Ein kleiner Luxus

Parkett selbst verlegen: Worauf zu achten ist

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Die wenigsten Menschen trauen sich, Parkett selbst zu verlegen. Wer sich aber mit den Materialien auskennt und Grundregeln beachtet, kann kaum etwas falsch machen.

Parkettboden ist nicht nur langlebig und hochwertig, er macht optisch auch einiges her und ist dabei wohnlich und repräsentativ. Egal, ob in Geschäftsräumen oder in den eigenen vier Wänden. Gerade in Heidelbergs Altbauten lässt sich oft wunderschönes altes Fischgrätparkett bestaunen. Wer handwerklich ein wenig Geschick mitbringt und Zeit und Lust hat, dem Boden ein kleines Upgrade zu verpassen, der kann einfach selbst Hand anlegen und dabei zwischen verschiedenen Holz- und Verlegearten auswählen. Allerdings sollte man wissen, was man tut und welche Dinge dabei zu beachten sind. Außerdem schadet es nicht, den selbstverlegten Boden auch richtig zu pflegen und im Zweifelsfall reparieren zu können.

Was für Parkett gibt es?

Wichtig für all diejenigen, die noch nicht mit Parkett gearbeitet haben, ist zunächst zu wissen, dass Holz auf verschiedene Arten, wie etwa nach den Sortierregeln der DIN EN 13 226 sortiert wird. Dabei wird Parkett in drei optischen Stufen sortiert. Ursprünglich wurden diese Stufen in der DIN 280-1,2 als „Natur“, „Gestreift“ und „Rustikal“ beschrieben. Parkett mit der Sortierung „Natur“ stellt die höchste Klasse dar. 

Je nach Aufbau des Parketts wird wiederum zwischen Einschichtparkett und Mehrschichtparkett unterschieden. Parkett mit mehreren Schichten findet sich auch unter der Bezeichnung Fertig- oder Clickparkett. Die gängigsten Parkettarten sind:

  • Das wohl bekannteste und üblichste Parkett, das Stabparkett, besteht aus Stäben aus Vollholz und kommt gewöhnlich mit einer Stärke von 14-22 mm daher. Die einzelnen Stäbe werden über rundum laufende Nut- und Querholzfedern bei der Verlegung miteinander verbunden. Schließlich klebt oder nagelt man sie auf den Untergrund. 
  • Das Lamparkett besteht aus massiven Stäben mit glatter Kante und in verkürzten Abmessungen Es wurde zum Sanieren entwickelt, ist 10 mm dünn und daher in jedem Falle zu verkleben. 
  • Das Mosaikparkett besteht aus einzelnen Vollholzlamellen. Man bekommt diese über ein Netz in Verlegeeinheiten geliefert. Es lässt sich zwischen diversen Verlegemustern auswählen. Die gängigsten sind: Würfel, Schiffsverband, Fischgrät oder Parallelverband. Das Parkett wird ebenfalls auf dem Untergrund verklebt.
  • Hochlammelen- und Mehrzweckparkett besteht aus senkrecht aufgestellten Holzlammelen. Sie entsprechen in den Abmessungen dem Mosaikparkett. Man findet sie vor allem im gewerblichen Bereich oder öffentlichen Gebäuden, Schulen usw. 
  • Die Kennzeichen des Mehrschichtparkett sind: Große Formate, eine Nut- und Federverbindung und eine werkseitige Oberflächenbehandlung. Häufig findet man das Mehrschichtparkett auch unter der Bezeichnung „Fertigparkett“. Zweischichtiges Parkett wird verklebt, Dreischichtparkett kann auch schwimmend verlegt werden. 
  • Im Restaurierungsbereich wird Tafelparkett verwendet. Es besteht aus quadratischen Verlegeeinheiten, die wiederum aus Tragplatte mit Vollholzschicht oder aus massiven Parkettstäben gefertigt sind. Man kann die einzelnen Elemente kleben oder nageln.

