Besondere Schwere der Schuld

Mord an schwangerer Maria: Pflichtverteidiger legt Revision ein

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Stralsund: Der 19-jährige Angeklagte (l) und der 21-jährige Angeklagte (3.v.l) stehen im Saal im Landgericht neben ihren Anwälten.

Zwei Männer sollen Maria K. aus Zinnowitz aus Mordlust getötet haben. Jetzt fiel das Urteil - ein Verteidiger legt Revision ein.

  • Die Staatsanwaltschaft wirft zwei Männern (19 und 21) vor die schwangere 18-Jährige am 18. März 2019 heimtückisch aus Mordlust getötet zu haben.
  • Am 6. September hat das Landgericht Stralsund den 19-jährigen Haupttäter zu zwölf Jahren Haft und Unterbringung in einer Psychiatrie verurteilt. 
  • Der 21-jährige zweite Täter wurde zu lebenslanger Haft verurteilt.
  • Das Gericht stellte bei beiden die besondere Schwere der Schuld fest.
  • Der Verteidiger des 21-Jährigen legte nun Revision ein.

Mord an schwangerer Maria: Verteidiger legt Revision ein

Update vom 10. September 2019, 15.42 Uhr: Im Fall Maria K. wurden am Freitag die beiden Täter verurteilt. Für den 19-Jährigen wurde eine Unterbringung im Maßregelvollzug in einer Psychiatrie und eine Jugendstrafe veranlasst. Der 21-jährige Täter erhielt eine lebenslange Haftstrafe mit besonderer Schwere. Eine vorzeitige Haftentlassung ist damit so gut wie ausgeschlossen. 

Am Mittag hat der Pflichtverteidiger des 21-Jährigen im Auftrag seines Mandaten nun Revision gegen das Urteil eingelegt, berichtet die Ostsee-Zeitung. Der Verteidiger sieht Fehler im Urteil. Zu den genauen Gründen wird es sich laut der Zeitung jedoch erst äußern, wenn das schriftliche Urteil vorliegt. Es wird nach der mündlichen Verlesung innerhalb von sieben Wochen erwartet. Anschließend wird der Bundesgerichtshof entscheiden, ob Neuverhandlungen nötig sind. In dieser Zeit wird der 21-jährige Täter weiter in Untersuchungshaft bleiben. 

Der Verteidiger des 19-Jährigen wird dagegen wohl keine Revision einreichen. Er zeigte sich mit dem Urteil zufrieden und betonte gegenüber der Ostsee-Zeitung: „Das Wichtigste ist die Unterbringung meines Mandanten im Maßregelvollzug, damit er dort weiter psychiatrisch behandelt wird.“ Bis zum 13. September wäre ein Antrag auf Revision noch möglich.

Ein halbes Jahr nach einem tödlichen Raser-Unfall in Stuttgart muss sich nun ein 20-Jähriger wegen Mordes vor Gericht verantworten. Währenddessen scheint es in einem „Cold Case“ wieder Bewegung zu geben. Rund 25 Jahre nach einem Mord sucht die Polizei in Hamburg nun eine Zeugin mit aktuellem Phantombild.

Mord an schwangerer Maria: Mitwisser muss sich verantworten

Update vom 10. September 2019: Drei Tage nachdem die beiden Angeklagten zu langen Haftstrafen verurteilt wurden, musste sich nun auch ein Mitwisser vor Gericht verantworten. Wie Bild berichtet, wusste ein Freund der beiden Täter von dem Verbrechen an der schwangeren Maria. Obwohl der 21-Jährige demnach zweimal von der Polizei zu dem Geschehen befragt wurde, schwieg der Krankenpflegehelfer. Er wurde zu 100 Tagessätzen á 45 Euro verurteilt.#

Zu einer erschreckenden Tat ist es auch in Österreich gekommen: Die Polizei ermittelt in einem Fünffachmord in Kitzbühel.

