Modernisierung der eigenen vier Wände

Modernisierung planen: Welche Maßnahmen sind besonders lohnend?

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Energetische Sanierungen sind oft lohnend und werden zudem staatlich gefördert.

Gerade in der heutigen Zeit sind Modernisierungen der eigenen vier Wände sehr im Trend. Doch welche Maßnahmen sind dabei eigentlich sinnvoll und was ist zu beachten?

Die Modernisierung der eigenen vier Wände lohnt sich vielfach. Zum Einen wären da die optischen Highlights und Verbesserungen, zum Anderen die energetischen Gründe. Doch während wohl die meisten Eigenheimbesitzer direkt mehrere Punkte aufzählen können, die sie gerne ändern würden, so stellen sie sich ebenfalls die Frage, welche Maßnahmen lohnend sind. Was ist generell sinnvoll und welche Arbeiten können auch warten? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.  

Energetische Sanierung

Sie ist fast immer sinnvoll. Handelt es sich um ein Haus, welches vor mindestens 15 Jahren gebaut wurde, so können Hausbesitzer durch eine energetische Sanierung durchaus sparen. Wichtig ist nur, nicht direkt loszulegen, sondern sich zuerst fachmännische Hilfe mit an Bord zu holen:

  • Wärmebildauswertung – das ist ein sehr einfacher Weg, der wirklich klare Bilder liefert. Mit einer Wärmebildkamera lässt sich fest bestimmen, in welchen Hausbereichen der Wärmeverlust besonders groß ist. Diese Lösung ist immer dann von Interesse, wenn kein allzu großes Budget zur Verfügung steht. Anhand der Aufnahmen lässt sich genau bestimmen, ob Dach, Fenster oder Fassaden zuerst behandelt werden müssen.
  • Energieberater – auch er arbeitet meist mit Wärmebildkameras, bietet aber noch weitere Beratungsfelder an. Der Energieberater kommt immer dann ins Spiel, wenn über einen Förderkredit der Kfw-Bank nachgedacht wird. Für viele Förderpakete ist der Energieberater notwendig.
  • Heizungen – auch hier gilt, dass der Austausch älterer Modelle stets Einsparpotenzial bietet. Energieberater weisen darauf hin.

Mit den Ergebnissen in der Hand kann nun gezielt geschaut werden, welche energetischen Sanierungen zuerst anstehen. Dabei gibt es einige Bereiche, die sich stets gut kombinieren lassen:

  • Fenster und Fassade – werden die Fenster getauscht, sollte die Fassade gleich mit gedämmt werden. So werden Kältebrücken vermieden, zudem halten auch dreifach verglaste Fenster keine Wärme innen, wenn diese durch die Wände nach draußen gelangt.
  • Heizung und Dämmung – neue Heizungen sind effizienter und verbrauchen weniger Energie. Doch das gelingt nur, wenn die Hülle des Hauses die Wärme nicht entkommen lässt.
  • Kostensparend – wer nicht viel finanziellen Spielraum hat, der sollte wenigstens das Dach, die Dachgeschossdecke und die Decke zum Kellergeschoss ordentlich dämmen.

Auch Türen spielen oft eine große Rolle. Eigenheimbesitzer sollten sich aber für alle Arbeiten mehrere Angebote einholen und letztendlich entscheiden, welcher Anbieter günstig ist. Das mag auch ein Komplettangebot sein, wichtig ist nur, dass ein Vergleich genutzt wird.

Einbruchsschutz

Wenngleich nicht energetisch, so gehört der Einbruchsschutz definitiv zu den Modernisierungsmaßnahme. Und er ist wichtig, zwar geht die Gesamtzahl der Einbrüche zurück, wer jedoch einmal betroffen war, der fühlt sich oft nie wieder sicher im eigenen Heim. Rund um den Einbruchsschutz gibt es verschiedene Maßnahmen:

