Zeugin aufgetaucht

Wiesn-Attentat: Neue Ermittlungen nach 32 Jahren

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Vor 34 Jahren starben 13 Menschen beim Attentat auf dem Oktoberfest. Der Generalbundesanwalt hat die Ermittlungen jetzt wieder aufgenommen.  

Karlsruhe - Jetzt ist es offiziell: Im Fall des Oktoberfestattentats vor 34 Jahren hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen wieder aufgenommen. Es gibt eine neue Zeugin.  

Es war das bislang schwerste Attentat mit rechtsextremen Hintergrund in Deutschland. Beim Anschlag auf das Münchner Oktoberfest 1980 starben 13 Menschen. Zweifelsfrei aufgeklärt wurde das Wiesn-Attentat aber nie. Nun wird wieder ermittelt.

Am Haupteingang des Oktoberfests erinnert ein Mahnmal an die Opfer des Anschlags.

Rund 34 Jahre nach dem Bombenanschlag auf das Münchner Oktoberfest geht die Bundesanwaltschaft neuen Hinweisen auf mögliche Drahtzieher nach. „Ich habe heute angeordnet, dass die Ermittlungen wieder aufgenommen werden“, sagte Generalbundesanwalt Harald Range am Donnerstag in Karlsruhe. Ausgelöst wurden diese durch eine bisher unbekannte Zeugin, die auf mögliche Mitwisser hindeuten könnte.

Mehrere neue Ansatzpunkte für die Ermittlungen

Die Ermittlungen werden sich Range zufolge aber nicht auf diese Frau allein beschränken. „Wir werden allen Ansatzpunkten erneut und umfassend nachgehen.“ Er sprach vom „schwersten rechtsextremistischen Attentat in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland“.

Bei dem Anschlag 1980 waren 13 Menschen getötet und 200 verletzt worden. Unter den Toten war auch der Attentäter, der 21-jährige Gundolf Köhler, Anhänger der rechtsextremen „Wehrsportgruppe Hoffmann“. Er wurde zeitweise als Einzeltäter angesehen.

Stehen vor einer "neuen Situation"

Range betonte jetzt jedoch: „Eine Einzeltäter-Theorie haben wir niemals verfolgt.“ Von Anfang an sei nach möglichen Mittätern oder Verschwörern gesucht worden. Wiederholt habe die Bundesanwaltschaft die Wiederaufnahme der Ermittlungen geprüft, unter anderem auch nach Auswertung von Stasi-Unterlagen.

Jetzt „stehen wir vor einer neuen Situation“, sagte Range. Die Aussage der Zeugin sei „werthaltig“. Zum Inhalt äußerte er sich nicht. Das Bayerische Landeskriminalamt wurde mit den kriminalpolizeilichen Ermittlungen beauftragt.

Die Grünen im Bundestag hatten schon vor kurzem gefordert, alle Akten auf den Tisch zu legen. Sie wollen etwa wissen, ob ein früherer Waffensammler, der möglicherweise ein Hintermann sein könnte, als V-Mann einer Sicherheitsbehörde diente.

Anwalt der Opfer begrüßt neue Ermittlungen

Werner Dietrich, der Rechtsanwalt der Opfer des Oktoberfestattentats von 1980, hatte 32 Jahre lang für eine Wiederaufnahme gekämpft.

Der Opferanwalt Werner Dietrich hat die Nachricht von der Wiederaufnahme der Ermittlungen zum Oktoberfestattentat von 1980 mit „Freude und Genugtuung“ aufgenommen. „Ich kann nur sagen: Da hat sich das lange Arbeiten gelohnt“, sagte Dietrich am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Dietrich, der mehrere Opfer vertritt, hatte 32 Jahre lang für eine Wiederaufnahme gekämpft. Die Karlsruher Entscheidung stärke seine Mehrtäterthese.

Dietrich hatte zum Jahrestag des Attentats am 26. September erneut einen Wiederaufnahmeantrag in Karlsruhe eingereicht, sein vierter nach 1983, 1984 und 2008. Darin führte er eine neue Zeugin an. Die Frau soll am Tag nach dem Anschlag nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ Flugblätter mit einem Nachruf auf den Attentäter Gundolf Köhler gefunden haben - noch bevor dessen Name öffentlich bekannt war.

dpa

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