Flammen in Kalifornien, Oregon und Washington

Feuer in den USA: 500.000 Menschen auf der Flucht vor Waldbränden - Rauch erreicht Europa

In den USA fordern die Waldbrände erneut zahlreiche Menschenleben. Hunderttausende sind an der Westküste auf der Flucht vor den Flammen. Doch es gibt Hoffnung.

  • Die Waldbrände an der Westküste der USA haben bereits zahlreiche Tote gefordert.
  • Hunderttausende Menschen sind auf der Flucht vor den Flammen.
  • Viele Gebiete sind von der Außenwelt abgeschnitten. Die Opferzahl steigt weiter an.

Update vom 15. September, 17.35 Uhr: Im Westen der USA kamen bislang mindestens 35 Menschen ums Leben. Jahr für Jahr werden die Dürreperioden länger und die Waldbrände extremer. Ein deutscher Meteorologe schildert ein Wetter-Phänomen, das unweigerlich aus dem Klimawandel resultiert und für das Ausmaß in den Staaten mitverantwortlich ist: Trockengewitter.

Die Waldbrände könnten außerdem ein grausames Naturphänomen in der Tierwelt ausgelöst haben. Tausende Zugvögel sind im Südwesten der USA vom Himmel gefallen.

Update vom 13. September, 21.28 Uhr: Die Lage an der Westküste der USA ist weiter angespannt. Waldbrände haben bisher schon 29 Todesopfer gefordert. Der amerikanische Fernsehsender NBC berichtet, dass es seit Mitte August 20 Tote in Kalifornien, acht in Oregon und einen in Washington gab. Dutzende Menschen wurden aber als vermisst gemeldet. Die Behörden gehen deshalb davon aus, dass die tatsächlichen Opferzahlen wesentlich höher sind. Außerdem mussten zehntausende Amerikaner ihr Zuhause verlassen und sind jetzt obdachlos.

Neben der direkten Gefahr durch die Brände, wird die Luftverschmutzung zu einem zunehmenden Problem für die Menschen. In San Francisco wurde bereits der Spare-The-Air-Alert ausgerufen, berichtet RTL.de. In der Stadt hat die Luft ein gesundheitsschädliches Niveau erreicht. Der Rauch kann bei Menschen Asthma, Lungen- und Brustschmerzen auslösen und bestehende Atemwegserkrankungen verschlimmern. Die Lunge kann auch dauerhaft geschädigt werden.

Der Rauch der zahlreichen Brände hat inzwischen die Atmosphäre erreicht. Er zieht nun über den ganzen Atlantik bis nach Europa. Die Konzentration der Partikel ist aber so gering, dass sie nicht mehr gefährlich ist. Der RTL-Meteorologe Björn Alexander sagt dazu: „Der Rauch und die Aschepartikel der Großfeuer im Westen der USA verteilen sich mit der atmosphärischen Zirkulation zuerst in Nordamerika und anschließend über den Atlantik bis zu uns nach Europa. Hier ist die Konzentration natürlich sehr gering, kann aber durchaus Auswirkungen haben. Bei schönem und klaren Wetter wie wir es derzeit haben, führen die feinsten Partikel beispielsweise dazu, dass sich die Sonnenauf- und -untergänge deutlich farbintensiver präsentieren.“

Waldbrände an der US-Westküste: Fläche von der Größe Mallorcas verbrannt

Update vom 12. September, 08.35 Uhr: Bei den Waldbränden an der Westküste der USA sind mindestens 16 Menschen gestorben. Es würden viele Todesopfer befürchtet, sagte Andrew Phelps von der Behörde für Katastrophenschutz. Das ganze Ausmaß der Zerstörung sei noch nicht bekannt. Doch allein im Bundesstaat Oregon stünden nach Angaben der Gouverneurin Kate Brown mehr als 3600 Quadratkilometer Land in Flammen - einer Fläche von der Größe Mallorcas.

Mehr als 500.000 Bewohner mussten in Oregon bereits auf Anweisung der Behörden ihre Häuser verlassen und sich so vor den Feuern in Sicherheit bringen. „Wir haben noch nie so viele unkontrollierte Brände in unserem Bundesstaat erlebt", so Brown.