Update vom 6. September 2019, 18.10 Uhr: Das Verbrechen sorgte für Entsetzen: Auf der Urlaubsinsel Usedom wurde die schwangere Maria (18) brutal umgebracht - aus Mordlust. Das Landgericht Stralsund hat nun hohe Strafen verhängt. Zum Prozessausgang kamen Wut und Hass bei den zwei Verurteilten nochmal hoch, wie die Bild berichtet. Demnach wurde der 21-jährige Verurteilte aus dem Zuschauerraum heraus beschimpft - und zeigte dem Publikum den Mittelfinger. Auch der 19-jährige Verurteilte hatte am Anfang des Verfahrens diese Geste gezeigt, schreibt die Bild

Mord an schwangerer Maria: Lebenslänglich und Einweisung in die Psychiatrie

Update vom 6. September 2019: Für den grausamen Mord an der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz hat das Landgericht Stralsund für den 19 Jahre alten Haupttäter die Unterbringung im Maßregelvollzug in einer Psychiatrie angeordnet. Zusätzlich wurde er zu einer zwölfjährigen Jugendhaftstrafe verurteilt. Der andere Täter, ein 21 Jahre alter Mann, erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Bei ihm stellte das Gericht am Freitag auch die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Haftentlassung ist damit so gut wie ausgeschlossen.

Mord an schwangerer Maria: Forderung nach lebenslanger Haft und Maßregelvollzug

Update vom 2. September 2019: Im Prozess um den Mord an der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz gegen zwei 19- und 21-jährige Männer hat die Staatsanwaltschaft vor dem Landgericht Stralsund für den älteren Angeklagten eine lebenslange Haftstrafe gefordert. Der Jüngere sollte wegen seiner schweren Persönlichkeitsstörung in den Maßregelvollzug in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden. 

Zusätzlich beantragte der Staatsanwalt am Montag für ihn eine zehnjährige Jugendhaftstrafe. Bei beiden Angeklagte sollte auch die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden. Eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren wäre damit so gut wie ausgeschlossen.

Der Prozess wird mit den Plädoyers der Verteidigung fortgesetzt. Das Urteil wird voraussichtlich am Freitag gesprochen.

Update vom 29. August 2019, 15.49 Uhr: Das Verbrechen an der 18-jährigen Maria aus Zinnowitz schockiert noch immer, nun kommen weitere grausame Details ans Licht. Nachdem zunächst Gutachter am Donnerstag von einer auf der Leiche gefundenen DNA-Spur berichtet hatten, veröffentlicht Bild nun ein weiteres schockierendes Detail. 

Demnach habe einer der beiden Angeklagten, der 19-jährige Nicolas K., erklärt, eines seiner Tattoos sei durch den Mord an Maria inspiriert worden. Das in seinem Gesicht, direkt unter dem Auge, tätowierte Kreuz sei demnach ein Andenken an die 18-Jährige. Auch ihren Namen habe er zu gegebener Zeit hinzufügen lassen wollen. Ein makaberes Detail, dass die Mutter des Mordopfers völlig aus der Bahn wirft. 

„Hast du in deinem dämlichen Hirn überhaupt etwas drin? Ich kann nicht mehr, das ist alles abartig, du gehörst in die Psychiatrie“, schreit sie den 19-Jährigen an, verlässt anschließend weinend den Gerichtssaal. 

Mord an schwangerer Maria: Rechtsmedizin findet DNA-Spuren - „Schweres Indiz“

Update vom 29. August 2019, 13.04 Uhr: Mit der Befragung einer Rechtsmedizinerin ist am Donnerstag der Prozess um die Ermordung der 18-jährigen Maria von der Ostsee-Ferieninsel Usedom fortgesetzt worden. Die Staatsanwaltschaft wirft zwei 19 und 21 Jahre alten Deutschen vor, die schwangere junge Frau aus Zinnowitz im März heimtückisch und aus Mordlust getötet zu haben. Sie wollten einen Menschen sterben sehen, hieß es in der Anklage.

Die Gutachterin führte vor dem Landgericht Stralsund aus, dass im unteren Bereich der Hose Marias DNA-Spuren des älteren Angeklagten gefunden worden seien. Es handele sich dabei um eine Spur von mehreren Menschen, eine sogenannte Mischspur. Der Staatsanwalt wertet dies als „schweres Indiz“ dafür, dass der ältere Angeklagte Maria „während der Tat an den Beinen festgehalten haben könnte“. Dies hatte der jüngere Angeklagte behauptet, der Ältere hatte dies jedoch bestritten.

