Kein Mitleid von Nachbarschaft

Frau muss ihr eigenes Zuhause plattwalzen - weil sie etwas Wichtiges vergessen hat

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Eine Frau aus Cornwall baute sich eine Hütte - und war später gezwungen, sie wieder abzureißen (Symbolbild).

Eine Frau aus Cornwall war gezwungen, ihr frisch erbautes Haus wieder abzureißen - weil sie bei der Planung etwas Entscheidendes vergessen hat.

Die Vorstellung klingt erschreckend: Sie stecken viel Geld in den Bau Ihres Hauses und plötzlich muss es wieder abgerissen werden - die ganze Investition ist dahin.

Eine Frau aus Cornwall, England bekommt in genau so einem Fall allerdings nur wenig Mitleid von ihrer Nachbarschaft. Das ist der Grund.

Frau baut Haus - und vergisst das Wichtigste

Sue Wilesmith kaufte sich 2012 für 200.000 Pfund (rund 226.000 Euro) ein Grundstück in der Küstenstadt Looe, auf dem sich damals zwei verfallene Gebäude befanden - eines davon die Hütte eines ehemaligen Schleusenwärters. Als die heute 63-Jährige das Land erwarb, wurde ihr schnell klar, dass die Hütte neu gebaut und renoviert werden musste. Doch etwas Entscheidendes bedachte sie dabei nicht - und zwar, dass sie für die Planung eine Erlaubnis von der Kommune brauchte

Dem News-Portal Cornwall Live erklärte sie: "Ich habe nicht wirklich an die Baugenehmigung gedacht. Ich war mehr mit der Konstruktion beschäftigt." So entstand eine neue Hütte aus Holz, die rund einen Meter höher war als das Original. Doch dann wurde die Kommune eingeschaltet, welche gegen den unerlaubten Bau zur Tat schritt - mit der Folge, dass Sue Wilesmith alles wieder abreißen musste.

Kommune zeigt kein Erbarmen - Haus muss weg

Die 63-Jährige zeigt sich nun enttäuscht über das Verhalten der Kommune. Zwar würde sie nun einsehen, dass es nicht gut war, ohne Erlaubnis zu bauen, doch es sei ihr unverständlich, warum niemand mit sich reden ließ: "Ich finde, es war harsch, dass niemand mit mir ein Gespräch führen wollte, um zu einem Kompromiss zu kommen."

Sie hätte versucht im Nachhinein eine Erlaubnis zu bekommen und wäre auch bereit gewesen, Veränderungen am Bau vorzunehmen. Doch der Versuch stieß auf taube Ohren. Nun hat Sue Wilesmith knapp 170.000 Euro für den Bau der Hütte in den Sand gesetzt. Vor Gericht wurden der 63-Jährigen zudem rund 7.360 Euro Strafe auferlegt.

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So reagiert das Netz auf die versäumte Baugenehmigung

Auf Facebook haben die Nutzer jedoch nur wenig Mitleid mit der Frau. Hier bekommt sie eher Schelte dafür, dass sie nicht an eine Baugenehmigung gedacht hat: "Man sollte meinen, das ist das Erste was man macht", kritisiert ein User.

"Unglücklich für sie, aber es war die richtige Entscheidung. Zu oft werden außergewöhnliche Areale von natürlicher Schönheit zerstört, weil Menschen nicht den Planungsregeln folgen. Endlich wurde mal eine Entscheidung durchgesetzt. Es sendet die richtige Botschaft", findet auch ein anderer Nutzer.

Es gibt aber auch Leser, die das Verhalten der Kommune nicht nachvollziehen können: "Hier agiert die Kommune wieder sehr unfair. Warum lässt man sie nicht einfach eine Baugenehmigung beantragen und wenn sie feststellen, dass das Haus das Ausmaß des originalen Gebäudes überschreitet, ein paar Veränderungen vornehmen? Es ist einfach bescheuert. Ja, sie hätte das vorher klären müssen - aber dann alles zu zerstören, ist einfach zu extrem."

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fk

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