In Kalifornien wiederum verbrannten bis Freitagmorgen mehr als zehntausend Quadratkilometer Land. Am Donnerstag hatten sich mehrere Brände zum größten Wald- und Buschfeuer zusammengeschlossen, das der Bundesstaat jemals gesehen hat. Doch Gouverneur Gavin Newsom machte den betroffenen Menschen sowie den 20.000 im Einsatz befindlichen Feuerwehrkräften an der Westküste Hoffnung, da das Wetter „zu koopierieren“ beginne. Vorausgesagt werden nachlassender Wind sowie etwas Regen in den kommenden Tagen.

Waldbrände an US-Westküste: Ex-Präsident Obama ruft zum Wählen

Update vom 11. September, 10.54 Uhr: Kalifornien, Oregon und Washington kämpfen gegen die schwersten Waldbrände in der Geschichte. An der US-Westküsten versuchen rund 14.000 Feuerwehrleute 29 Wald- und Buschbrände zu löschen. Die Zahl der Opfer steigt. Asche verdunkelt den Himmel. Fotos wie aus einem Katastrophenfilm sind in den sozialen Netzwerken zu finden. Im US-Bundesstaat Oregon mussten sich eine halbe Million Menschen vor den Feuern in Sicherheit bringen. Fünf Städte sind dort schon durch die Flammen zerstört. In Oregon konzentriere sich die Feuerwehr im Kampf gegen die Brände derzeit auf den Schutz von Menschenleben, teilten die lokalen Behörden mit. Allein in Oregon brennt es derzeit auf 3642 Quadratkilometern, einer Fläche von der Größe Mallorcas.

Busch- und Waldbrände haben in den vergangenen Jahren stark zugenommen, wofür Experten die Erderwärmung mitverantwortlich machen. Donald Trump machte sich erst vor kurzem über den Klimawandel lustig. Jetzt nimmt Ex-Präsident Barack Obama diese schreckliche Situation zum Anlass die Amerikaner für die US-Wahl zu motivieren. Der 59-Jährige war bisher mit Kritik an Donald Trump eher zurückhaltend. Doch seit dem Parteitag wird Obama deutlicher. „Die Brände an der Westküste sind nur die neuesten Beispiele dafür, wie sehr sich unser Klima in unseren Gemeinden verändert. Der Schutz unseres Planeten steht auf dem Stimmzettel. Stimmen Sie ab, wie Ihr Leben davon abhängt - weil es so ist“, twittert Obama.

Unterdessen meldet sich auch Klimaaktivistin Greta Thunberg zu Wort - mit einem eindringlichen Appell.

Feuer in Kalifornien: Schlimmsten Waldbrände der Geschichte

Update vom 11. September 2020: Durch die verheerenden Waldbrände in Kalifornien ist die Anzahl der Todesopfer nochmals gestiegen. Sieben Leichen seien in einem Brandgebiet in Bezirk Butte County entdeckt worden. Das bestätigte der zuständige Sheriff am Donnerstagabend (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz. Demnach hätten Einsatzkräfte bereits am Tag zuvor drei weitere verkohlte Leichen gefunden. Doch das Feuer könnte noch mehr Menschen das Leben gekostet haben, weshalb weitere Opfer befürchtet werden. Der Bezirk Butte County wurde bereits im Jahr 2018 von heftigen Bränden heimgesucht. Durch das sogenannte Camp Fire wurde die Ortschaft Paradise damals beinahe völlig zerstört. Zehntausende Menschen verloren ihr Zuhause und wurden obdachlos, 85 Bewohner kamen ums Leben.

Feuer in Kalifornien: „Apokalyptische“ Bilder von der Golden Gate Bridge

Erstmeldung vom 10. September 2020: San Francisco - Die verheerenden Busch- und Waldbrände an der Westküste der USA haben inzwischen ganze Ortschaften verwüstet und mindestens sechs weitere Menschen das Leben gekostet. Im Bundesstaat Oregon wurden fünf Städte „großenteils zerstört“, wie Gouverneurin Kate Brown am Mittwoch schilderte. Die Behörden warnten, die Opferzahlen könnten in den nächsten Tagen noch steigen, da viele Gebiete komplett von der Außenwelt abgeschnitten sind.