Mord an schwangerer Maria: Mutter von Mordopfer mit bewegender Aussage

Update vom 22. August 2019: Mit der Befragung der Mutter ist vor dem Landgericht Stralsund der Prozess um die Ermordung der 18-jährigen schwangeren Maria aus Zinnowitz auf Usedom fortgesetzt worden. Mit bewegenden Worten schilderte die 47-Jährige am Donnerstag, wie Maria und sie vor dem Verbrechen den Tag verbracht hatten. Heftig weinend sagte sie, wie sehr ihr ihre Tochter fehle. Auf Wunsch der Mutter wurde der Prozess kurz unterbrochen.

Die 19 und 21 Jahre alte Angeklagten haben laut Staatsanwaltschaft einen Menschen sterben sehen wollen und hatten sich dafür die schwangere Frau ausgesucht. Am ersten Prozesstag hatte der 19-Jährige ein umfangreiches Geständnis abgelegt. Der zweite Angeklagte hatte in einer Erklärung zugegeben, bei dem Verbrechen anwesend gewesen zu sein. Er sei aber nicht beteiligt gewesen und habe auch nicht - wie von seinem Mitangeklagten behauptet - während der Tat die Beine von Maria festgehalten.

Insgesamt sollen mehr als zehn Zeugen gehört werden, darunter auch die Freundin des 19-Jährigen. Sie soll nach Aussagen des Angeklagten frühzeitig von dem Verbrechen erfahren, aber nichts getan haben, um es zu verhindern oder danach der Polizei zu melden.

Im österreichischen Wörgl wurde ein 20-jähriger Mann auf offener Straße erstochen. Mehrere Tatverdächtige konnten fliehen. Auch in Hamburg sucht die Polizei nach einem Mörder: Vor drei Jahren wurde ein 16-Jähriger an der Alster hinterrücks erstochen. Jetzt suchen die Hamburger Ermittler mit einem neuen Ansatz nach dem Täter, wie nordbuzz.de* berichtet.

Update vom 21. August 2019, 7.34 Uhr: Die Schilderungen der beiden Angeklagten im Fall der getöteten Maria K. in Zinnowitz schockierten nicht nur Zuhörer im Saal, auch einer der Angeklagten selbst reagierte mit einer körperlichen Reaktion. Der 21-Jährige musste sich in einen Eimer übergeben. 

Wie Bild weiß, erklärten die beiden Männer vor Gericht dann auch, ihr Opfer völlig wahllos ausgesucht zu haben. Der 19-jährige Angeklagte soll vor Gericht gesagt haben: „Ich hatte ein paar Namen im Kopf: meinen Kumpel Paul, der mit im Park war, Maria und noch eine dritte Person. Maria war gegen 18 Uhr auch kurz im Park, wollte hallo sagen.“ Die Wahl sei dann auf Maria K. gefallen, da sie allein lebte. 

Auf dem Weg zu der jungen Frau habe der 19-Jährige sich dann bei seiner Ex-Freundin umziehen wollen. Damit kein Blut auf seine guten Klamotten komme. Zu seiner Ex-Freundin, mit der der demnach 19-Jährige ein Kind haben soll, habe er dann gesagt: „Ich werde jetzt Maria oder Paul umbringen“. Doch die junge Frau habe seine Aussagen nicht ernst genommen. 

Video: Usedom: Mord an schwangerer Maria - „Heimtückisch und aus Mordlust“

Mord an Maria auf Usedom: Angeklagter schockiert mit Details der Tat 

Update vom 20. August 2019, 16.25 Uhr: Was mag in der Mutter des Opfers vorgegangen sein, als einer der Angeklagten die Planung der Ermordung und die Tat in Details schildert. Selbst Zuhörer im Gerichtsaal reagierten fassungslos, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet.

Am Nachmittag des Tattags im März habe der 19-Jährige mit dem mitangeklagten 21-Jährigen den Mordplan geschmiedet. 

„Wir haben darüber gesprochen, wie es wäre, jemanden umzubringen“, sagte der junge Mann, ohne Emotionen zu zeigen. Dann sei der Satz gefallen: „Lass es uns heute machen.“ Maria sei als Opfer ausgewählt worden, weil sie alleine lebte. „Es war einfacher.“

Mitten in der Befragung durch die Vorsitzende Richterin musste sich der Mitangeklagte übergeben, die Verhandlung wurde unterbrochen.