Die wichtigsten Regeln beim Verlegen des Parketts

  1. Als allererstes sind die Parkettdielen und der Raum oder die Räume, in denen sie verlegt werden sollen, entsprechend vorzubereiten. Das heißt: Die Dielen müssen akklimatisieren, indem sie rund 48 Stunden in der geschlossenen Verpackung waagrecht liegend in dem Raum, in dem sie verlegt werden sollen, verbringen. Dabei sollte eine Zimmertemperatur von etwa 18-26 Grad herrschen.
  2. Wer beim späteren Gehen auf dem Boden auf Geräusche verzichten und den Nachbarn nicht mit zu viel Lautstärke stören möchte, muss eine Trittschaldämpfung, die aus speziellen Matten oder Platten besteht verlegen. Dampfdichte Folien empfehlen sich bei mineralischen Untergründen. Im Gegensatz zur Trittschaldämpfung kann die Folie überlappend ausgelegt und später abgeschnitten werden.
  3. Befinden sich Nuten an den Dielen, müssen diese für die erste Reihe an der Wand mit einer Stichsäge entfernt werden. Dann wird die erste Diele in eine Ecke des Raumes angelegt, wobei an der Stirn- und Längsseite der Diele Abstandskeile mit einer Dicke von knapp 1 cm zwischen Parkett und Wand zu schieben sind. Diese Keile sorgen dafür, dass das Holz noch arbeiten kann. Lässt sich das Parkett durch Einhängen miteinander verbinden, kann nun an der Stirnseite der Diele die nächste eingehängt werden; andernfalls ist sie mit Hammer und Schlagholz festzuklopfen.
  4. Kommt man zum letzten Reihenstück, wird dieses wohl nicht exakt passen und muss daher mit einer Fuchsschwanzsäge zugesägt werden. Die Diele sollte beim Zuschneiden mit der Rückseite nach oben zeigen. Mit einem Zugeisen kann die Diele nach dem Einsetzen zwischen Wand und Diele festgezogen werden.
  5. Nun kann mit der zweiten Reihe und hier mit dem Reststück der ersten Reihe begonnen werden, damit ein durchgängiger Versatz entsteht. Wiederum werden die Dielen mit Hammer und Schlagholz an den Längs- und Stirnseiten der bereits verlegten Dielen festgeklopft. Reihe für Reihe kann so das Parkett jetzt im ganzen Raum verlegt werden.
  6. An Stellen, an welchem sich Heizungsrohre befinden, muss mit der Stichsäge etwas aus dem Holz herausgesägt werden. Es muss beim Ausschneiden allerdings keine Millimeterarbeit geleistet werden, da die Schnittstelle einfach durch die Rosette zu verdecken ist. Zwischen Rohr und Parkettdiele sollte sowieso knapp 1 cm Abstand verbleiben.
  7. Wie bei allen vorherigen Reihen wird zum Schluss das Endstück abgemessen und die Diele entsprechend zugeschnitten. Wurden Dielen mit Leim verlegt, ist solange zu warten, wie es auf dem Produkt angegeben ist. Wer mit leimlosem Fertigparkett gearbeitet hat, kann sofort die Übergangsschienen und Sockelleisten anbringen. Sobald alle Fußleisten und Übergangsschienen angebracht sind, ist der neue, edle Parkettboden fertig.
Gummihammer und Schagholz sind beim Verlegen von Dielen mit Nuten unerlässlich.