  • Fenster – neue Fenster besitzen bereits eine gute RC-Klasse, auch als Widerstandsklasse bekannt. Dabei ist es wichtig, gerade im Erdgeschoss mindestens Fenster mit der Widerstandsklasse RC2 einzubauen. Diese verdreifachen die Zeit, die ein Einbrecher benötigt, um ein Fenster zu öffnen. Wer die Fenster nicht austauschen möchte, der kann nachträgliche Sicherungen anbringen. Grundsätzlich geht es bei jeder Sicherung darum, es dem Einbrecher so schwer, wie nur möglich, zu machen. Besonderes Augenmerk liegt auf Balkon- und Terrassentüren. Werden diese zusätzlich mit einem Sperrriegel oder einer im Boden und Wand verankerten Sicherung versehen, bleibt es meist beim Aufhebelversuch.
  • Türen – generell sind Türen besonders einfach und günstig zu sichern. Wer einen Sperrriegel an der Eingangstür anbringen lässt, der ist mit ungefähr 300,00 Euro dabei. Der Riegel wird in Verankerungen rechts und links der Tür geschoben. Ein wenig günstiger, aber auch nützlich, sind halbe Riegel, die die Tür nur auf einer Seite verankern.
  • Alarmanlagen – ob smarte Türklingeln mit Kamerafunktion, echte Alarmanlagen oder Videoüberwachung: Heute haben Eigenheimbesitzer durchaus viele Möglichkeiten. Rund um Kameras müssen sie allerdings achtgeben, dass ausschließlich ihr Grundstück gefilmt wird, nicht aber der Nachbar.

Mancherorts bietet die Polizei übrigens Beratungen an, während derer die Schwachstellen am eigenen Haus aufgedeckt werden.

Weitere Maßnahmen

Wie war das? Rund ums Haus gibt es immer etwas zu tun? Das stimmt wohl, denn oftmals scheint es, als könne man, wenn man auf der einen Seite fertig ist, auf der anderen wieder neu anfangen. Aber welche Modernisierungsmaßnahmen sind noch sinnvoll?

  • Barrierefrei – gerade in jüngeren Jahren möchte niemand daran denken, doch gibt es nichts Sinnvolleres, als das eigene Heim möglichst früh barrierefrei zu gestalten. Breitere Türen, aber auch rollstuhl- oder altengerechte Bäder sind immer praktisch. Schön ist, dass gerade bezüglich der Bäder die aktuelle Badmode ohnehin schon auf Senioren ausgelegt ist. Ebenerdige Duschen mit ausreichend Platz, eventuell mit einer Sitzbank, Badewannen mit Einstiegstür, viel Raum im Bad – das alles gehört in ein modernes Bad bereits dazu.
  • Neuer Anstrich – wie wäre es mit einem neuen Anstrich der Hausfassade? Der Umstieg auf helle Farben ist angesichts der immer wärmer werdenden Sommer ohnehin überaus sinnvoll.
  • Solaranlage – warum nicht in eine Solaranlage installieren? Auf Dauer gesehen ist sie ungemein nützlich und hilft nicht allein beim Sparen, sondern bringt auch noch Geld – und Unabhängigkeit.
  • Gartengestaltung – sie gehört nicht direkt in die Hausmodernisierung, doch planen immer mehr Städte, gegen Steingärten und deren Variationen vorzugehen. Eventuell ist es nun sinnvoll, die eigene Gartengestaltung zu überdenken. Mitunter können auch Fassadenbewachsungen eine dämmende Eigenschaft haben.

Letztendlich kommt es stets auf die eigenen Vorstellungen und natürlich die finanziellen Mittel an. Doch gerade im Innenbereich lohnt es sich, schon jetzt an später zu denken und nach und nach die Barrierefreiheit herzustellen. Sind die gröbsten Arbeiten erst einmal erledigt, so würden im Ernstfall nur noch kleine Arbeiten anstehen, die dann wiederum weniger ins Geld gehen. Und da niemand vor Unfällen gefeit ist und Versicherungen oft nicht rasch zahlen, wäre es doch durchaus sinnvoll, sich notfalls schon gut im eigenen Heim bewegen zu können?

Das Badezimmer ist ein guter Ort, um Maßnahmen zur Barrierefreiheit in den eigenen vier Wänden umzusetzen.

Fazit – Modernisierungen genau planen

Hausbesitzer können sich rund um die energetischen Aspekte wie Dämmung, Fenster und Heizungen durchaus vom Staat unter die Arme greifen lassen. Die Förderkredite haben zwar hohe Ansprüche, helfen aber. Ansonsten lohnt sich immer der Einbruchsschutz, denn selbst, wenn nie etwas geschah, vermittelt er ein gutes und sicheres Gefühl. Rund um den Innenbereich sollte der Blick auf das barrierefreie Wohnen liegen. Natürlich möchten die meisten Menschen diese Überlegung weit von sich schieben, doch wenn die Badtrends ohnehin in diese Richtung gehen, ist die Modernisierung nicht allein einem Grund geschuldet.

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