Der 19-Jährige gab an, er habe gewusst, dass Maria schwanger war. „Sie hat sich darauf gefreut.“ Von den Besuchern kam in diesem Moment der entsetzte Ausruf: „Mein Gott!“ Auf die Frage der Richterin, wie es ihm bei der Tat gegangen sei, sagte der Mann: „Ich habe dabei keine Gefühle gehabt.“ Eine tote Frau wurde indes in einer Wohnung in Verden bei Bremen gefunden, wie nordbuzz.de* berichtet. Der Lebensgefährte stellte sich der Polizei.

Mord an schwangerer Maria auf Usedom: Prozess gestartet - Angeklagter streckt Mittelfinger hoch

Erstmeldung vom 20. August 2019, 12.39 Uhr:

Stralsund - Im Fall der im März getöteten Maria aus Zinnowitz hat am Dienstag nun der Prozess gegen zwei junge Männer begonnen. Die beiden erst 19 und 21 Jahre alten Männer müssen sich wegen Mordes verantworten. Sie sollen die schwangere Maria nach Ansicht der Staatsanwaltschaft heimtückisch aus Mordlust umgebracht haben. 

Gleich zu Beginn der Verhandlung versteckte der 19-jährige Angeklagte sein Gesicht. Er streckte den Anwesenden jedoch seinen Mittelfinger entgegen. 

Mord an Maria auf Usedom: Angeklagte müssen sich nun vor Gericht verantworten 

Die beiden Deutschen sollen demnach einen Menschen sterben sehen wollen, wie das Gericht vermutet. Knapp einen Monat tappten Ermittler im Dunklen, dann konnten die beiden Männer aus Zinnowitz und einem Nachbarort festgenommen werden. Die Tatwaffe ist noch immer verschwunden. In der Untersuchungshaft belasteten sie sich den Angaben zufolge gegenseitig. 

Der 19-Jährige habe eingeräumt, zugestochen zu haben. Insgesamt seien aber beide Aussagen noch nicht deckungsgleich, hieß es vonseiten der Staatsanwaltschaft. Für den Prozess sind bis zum 30. August insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt. 21 Zeugen und drei Sachverständige sind geladen.

Usedom trauert: Ermordete Maria aus Zinnowitz - junge Männer wollten „Menschen sterben sehen“

Dem älteren Angeklagten droht nun laut Gericht im Falle einer Verurteilung wegen Mordes eine lebenslange Freiheitsstrafe. Bei dem Jüngeren könnten sich wegen Mordes mehrere Strafmöglichkeiten ergeben. Im Falle der Anwendung von Jugendstrafrecht droht ihm eine bis zu zehn Jahre dauernde Jugendstrafe. Sollte die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden, könnte die Haftzeit auf 15 Jahre ausgeweitet werden. Es besteht aber auch die Möglichkeit der Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus.

Kerzen und Blumen stehen vor dem Eingang des Hauses, in dem Maria tot aufgefunden wurde. 

Was genau in der Nacht des 18. März in dem unscheinbaren Reihenhaus in Zinnowitz geschah, ist noch immer nicht ganz klar. Doch wie die Ostsee-Zeitung berichtet, sollen die beiden Bekannten von Maria die junge Frau zunächst besucht haben. Dann habe der jüngere der beiden offenbar auf sie eingestochen, während der 21-Jährige die schwangere Frau festgehalten habe. Wie die Staatsanwaltschaft nach Festnahme der beiden Männer erklärt, hätten sich die beiden mutmaßlichen Täter im Vorfeld für den Mord verabredet. 

Usedom: Verbrechen an Maria schockiert Deutschland: Mörder nun vor Gericht

Der Mord an der jungen Frau schockierte ganz Deutschland. Direkt nach dem Verbrechen veröffentlichte die Polizei zunächst Fotos von den Klamotten und von persönlichen Gegenständen des Opfers, um so mögliche Zeugen auf Geschehnisse am Tattag hinweisen zu können. Ihre beiden mutmaßlichen Mörder besuchten dann sogar noch die Trauerfeier für Maria, kurz darauf kamen ihnen Ermittler jedoch auf die Spur. 

Im Fall der vor einem Jahr ermordeten Tramperin Sophia L. startete im August ebenfalls der Prozess. Ein Gutachter soll nun klären, ob die Studentin vor ihrem Tod sexuell missbraucht wurde. Im Fall der seit 19 Jahren verschwundenen Filiz konnte die Polizei nun das Rätsel lösen. Die junge Frau ist tot.

*nordbuzz.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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