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Weltfrauentag: Demonstrationen gegen Ukraine-Krieg in Moskau

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Von: Tobias Utz, Delia Friess

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Am Weltfrauentag wird auch auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam gemacht. In Russland ruft der Kreml-Kritiker Nawalny zu Protesten gegen den Ukraine-Krieg auf.

Update vom Dienstag, 08.03.2022, 11.30 Uhr: Der 8. März ist in Russland ein nationaler Feiertag. Den Weltfrauentag, der dort arbeitsfrei ist, wollen zahlreiche Aktivisten-Gruppen als Anlass für Demonstrationen gegen den Ukraine-Krieg nutzen. Vor allem für die Hauptstadt Moskau sind Proteste angekündigt (s. Erstmeldung).

Erstmeldung vom Montag, 07.03.2022, 18.30 Uhr: Moskau – Am Dienstag, dem 08. März 2022, ist wieder Weltfrauentag. Seit 1975 soll am 8. März weltweit auf Themen wie Gleichberechtigung, Gewalt gegen Frauen oder die Gender Pay Gap aufmerksam gemacht werden. Die USA* waren Vorreiter: Bereits am 28.  Februar 1909 wurde laut DGB Berlin der erste nationale Frauentag von der Sozialistische Partei initiiert.

Die Polizei verhaftet zwei Frauen bei einer Demonstration gegen die Invasion in die Ukraine.
Die Polizei verhaftet zwei Frauen bei einer Demonstration gegen die Invasion in die Ukraine. (Archivfoto) © Natalia Kolsenikova/AFP

Auch Gewalt gegen Frauen ist im Jahr 2022 immer noch Thema und für viele Frauen weltweit Realität. Das Leben von Frauen ist auch von den Bombardements Russlands akut bedroht. Internationalen Beobachter:innen zufolge soll Russland auch vermehrt zivile Einrichtungen und Wohnhäuser angreifen. Auch Krankenhäuser sollen von Russlands Raketen getroffen worden sein. Und auch viele Kinder sollen bereits Opfer von Russland geworden sein, wie auch Außenministerin Annalena Baerbock* (Grüne*) sagte. Aufgrund des Krieges in der Ukraine müssen sich Tausende auf eine gefährliche Flucht begeben und ihr Zuhause verlassen. Gerade Frauen und Kinder sind in Fluchtsituationen besonders verletzlich.

Zwei Frauen sitzen mit ihren Kindern auf dem Boden des Bahnhofes Lviv im Westen der Ukraine. Tausende flüchten vor den Bombardements Russlands.
Zwei Frauen sitzen mit ihren Kindern auf dem Boden des Bahnhofes Lviv im Westen der Ukraine. Tausende flüchten vor den Bombardements Russlands. © Daniel Leal/AFP

Krieg gegen Ukraine: Frauen in Russland sollen am Weltfrauentag demonstrieren

Das Team um Alexej Nawalny rief nun anlässlich des Weltfrauentages am 8. März Frauen in Russland dazu auf, gegen den Angriff Russlands auf die Ukraine zu demonstrieren. Wenn es in Moskau 14.00 Uhr ist (12.00 Uhr MEZ), sollen Frauen auf zentralen Plätzen in ihren Städten oder Orten protestieren, sagte Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch in einer Videobotschaft.

„Frauen verschwinden nicht, wenn der Krieg beginnt. Sie tragen im Krieg eine genauso große Last wie Männer - wenn nicht sogar eine größere“, sagte Jarmysch. Frauen dürften sich in diesem Krieg nicht verstecken, so die Nawalny-Vertraute weiter. Am Frauentag sollten die Frauen daher zeigen, dass mit ihrer Meinung zu rechnen sei. „Wir wollen diesen Krieg nicht. Wir wollen, dass er unverzüglich beendet wird“, so Jarmysch.

Weltfrauentag am 8. März 2022: Nawalny ruft Russlands Frauen zu Demos gegen den Ukraine-Krieg auf

Insgesamt sollen es mehr als 13.400 Festnahmen bei Anti-Kriegs-Demonstrationen in Russland seit Beginn der Invasion am 24. Februar 2022 gegeben haben, wie die Bürgerrechtsorganisation Owd-Info bekanntgab. Auch am Sonntag (06.03.2022) hatte es in zahlreichen Städten Russlands Demonstrationen gegen den Krieg in der Ukraine gegeben, bei denen Owd-Info zufolge rund 4065 Menschen in fast 70 Städten festgenommen wurden.

Der Oppositionelle und Kreml-Kritiker Alexej Nawalny war in Russland mit einem Nervengift vergiftet und danach nach Deutschland geflogen und in Berlin behandelt worden. Bei seiner Rückkehr nach Russland wurde Nawalny sofort inhaftiert und in einem international kritisierten Prozess zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Derzeit befindet sich Nawalny in einem Gefängnis in Haft*. Internationalen Expert:innen zufolge sollen die Haftbedingungen, darunter auch die medizinische Versorgung, in dem berüchtigten Straflager miserabel sein. Zudem soll Nawalny massiven Schikanen der Gefängniswärter ausgesetzt sein.*

Der Kreml geht auch immer wieder gegen Menschen vor, darunter auch gegen Feministinnen, die sich für Gleichstellung einsetzen.* Zudem wurde 2017 häusliche Gewalt in Russland* entkriminalisiert.

Der russische Oppositionelle Alexej Navalny (l.) mit seiner Frau Yulia bei einer Gerichtsverhandlung in Pokrov am 15. Februar 2022.
Der russische Oppositionelle Alexej Navalny (l.) mit seiner Frau Yulia bei einer Gerichtsverhandlung in Pokrov am 15. Februar 2022. © Alexander Nemenov/AFP

In Russland ist der Frauentag am 8. März ein Feiertag, an dem Frauen traditionell Blumen geschenkt bekommen. Die durch Putins Krieg ausgelösten Sanktionen dürften sich allerdings auch auf die Situation von Frauen in Russland negativ auswirken.

Zuvor gingen bisher noch nicht verifizierte Bilder um die Welt, die sehr junge russische Soldaten in ukrainischer Gefangenschaft zeigen. Die Ukraine hatte auf den Social-Kanälen bekanntgegeben, dass russische Mütter ihre Kinder in der Ukraine unversehrt abholen könnten.

Unterdessen geht der Krieg in der Ukraine weiter: Russland veröffentlicht eine Liste „feindlicher“ Länder.* (df mit dpa) fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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