Alles zur Parkettpflege

Damit der Parkettboden auch lange so edel bleibt, ist er richtig zu pflegen. Zu dieser richtigen Pflege gehören die unterschiedlichsten Maßnahmen:

  • Vor allem Schmutz und Dreck, aber auch viele feine, oberflächliche Kratzer können Parkett schnell unansehnlich machen. Die häufigste Ursache für sie sind wohl scheuernde Teilchen, wie kleine Steine oder Sand, der sich am Profil von Schuhen befindet mit denen im Haus herumgelaufen wird. Um diese Kratzer von Anfang an zu vermeiden, sollten Straßenschuhe erst gar nicht auf dem Parkett im Haus getragen, sondern an der Eingangstür gegen saubere Hausschuhe ausgetauscht werden.
  • Auch das Verrücken von Möbeln und anderen schweren Objekten, wie Blumentöpfen usw. sorgt schnell für Kratzer, die mitunter auch einmal etwas tiefer sein können. Deshalb sollten vor allem Möbel nicht einfach so verschoben werden, sondern erst, nachdem Möbelsocken oder Filzgleiter angebracht wurden. Letztere eignen sich hervorragend, da sie einfach dauerhaft am Möbelstück gelassen werden können. Es gibt die Filzgleiter in selbstklebender Ausführung, zum Schrauben oder Nageln oder auch aus PTFE womit sie einfach unter das entsprechende Objekt angebracht werden können, um die Dielen dauerhaft zu schonen.
  • Dunkle Striche, die selbst manche Hausschuhe hin und wieder auf dem Parkett hinterlassen, können ganz einfach mit einem Radiergummi wegradiert werden. Wer es nicht glauben kann, einfach mal ausprobieren.
  • Wenn fast jeden zweiten Tag Staub über den Dielen liegt, aber nicht ständig gesaugt werden soll, kann alternativ auch eine ausgediente Perlonstrumpfhose dienen. Diese wird einfach über einen Schrubber gezogen und wird den Staub beim Putzen wie magisch anziehen.
  • Zu guter Letzt ist das Parkett hin und wieder nicht nur zu saugen, sondern auch gründlicher zu reinigen. Dabei ist es entscheidend, dass die Dielen nicht zu feucht gereinigt werden, damit das Holz nicht aufquillt. Eine trockene Reinigung mit Baumwollmopp oder ein wenig lauwarmem Wasser und einem Spritzer Essig sind die besten Reinigungsmethoden. Auf scharfe Reiniger ist zu verzichten, da diese die Versiegelung angreifen können.

Parkett ordentlich reparieren

Kleine Kratzer auf dem Parkett lassen sich in der Regel vor allem bei geölten und gewachsten Böden einfach und ohne Nachwirkungen reparieren. Bei versiegelten Parkett hingegen kann Feuchtigkeit und Schmutz unter die Lackschicht gelangen und mitunter anschließend nicht mehr abfließen. Es gibt deshalb, je nach Oberflächenbehandlung, diverse Möglichkeiten der Schadensbehebung.

Manchmal hilft nur noch Abschleifen. Wie auf dem Foto zu sehen, ist die Farbe des abgeschliffenen Bereichs hinterher aber anders. Die üblichste Methode größere Beschädigungen zu beheben, ist Kratzer oder ganze Löcher mit Hartwachs aufzufüllen. Die diversen Farben, die es im Handel gibt, erlauben es, jegliches Parkett entsprechend reparieren zu können. Mit einem Lötkolben kann das Wachs beispielsweise geschmolzen und in den Kratzer eingefüllt werden. Anschließend wird der Überstand mit einem Spachtel oder Hobel abgenommen. Bei versiegelten Böden wird die Oberfläche anschließend mit einem speziellen Siegelstift verschlossen.

Dellen und Dreckstellen sind mit Wasser und Hitze auszubessern. Die Stelle wird dafür einfach mit Wasser bedeckt und anschließend mit einem Bügeleisen erhitzt. Durch das verdampfende Wasser sollte der Boden aufquellen und die Delle verschwinden.

Bei größeren Schäden muss eventuell ein Abschliff mit einer Schleifmaschine erfolgen. Da der abgeschliffene Bereich seine Farbe verändern wird, kommt man meist nicht darum herum, den gesamten Boden abzuschleifen. Sind einzelne Parkettelemente außerdem so stark geschädigt, dass sie nicht ausgebessert oder abgeschliffen werden können, sind sie eventuell ganz auszutauschen.

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