Der Stand der Dinge


DSL-Netzausbau in Deutschland schreitet voran

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Berlin – Obwohl es Tendenzen zu einem besseren Breitbandausbau gibt, lässt dieser vielerorts noch auf sich warten. Zukünftig wird es in diesem Bereich aber einiges passieren.

Der Stand der Dinge: Wie ist es um den DSL-Netzausbau in Deutschland bestellt?

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat erneut bekräftigt, dass bis Ende des Jahres 2018 schnelles Internet für jeden Haushalt zur Verfügung stehen soll. Eine Bandbreite von 50 MBit/s, wie sie von der Bundesregierung versprochen wird, lässt sich via DSL allerdings noch nicht an jedem Standort nutzen. Welche Maßnahmen werden aktuell ergriffen, um die ehrgeizigen Ausbaupläne erfüllen zu können?


50 MBit/s: Experten bemängeln Zielvorgabe

Um eine Geschwindigkeit von 50 MBit/s über das DSL-Netz übertragen zu können, wird VDSL benötigt. Hier ist im Idealfall bis zu 100 MBit/s möglich. Im Unterschied zum konventionellen ADSL wird die Verbindung in Teilen über ein Glasfasernetz hergestellt. Für den notwendigen Ausbau dieses Glasfasernetzes müssen noch 200.000 km Glasfaser verlegt werden. Trotz des erheblichen Aufwandes gibt es aus Fachkreisen noch Kritik: Experten bemängeln, dass Ziele hinsichtlich der Geschwindigkeit vorgegeben wurden, nicht aber in Hinblick auf die verwendete Technologie. Denn das für das VDSL genutzte Vectoring entspricht keinesfalls dem Stand der Technik, weitere Performance-Erhöhungen sind kaum möglich. Denn im Unterschied zur reinen Glasfaserleitung setzt die Technologie für die Verbindung zwischen Verteilerkasten und Anschlussadresse auf konventionelle Kupferkabel. Die spezielle Kodierung der Kanäle sorgt bei VDSL lediglich dafür, dass es nicht mehr zu einer gegenseitigen Beeinflussung der Leitungen kommt, weshalb die Geschwindigkeit erhöht werden kann - auf maximal 100 MBit/s. Für das Gigabit-Netz, also eine Geschwindigkeit von 1.000 MBit/s, muss dann eine erneute Aufrüstung des DSL-Netzes erfolgen. Doch selbst das konventionelle Vectoring ist bei weitem nicht an jeder Adresse nutzbar, die für den Netzausbau verantwortliche Telekom spricht von einer bundesweiten Abdeckung von aktuell 67 %. Im Umkehrschluss bedeutet dies: insbesondere in ländlichen Gebieten ist auch VDSL nicht verfügbar. Vor dem Abschluss eines neuen DSL-Vertrages sollte also in jedem Fall die Verfügbarkeit von schnellem DSL an der eigenen Adresse überprüft werden. Anhand der Adresse ist dies ganz einfach und unverbindlich online möglich.


Ausbau von Glasfasernetzen notwendig

Für das Erreichen der Ziele der Bundesregierung wird also wieder einmal das Mobilfunknetz erhalten müssen. Zwar lassen sich theoretisch auch über das LTE-Netz, welches auch im ländlichen Raum beinahe überall verfügbar ist, Geschwindigkeiten im Bereich von 50 MBit/s und darüber nutzen. Allerdings ist das maximal verwendbare Datenvolumen eingeschränkt. Auch wenn sich Internetseiten schnell aufrufen lassen, zur Verwendung des Internets gehört heute auch Streaming oder die Inanspruchnahme von Cloud-Dienstleistungen. Auch wenn die Geschwindigkeit vom DSL über Kupferleitungen womöglich nicht der Performance des aktuellen Mobilfunknetzes entspricht, sind derartige Einschränkungen allerdings selten. Ein Ausbau vorhandener Netzkapazitäten ist dennoch wünschenswert und notwendig - was glücklicherweise auch von der Bundesregierung erkannt wurde. Merkel selbst nannte schon die Notwendigkeit, möglichst bald auf reine Glasfaserleitungen umzuschwenken. Andere Länder sind seit langer Zeit bereits dabei, diesen Schritt zu vollziehen: in Japan, Lettland und Schweden der Anteil der Glasfasernetze bereits bei 50 % und mehr; selbst Spanien, die Türkei oder Mexiko sind der Bundesrepublik beim Ausbau der Leitungsnetze derzeit überlegen.

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