberg zu seinem Film "The Terminal" aus dem Jahr 2004 inspirieren ließ. Der Mann, der keine ordentlichen Ausweispapiere hatte, saß 18 Jahre lang im Terminal 1 des Pariser Flughafen Charles de Gaulle fest.

AFP

Rubriklistenbild: © dpa

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