Baumängel – was nun?

Baumängel im eigenen Haus - Was nun?

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Mit Baumangel muss sich niemand abfinden. Oft stehen die Verursacher in der Ausbesserungspflicht. Hier gibt es rechtliche Mittel um die Mängel vom Fachmann beheben zu lassen.

Immobilien sind nach wie vor attraktive Investitionen: sei es als Kapitalanlage zur Weitervermietung oder um dort selbst zu wohnen. Nicht immer fallen offensichtliche Mängel schon bei den Besichtigungen auf, können aber schwerwiegende Folgen mit sich ziehen.

Deshalb wird empfohlen, Mängel zum Übergabezeitpunkt im Kaufvertrag festzuhalten, um den Verkäufer dafür haftbar machen zu können. Hier kann es von Nutzen sein, sich von einem Sachverständigen begleiten zulassen, der mit geschultem Blick Schwachstellen zuverlässig erkennt. Aber auch bei Neubau eines Hauses kann es zum sogenannten "Pfusch am Bau kommen", wenn Bauunternehmen beispielsweise fehlerhaftes Material verbauen oder sogar wichtige Bauschritte missachten.



Laut einer Studie des Bauherren-Schutzbundes und des Instituts für Bauforschung Hannover sind es pro Neubau ungefähr 18 Baumängel die auftreten. Zu den häufigsten Baumängeln gehören:


- Risse in Putz und Mauerwerk


- Durchlässige Anschlussdetails zwischen Putz und Fenster


- Risse in Holzbauteilen


- falsch gesetzte Dehnungsfugen im Estrich


- Undichte Lüftungsanlagen


- Mangelhafte Installationsarbeiten an Elektro- und Heizungsanlagen


- Nichteinhaltung festgelegter Materialien (Zum Beispiel Verlegen von Laminat statt Parkett)



Demnach wird alles als Baumangel bezeichnet, was nicht dem Vertrag entspricht, sei es durch falsch ausgeführte Arbeiten oder das Verschweigen von offenbarungspflichtigen Sachverhalten. Selbst vermeintliche Kleinigkeiten, wie Haarrisse im Putz, können weitreichende Konsequenzen haben, weshalb keine Kompromisse bei der Beseitigung eingegangen werden sollten.



Vorgehen zur Beseitigung von Baumängeln 


Wurden die Baumängel beim Kauf verschwiegen oder vereinbarte Arbeiten beim Hausbau fehlerhaft durchgeführt, muss der Verkäufer beziehungsweise das Bauunternehmen die Kosten für die Ausbesserung tragen. Außerdem besteht Anspruch auf Schadensersatz wenn beispielsweise durchlässiges Mauerwerk zu gravierenden Wasserschäden führt. 
Dafür muss dem Verkäufer/der Baufirma zunächst die Chance gegeben werden, die Baumängel zu beseitigen, indem schriftlich eine Mängelanzeige gestellt wird. Hier müssen die Mängel möglichst detailliert beschrieben und eine Frist gesetzt werden, bis zu der die Schäden beseitigt werden müssen. Kommt der Verkäufer seiner Pflicht nicht nach, kann der Käufer die Mängel von einem anderen Unternehmen ausbessern lassen und die Rechnung anschließend an den Verkäufer schicken. Dabei ist wichtig, dass der Hausbesitzer beweisen kann, dass die Fehler schon vor Kauf vorhanden waren oder ausgeführte Arbeiten nicht den vertraglichen Rahmenbedingungen entsprechen. 



Eigeninitiative oder nicht? 


In der Regel sollte die Behebung von Baumangel von fachkundigen Handwerkern in Auftrag gegeben werden. Normalerweise steht das Bauunternehmen oder der Verkäufer in der Ausbesserungspflicht. Bei einem kleineren Baumangel, bei dem der Weg über die Ausbesserungspflicht zu aufwendig erscheint, kann auch selbst Hand angelegt werden. Auch wenn durch die eigene Arbeit vermeintlich Geld gespart wurde, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass hier eine Ausgleichszahlung abgelehnt wird. Manchmal ist es jedoch sinnvoll kleinere Arbeiten einfach schnell selbst zu erledigen. Dann sind diese vom Tisch und man kann sich mit anderen Aufgaben beschäftigen, statt unnötig Energie und Zeit in diese zu investieren. Das nötige Material und Equipment für kleine Ausbesserung führt jeder Baumarkt. Hellweg bieten über Ihren Online-Shop ein enormes Sortiment, welches von Bodenbelägen und Tapeten, über Heizungen bis hin zu Materialien für den Trockenbau reicht. Da steht einer schnellen Ausbesserung nichts mehr im Weg.



Kurz zusammengefasst 


Besteht Verdacht auf Baumängel, sollte nach dem Kauf oder Fertigstellung der Immobilie so schnell wie möglich ein Fachmann hinzugezogen werden, um fehlerhafte Arbeiten festzustellen. Anschließend werden diese dem Verkäufer oder Bauunternehmer mitgeteilt, inklusive realistischer Frist, um die Mängel auszubessern. Geschieht dies nicht, können Handwerker beauftragt und die Rechnung dementsprechend weiter geleitet werden. Die Bezahlung der Rechnung kann, wenn nötig, mit Hilfe eines Anwalts durchgesetzt werden. Um Beweise anbringen zu können, sollte idealerweise jegliche Kommunikation schriftlich erfolgen und das gesamte Vorgehen sorgfältig dokumentiert werden. 
Gut zu wissen: Erst fünf Jahre nach Übergabe verjährt das Recht (in Ausnahmefällen haben die Hausbesitzer eine verlängerte Frist).

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