So ziemlich alle ihre Kunden hätten „eine Apokalypse im Kopf“, sagte die Angestellte eines Cafés in San Francisco, Leah Lozano, dem „San Francisco Chronicle“ am Mittwoch. „Das ist eine Metapher für unsere gegenwärtige Notlage.“

Waldbrände in Kalifornien/USA: Ein Jahr altes Baby stirbt

Im Bundesstaat Washington kam Medienberichten zufolge ein einjähriges Kind ums Leben, seine Eltern wurden mit schweren Verbrennungen in ein Krankenhaus gebracht. Wie der Sender ABC unter Berufung auf den Sheriff des Bezirks Okanogan meldete, hatte die Familie auf der Flucht vor dem sogenannten Cold Springs Fire mit dem Auto ihr Grundstück verlassen. Angehörige meldeten die drei am Dienstag als vermisst. Die Familie sei am Mittwoch dann am Ufer des Flusses Columbia gefunden worden, ihren - später ausgebrannten - Wagen hätten sie verlassen. Inzwischen habe das Feuer dort eine Fläche von rund 660 Quadratkilometern zerstört. Im gesamten Bundesstaat sei eine Fläche von fast 2000 Quadratkilometern betroffen.

Waldbrände in Kalifornien: Die Golden Gate Brücke im Schein der rot schimmernden Rauchschwaden.

Auch in Nordkalifornien wurden drei Todesopfer entdeckt. Zuvor waren bereits mindestens acht Menschen in Kalifornien durch die dort seit Wochen heftig wütenden Busch- und Waldbrände ums Leben gekommen.

Von großen Teilen der Stadt Talent in Oregon stehen nur noch „rauchende Ruinen“, wie die Einwohnerin Sandra Spelliscy der Nachrichtenagentur AFP schilderte: „Es gibt mehrere Stadtteile, wo kein einziges Gebäude mehr steht, nur noch die Skelette von Schornsteinen oder verkohlten Haushaltsgeräten.“

Waldbrände in Kalifornien: Hunderte Häuser vernichtet

Die erneute massive Ausbreitung der Brände wird durch eine Hitzewelle und trockenen Wind begünstigt. Hunderte weitere Häuser wurden seit dem Wochenende vernichtet, zehntausende Menschen mussten vor den Flammen fliehen.

Die Katastrophe könne sich zum „größten Verlust von menschlichem Leben und Eigentum“ durch Busch- und Waldbrände in der Geschichte Oregons auswachsen, warnte Gouverneurin Brown. Auch der Gouverneur von Washington, Jay Inslee, nannte das Ausmaß der Feuer „beispiellos und herzzerreißend“. Er machte den Klimawandel für die Brände verantwortlich. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom erklärte, angesichts der Brände habe er keinerlei Verständnis für Klimawandel-Leugner: „Das hat absolut nichts mit der Realität vor Ort zu tun.“

In Kalifornien vernichteten die Flammen bereits eine Rekordfläche von mehr als 8000 Quadratkilometern. Rund 240 Kilometer nördlich von San Francisco breitete sich zuletzt das sogenannte Bear Fire mit rasender Geschwindigkeit aus. Es vereinte sich mit älteren Bränden und bedrohte die Stadt Oroville.

Waldbrände in Kalifornien: Glühender Flammen-Himmel über San Francisco

Orangener Rauch über San Francisco: Im US-Bundesstaat Kalifornien richten die Waldbrände gerade verheerende Schäden an.

San Francisco und andere kalifornische Regionen erwachten am Mittwoch unter einem orangefarbenen Himmel. Erzeugt wurde das Phänomen vom Rauch der Brände, der sich mit Nebel vermischte und das Sonnenlicht blockierte - dies erzeugte eine surreal wirkende Szenerie wie in einem Katastrophenfilm.

Mehr als 170.000 Haushalte waren in Kalifornien ohne Strom, da der Energieversorger PG&E wegen der extremen Waldbrandgefahr in weiten Teilen des Bundesstaates das Stromnetz stilllegte. Nach Angaben der Feuerwehr wurden bereits mehr als 3000 Gebäude in Kalifornien durch die Feuer zerstört.

Busch- und Waldbrände haben in Kalifornien in den vergangenen Jahren stark zugenommen, wofür Experten die Erderwärmung mitverantwortlich machen. Beim folgenschwersten Waldbrand der kalifornischen Geschichte waren im November 2018 in Norden des Bundesstaats 86 Menschen ums Leben gekommen. (AFP/frs) *Merkur.de gehört zum Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk.

Rubriklistenbild: © Marcio Jose Sanchez

Das könnte Dich auch interessieren

Kommentare